Das Leben am Set...

Alles, was woanders nicht passt...
Benutzeravatar
Hawky
Beiträge: 5004
Registriert: Fr 4. Dez 2009, 22:01
Postleitzahl: 13629
Land: Deutschland
Wohnort: Berlin Spandau
Kontaktdaten:

Das Leben am Set...

Beitragvon Hawky » Sa 16. Dez 2017, 16:35

Hallo Gudrun,

ich antworte hier einmal auf deine Frage, das gehört ja nicht in den Thread der Weihnachtsliedern.

Ja, das nennt sich Statist oder Komparse. Ersteres sind die Massen die den Film füllen, zweiteres sind die, die im Film auch als einzelne Personen erkennbar sind. Aber bei beiden Personen ist es so, dass du von ihnen nie einen Ton hören wirst. Wer eine kleine Sprechrolle hat, ist ein Kleindarsteller. Diese bekommen dann etwas mehr Geld.

Wenn du Interesse daran hast, melde dich in Berlin bei einer Argenturen an. Dort füllst du einen Komparsenbogen aus.
Dann wartest du auf Angebote. Eines musst du wissen, am Set herrscht absolute Ruhe, du darfst nie in die Kamera schauen und du brauchst sehr viel Geduld. Mit unter sitzt man Std. am Set bis man dran ist. Ein Buch und etwas zu trinken sollte man immer dabei haben. Wenn du noch Fragen hast, dann lass es mich ruhig wissen.
LG Uwe ;)
Hier geht es zum Chat:http://server2.webkicks.de/guitartv/

You'll Never Walk Allone .....

Benutzeravatar
Wihoki
Beiträge: 1406
Registriert: Mo 24. Okt 2011, 10:46
Postleitzahl: 51149
Land: Deutschland

Re: Das Leben am Set...

Beitragvon Wihoki » Sa 16. Dez 2017, 19:25

Witzig :)

bin nämlich schon öfters am Set gewesen. u.a. mehrmals in der Lindenstr. die drehn ja hier in Köln, aber auch bei der Agentur Eick die Winnteou für RTL verfilmt haben. Bin da ein Siedler...:-)
Geduld muß man echt haben aber für das Leibliche Wohl wurde immer gesorgt Essen und Trinken wurde immer gestellt.
Gerade die Agentur Eick läßt sich da nicht lumpen und etwas " Taschengeld " gibt es auch so ca 80,- pro Tag. Natürlich alles ganz offiziel.
Spass macht es allemal, besonders die Winnetou verfilmung mit Wotan Wilke Möhring und dem echt coolen Jürgen Vogel.
Viele Grüße
Wihoki
Hier machen Freunde mit Wihoki Mucke
♫Strassensaiten♫Bild

Am ende ist alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es auch noch nicht zu ende :D

Benutzeravatar
Hawky
Beiträge: 5004
Registriert: Fr 4. Dez 2009, 22:01
Postleitzahl: 13629
Land: Deutschland
Wohnort: Berlin Spandau
Kontaktdaten:

Re: Das Leben am Set...

Beitragvon Hawky » Sa 16. Dez 2017, 20:20

Hi Stefan,

cool das auch du das machst/ gemacht hast. Dann weißt du ja wie interessant es ist oder sein kann.
Oberthema Catering, da gebe ich dir recht, wir wurden auch meist gut versorgt. Wobei man sagen muss,
es gab immer ein Catering für die " Stars" und eines für die Komarsen. Was ich echt mal klasse fand,
war ein Dreh mit Tom Cruse in Potsdam zu der Verfilmung Stauffenberg Attentat " Operation Walküre"
da setzte er sich direkt ins Komparsenzelt zu ca 400 Nobodys ( unabhängig davon, dass ich nix von seinen
privaten Aktivitäten halte ). Das sind so kleine Dinge, die man so als Komparse erlebt. Aber auch andere
Dinge sind sehr interessant, da kommt man zu Drehorte, die sonst niemand mehr betreten darf.
ZB Ehemalige russische Kasernenhöfe und Gebäude oder es werden Autobahnabschnitte gesperrt und
es kommt zum Nachtdreh.... ich fand es meist cool.... man muss es halt mögen .

LG Uwe ;)
Hier geht es zum Chat:http://server2.webkicks.de/guitartv/

You'll Never Walk Allone .....

Benutzeravatar
karioll
Beiträge: 2102
Registriert: Do 22. Dez 2011, 02:35
Postleitzahl: 13187
Land: Deutschland
Wohnort: Berlin

Re: Das Leben am Set...

Beitragvon karioll » So 17. Dez 2017, 13:15

Danke, ihr Beiden, ist ja interessant!
Mit Üben kann man der Natur ein Schnippchen schlagen.

Benutzeravatar
GuitarTommy
Beiträge: 658
Registriert: Mo 6. Nov 2017, 11:07
Postleitzahl: 41515
Land: Deutschland
Wohnort: Grevenbroich
Kontaktdaten:

Re: Das Leben am Set...

Beitragvon GuitarTommy » So 17. Dez 2017, 13:18

Das finde ich auch :-)
Immer schön zu lesen....was im Leben der Anderen so los ist !!!
Lieber Gruß Thomas 8-)

Geld allein macht nicht glücklich,
du musst dir schon Gitarren
davon kaufen !!

Benutzeravatar
Hawky
Beiträge: 5004
Registriert: Fr 4. Dez 2009, 22:01
Postleitzahl: 13629
Land: Deutschland
Wohnort: Berlin Spandau
Kontaktdaten:

Re: Das Leben am Set...

Beitragvon Hawky » So 17. Dez 2017, 16:43

Hi,
das mit der " Bezahlung " sah ich mehr als Aufwandsentschädigung an, denn wir bekamen noch für 8Std. / 50€.
Später kam dann die Einführung des Mindestlohns, da gab es dann 80€ . Aber wie Stefan schon geschrieben
hatte, das ging alles über ein Abrechnungsinstitut und musste noch versteuert werden. Also des Geldes wegen
macht man das nicht. Manche versprechen sich ja davon, dass sie den Fuß in der Tür haben und vielleicht
Kontakte für spätere Aufträge knüpfen können. Für mich war das Drumherum entscheidend.

LG Uwe
Hier geht es zum Chat:http://server2.webkicks.de/guitartv/

You'll Never Walk Allone .....

Benutzeravatar
karioll
Beiträge: 2102
Registriert: Do 22. Dez 2011, 02:35
Postleitzahl: 13187
Land: Deutschland
Wohnort: Berlin

Re: Das Leben am Set...

Beitragvon karioll » So 17. Dez 2017, 17:51

80 € Brutto für ein Hobby ist doch nicht übel. :lol:
Mit Üben kann man der Natur ein Schnippchen schlagen.

Benutzeravatar
Hawky
Beiträge: 5004
Registriert: Fr 4. Dez 2009, 22:01
Postleitzahl: 13629
Land: Deutschland
Wohnort: Berlin Spandau
Kontaktdaten:

Re: Das Leben am Set...

Beitragvon Hawky » Fr 18. Mai 2018, 05:56

Hi ihr Lieben,

mich würde mal interessieren, ob noch andere Foris " Setluft" geschnuppert haben und davon erzählen wollen. Oder vielleicht welche nach dem posten unserer Erlebnisse Geschmack daran gefunden haben. Mal neugierig in die Runde schaue. ;)

Lg Uwe
Hier geht es zum Chat:http://server2.webkicks.de/guitartv/

You'll Never Walk Allone .....

Benutzeravatar
schalk70
Beiträge: 309
Registriert: Di 20. Jan 2015, 12:26
Postleitzahl: 63512
Land: Deutschland

Re: Das Leben am Set...

Beitragvon schalk70 » So 20. Mai 2018, 11:57

Gruezi,

"Setluft geschnuppert" ist zwar etwas übertrieben, aber in einem Film bin ich auch zu "sehen".

Bei meinem ersten Aufenthalt in den USA 1988 wollten unsere dort lebenden Verwandten natürlich typisch amerikanische Dinge zeigen, also waren wir an einem Abend im Brewers Stadion, wo die Baseball Mannschaft der Milwaukee Brewers Majour League Baseball spielt.
Nun war an dem Abend aber kein Spiel, sondern Dreharbeiten zum Film Majour League - der deutsche Titel heißt "Die Indianer von Cleveland".

Also haben wir uns unters Volk gemischt, denn es wurden an dem Abend Aufnahmen der Zuschauerränge gedreht...Homeruns, Strikeouts etc etc...

auf dem Feld stand eine Kamera und ein Ansager, welche Bewegung oder Blickrichtung das Publikum machen/haben sollte...

Das war schon lustig - gefunden hab ich mich allerdings noch nicht im Film. Ich suche noch :lol:
Kennst du den Mythos..?

Yamaha Pacifica 112J
Epiphone AJ100
Ostertag Nr. 18 Nylon
Yamaha GL-1

Benutzeravatar
karioll
Beiträge: 2102
Registriert: Do 22. Dez 2011, 02:35
Postleitzahl: 13187
Land: Deutschland
Wohnort: Berlin

Re: Das Leben am Set...

Beitragvon karioll » Mi 30. Mai 2018, 21:12

Ich will auch mal von meiner grandiosen Schauspielerkarriere berichten.

Im Alter von 11 Jahren wurden in den Winterferien Filmaufnahmen mit meiner Klasse gemacht. Titel des Films: "Mein Freund, der Soldat". War politisch verbrämt ohne Ende für das Kinderfernsehen. Wir haben mehr als eine Woche lang 8 Stunden täglich im Schnee gefilmt+ 2 Stunden Busfahrt. Heraus kamen 30 Minuten Film vom Geländespiel mit Flussüberquerungen (war natürlich k e i n Wasssr unter dem Seil), Tiere beobachten (das Reh wurde später in den Film hinenkopiert), Funken mit riesigem Soldatenfunkgerät (das ging echt), Soldaten-Notrationen essen, Kochen im Schnee, Förster treffen und vieles mehr.
vlcsnap-2018-05-30-20h23m35s701.png
vlcsnap-2018-05-30-20h25m50s750.png
Karioll hat wohl Spaß gehabt
vlcsnap-2018-05-30-20h31m38s471.png
Die Große neben dem Soldaten. Komisch, so sieht meine Enkeltochter heute aus :)
Ich hatte in meinem kleinen Kopf, dass Schauspieler ja gut verdienen, also spekulierte nicht nur ich, sondern ich glaube alle, auf eine kleine Belohnung, aufgeteilt in kleine Häppchen für die Klasse. Ich hatte damals 5 Mark Taschengeld im Monat und rechnete so mit ein oder zwei Monatseinkünften :lol: Wir reden uns die Köpfe heiß und waren voller Vorfreude. Als am letzten Tag die Chefin mit der großen Tasche auf unsern Bus zukam, waren wir alle gespannt. Ich erinner mich an das eine oder ander lange Gesicht (meins sah ich leider nicht) als sie Tücher auspackte: zu klein für ein Kopftuch, zu groß für ein Taschentuch. Mit Pittiplatsch und Schnatterinchen, Herrn Fuchs und Frau Elster draufgedruckt, die Idole von Kindern, die halb so alt wie wir waren. Ich dachte noch, dass sie uns ja das Geld nicht geben können, sondern bestimmt den Eltern schicken...Aber auch der Taum löste sich von Tag zu Tag immer mehr in Nebel auf. Das Tuch war unsere ganze Gage für mehr als eine Woche Arbeit in den Ferien :lol:
Aber ich muss sagen, es lag noch viele Jahre später als Platzdeckchen in meinem Kinderzimmer. :roll:

Das schlimmste Drama war aber: Als der Film gesendet wurde, durfte ich ihn nicht sehen. Es gab tagelang heiße Tränen und hoffen bis zur Sendezeit, aber es nütze nichts, ich durfte ihn nicht sehen. Begründung weiß ich nicht mehr. Es war irgendein Grundprinzip, das ich damals sowieso nicht verstehen wollte.

Ein Jahr später gab es eine Wiederholung. Ich war da mit meinem Vater im Winterurlaub in einem privaten sehr einfachen Ferienzimmer ohne alles (einfache Glasscheiben mit Eisblumen drauf und Dampflock fuhr am Haus vorbei, gibt es beides heute nicht mehr), natürlich auch ohne Fernseher.
Ich zog alle Register, welche weiß ich nicht mehr, ging wohl bis hin zum Abhauen, bis mein Vater einen der (fremden) Wohnungsinhaber dort fragte, ob wir in deren Privatwohnung mal 30 Minuten fernsehen dürfen. Ich war diesen netten Thüringern sehr dankbar für ihre Gastfreundschaft. So kam ich doch noch zu meinem Film.

Die Kinder eines Klassenkameraden stöberten den Film per Mediendedektiv im Archiv eines Fernsehsenders auf. Dank deren Mühen und Kosten konnte ich heute ein paar Schnappschüsse für euch machen.

Als meine Klasse den jetzt sah, stellten wir fest, dass damals alle schon fertig waren als Persönlichkeit, nur noch ein bisschen wachsen mussten, aber die typischen individuellen Dinge hatte jeder schon fertig.
Mit Üben kann man der Natur ein Schnippchen schlagen.

Benutzeravatar
GuitarTommy
Beiträge: 658
Registriert: Mo 6. Nov 2017, 11:07
Postleitzahl: 41515
Land: Deutschland
Wohnort: Grevenbroich
Kontaktdaten:

Re: Das Leben am Set...

Beitragvon GuitarTommy » Mi 30. Mai 2018, 23:21

Schöne Zeitreise :D
Lieber Gruß Thomas 8-)

Geld allein macht nicht glücklich,
du musst dir schon Gitarren
davon kaufen !!


Zurück zu „Off-Topic“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste