Gitarrensaiten

Wissenswertes für Konzert-, Western- und E-Gitarre
 
Grundsätzlich gilt: je dicker die Saiten oder je stärker die Saitenspannung ist, desto besser ist der Klang!
Logisch? Klar, denn dickere Saiten versetzen die Gitarrendecke in eine stärkere Spannung, also ist das Ergebnis ein voluminöserer Sound!
Trotzdem können wir nicht einfach ins Geschäft gehen und den dicksten Saitensatz kaufen!
Die Wahl der Saitenstärke hängt in erster Linie von deiner Saitenlage ab.
Das bedeutet, wenn du eine möglichst flache Saitenlage hast, kannst du dir einen starken Saitensatz erlauben, ohne dass dir schon nach fünf Minuten die Finger abfallen! Das gilt vor allem bei Stahlsaiten.
 
Merkwürdigerweise gibt es nicht die "gute" Saitenmarke, die einfach aus jeder Gitarre das Beste herausholt.
Wenn du mal einige "Supersaiten" auf verschiedenen Gitarren getestet hast, wirst du merken, dass der gleiche Satz auf zwei verschiedenen Gitarren einen völlig unterschiedlichen Klangeindruck erzeugt.
Mit anderen Worten: Es kann sehr gut sein, dass Gitarre A besser mit einem "Elixir"- Saitensatz klingt als mit "D'Addario".
Bei Gitarre B kann das genau umgekehrt sein...
Die physikalische Erklärung muss ich euch schuldig bleiben, aber ich stehe mit dieser Meinung nicht alleine da.

Saiten für die Konzertgitarre

Die Wahl der Saitenstärke hängt in erster Linie von deiner Saitenlage ab.
 
Nylonsaiten fühlen sich eigentlich immer angenehm weich an, es sei denn, du hast eine extrem hohe Saitenlage auf deiner Gitarre eingestellt, und das ist leider recht häufig der Fall!
Bevor du überhaupt die Saiten wechselst, überprüfe also deine Saitenlage, denn beim Saitenwechsel hast du auch eine gute Gelegenheit die Stegeinlage gegen eine flachere auszuwechseln oder die Stegeinlage von der unterer Seite ca. 1 - 3 mm abzuschleifen...
 
Bei der Konzertgitarre gibt es bei den meisten Saitenmarken die Unterteilung in "weich","mittel","hart" und "extra hart".
Ich habe mit weichen Saitensätzen die Erfahrung gemacht, dass diese oftmals nicht bundrein sind.
Bei Konzertgitarren, also Nylonsaiten, nehme ich grundsätzlich nur extra-hart, was sich für mich immer noch weich anfühlt.
Gute Saitenmarken:
Augustine (blau)
D'Addario EJ44 Pro-Arte
Hannabach 728 Custom Made High Tension
Savarez Alliance 540 J
Preisbereich: 6,-  bis 14,- €
Dies ist nur eine kleine Auswahl von Saiten, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe.
Natürlich gibt es auch noch eine Menge anderer guter Saitenmarken, die ich noch nicht getestet habe.
Es wäre schön, wenn ihr eure Erfahrungen mit Angabe des Gitarrenmodells im Forum mitteilt!

Saiten für die E-Gitarre

Obwohl die E-Gitarre auch Stahlsaiten hat, spielt der Höhenanteil nicht die tragende Rolle wie bei der Westerngitarrre, da der Klang durch Verstärker und evtl. Effekte beeinflusst wird.
Bei der E-Gitarre ist die Saitenstärke und das Greifgefühl entscheidender.
Wer oft die Saiten zieht, wird wohl einen 09er Satz bevorzugen, wer dies nicht tut, oder viel Kraft und eine gute Technik besitzt, greift auch noch zu 010er Sätzen.
Härte Sätze wird man bei E-Gitarristen selten antreffen.
Weichere Saitensätze wie 08er, wird man heute auch selten antreffen, denn allein die Stimmstabilität verhindert jeden Spielspaß.
 
Preisbereich:  4,00 bis 12,00 €

Saitenkurbel

Eine Saitenkurbel hilft dir enorm beim Aufziehen der Saiten und verhindert, dass du aus "Drehfaulheit" zu wenig Windungen den einzelnen Saiten spendierst.
Bei den Basssaiten hält es sich ja noch in Grenzen, da reich 2-5 Windungen pro Saite.
Bei der G-Saite sollte man aber schon 4-7 Windungen haben, B+E-Saiten haben ca. 7-10 Windungen, denn glatte, dünne Saiten würden eher durchrutschen als dicke rauhe, stabile Saiten.
Achte bei der Wahl der Kurbel auf Stabilität, gute Kurbeln liegen bei 7,50 €, Kombinationskurbeln mit Saitenzange zum abschneiden der überflüssigen Enden kostet ca. 14,00 €.

Saitenpflege

Das Wort Saitenpflege kennen viele Gitarristen erst gar nicht. Entsprechend sieht man auch nicht selten verrostete Saiten.
Besonders empfindlich sind die blanken Saiten. Eigentlich würde es ja reichen, wenn man nach jedem Spielen die Saiten mit einem trockenen Baumwolltuch abreiben würde. Doch auch das ist den meisten Gitarristen schon zuviel!
Das bekannteste Mittel ist Fast Fret; ein dicker Pflegestift, den man über die Saiten reibt, danach mit einem Tuch die Überreste entfernt.
Daneben gibt es Reinigunsmittel und Kombinationen aus Reinigungsmittel mit Ölzusatz. Diese haben meist einen sehr angenehmen Zitronengeruch.
Wer ein relativ offenes Griffbrett - nicht zulackiert - hat, pflegt dann nicht nur die Saiten sondern auch den Hals.
Die Einheiten kosten zwischen 5,00 bis 8,00 €.

Saiten für die Westerngitarre

Saiten für die Westerngitarre - also reine Stahlsaiten - hatten früher grundsätzlich den Nachteil, schon nach wenigen Stunden klanglich im Obertonbereich nachzulassen.
So war es üblich, dass Bühnengitarristen vor jedem Auftritt neue Saiten aufzogen.
Für den Amateur wäre das natürlich ein teures Vergnügen, wenn er jeden Tag oder auch nur jede Woche neue Saiten aufziehen würde.
Glücklicherweise gibt es seit ein paar Jahren ein neues Herstellungsverfahren für Stahlsaiten, wobei die Saiten auf unterschiedliche Art und Weise eine durchsichtige Kunststoffummantelung bekommen. Die bekanntesten Marken mit diesem Verfahren sind Elixir, D'Addario und Boston.
Obwohl diese Saitensätze merklich teurer sind als herkömmliche Saiten, ist es trotzdem auf Dauer wesentlich günstiger, diese GoreTex ummantelten Saiten zu kaufen.
Rechenbeispiel:
Ich habe früher - bei 3-Stunden täglicher Spielzeit -  nach  ca. einer Woche die Saiten gewechselt. Ein normaler Satz kostete ca. 5,- €.
Kosten für drei Monate = 60,- €.
Mit Elixir-Saiten spiele ich locker mehr als drei Monate, ein Satz kostet ca. 20,- €.
So gesehen habe ich in drei Monaten ca. 40,- € gespart, allerdings mit einem sehr großen Unterschied:
Bei den herkömmlichen Saiten hatte ich schon nach drei Tagen das Gefühl wechseln zu müssen, tat ich aber nicht, weil es mir einfach zu teuer gewesen wäre, ausserdem auch noch zu viel Arbeit war...
Bei den GoreTex-Saiten habe ich teilweise sogar erst nach vier, fünf oder sechs Monaten gewechselt... und war die ganze Zeit mit dem Klang zufrieden!
 
Trotz aller Euphorie über diese ummantelten Saiten sollte man noch etwas berücksichtigen:
Wenn man den Obertonbereich bei herkömmlichen Saiten mal mit 100% Höhenanteil bezeichnen würden, so hast du bei Elixir, D'Addario und Boston-Saiten "nur" gefühlte 90%!
Das bedeutet also, du fängst bei weniger an, doch geht der Klangverlust dann innerhalb der nächsten Monate langsam auf ca. 60-70 % zurück.
Die herkömmlichen Saiten fangen so gesehen bei 100% an und gehen dann innerhalb von einer Woche auf 40-50%, sind also wirklich sehr schnell äußerst stumpf im Ton.
Da mir diese 100% Höhen bei normalen Saiten immer schon zuviel des Guten waren, bin ich also mit den GoreTex ummantelten Elixir-Saiten mehr als zufrieden.
Ein Nebeneffekt der GoreTex-Ummantelung ist, dass diese Saiten kaum nervige Quietschgeräusche beim Spielen hervorrufen; ein Riesenvorteil für Gitarrenspieler, die die Angewohnheit haben, beim Griffwechsel über die Saiten zu rutschen!
Eine weiterer Unterschied besteht in der Griffigkeit der Saitenoberfläche.
Durch die GoreTex-Oberfläche der Saiten fühlen sich diese nicht mehr ganz so rauh an, sondern eher wie angeschliffene Saiten, weil die Oberfläche einfach glatter ist. Diese Eigenschaft empfinden die meisten Gitarristen als vorteilhaft, doch ein Gegenbeispiel ist der australische Gitarrist Externer Link neues FensterTommy Emmanuel, der auf meine Frage, warum er nicht diese neuen Elixir-Saiten spiele, antwortete, er hätte sie auch schon getestet; der Klang gefalle ihm sehr gut, doch er liebt diese rauhe Oberfläche der herkömmlichen Saiten.
Da Tommy Emmanuel sowieso jeden Abend vor dem Konzert neue Saiten aufzieht, spielt der rapide Klangverlust dieser Saiten für ihn wirklich keine Rolle.

Saitenwechsel

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass sich der Klang von Nylonsaiten länger hält als bei Stahlsaiten.
Deshalb ist das Auswechseln der Saitensätze nicht so oft nötig, wie bei einer Westerngitarre.
Aber in welcher Abständen sollte ich nun die Saiten wechseln?
Es gibt nicht wenige, die anscheinend die Saiten erst dann wechseln, wenn sie gerissen sind.
Das kannst du zwar tun, ist klanglich aber nicht unbedingt ein Vorteil!
Wenn ich davon ausgehe, dass du von deiner Gitarre einen guten Klang, Bundreinheit und eine gute Bespielbarkeit erwartest, dann solltest du auch bei einer Konzertgitarre  regelmäßig die Saiten wechseln. Der Wechselzeitraum ist natürlich nicht pauschal zu sagen, es hängt davon ab
a) wieviele Stunden du täglich übst
b) wie fest du greifst
c) wie hoch die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit in der Gitarrenumgebung ist
d) ob du die Saiten nach jedem Üben mit einem Baumwolllappen trocken reibst.
 
Lege ich mal eine Stunde  tägliche Übungszeit zugrunde, würde ich dir einen Saitenwechsel nach ca. 2-4 Monaten empfehlen. Dabei könnte die D-Saite aufgrund ihrer dünnen Stahlumwicklung schon zwischenzeitlich fällig werden!
Bei einigen Saitensätzen ist auch die G-Saite schon stahlumwickelt, diese würde noch schneller durchgespielt werden.
Für diese dünn umwickelten Saiten solltest du grundsätzlich immer einzelne Reservesaiten bei dir haben.
Zusätzlich sollte jeder Gitarrist immer einen kompletten Satz Saiten bei sich führen...
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