Lampenfieber

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GuitarTommy
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Lampenfieber

Beitragvon GuitarTommy » Fr 10. Nov 2017, 10:38

So......gerade neu in diesem Forum und fange erstmal an zu heulen :-)

Zur Erklärung meines Problems:

Wie manche hier schon wissen, lerne ich seit 7 Monaten unter Anleitung eines Lehrers Konzertgitarre.
Alles super schön und gut.
Ich weiss nun, daß ich ein wenig Talent habe, ich merke Fortschritte im Spiel auch wenn sie immer kleiner
werden.
Ich habe sehr viel Spaß bei der Sache, sehr viel Geduld, ein schönes Instrument.

Die Sache ist nur diese..........ich werde mein Leben lang alleine vor mich hinspielen müßen :-(

Immer wenn ich etwas vorspielen will/muß, zeigen sich bei mir merkwürdige Dinge:

meine Finger an der linken Hand kleben auf dem Griffbrett fest, die Finger meiner rechten Hand werden zu Beton.
Ich versuche wirklich locker zu bleiben.....aber, es geht nicht.

Wir haben dann die Idee gehabt, daß ich mich aufnehme. Sobald ich dann das Knöpfchen drücke.......Ist der Kleber und der Beton
wieder da :-)

Mein Lehrer, der sehr zufrieden mit mir ist, meinte, daß das mit wachsendem Können und mit wachsender Spieltechnik verschwinden
wird.

Nur mal so nebenbei.....im "normalen" Leben bin ich ein lockerer, selbstbewußter Mensch!!

Hat jemand von Euch auch solche Erlebnisse?

Mit einem lieben Gitarrengruß
Thomas
Lieber Gruß Thomas 8-)

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Re: Lampenfieber

Beitragvon GuitarTommy » Fr 10. Nov 2017, 12:06

Eins habe ich noch vergessen:

Diesen Klebe-und Versteinerungszustand habe ich nur beim Picking...... nicht beim strumming.

Nur der Ordnung halber :-)
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Re: Lampenfieber

Beitragvon karioll » Fr 10. Nov 2017, 12:17

Ja, das kenne ich auch.

Das Publikum macht was mit einem, und ein Aufnahmegerät ist schon Publikum, auch der Nachbar hinter der Wand kann eins sein. Ich habe es auch oft, dass ich beim Lehrer schlechter spiele, als zu Hause, und beim Singen ist das ganz gravierend, ich trau mich nicht mal im Wald zu singen, weil ich denke, irgendwo läuft einer, den ich nicht sehe, und hört was. :lol: Die Stimme macht einfach nichts, was sie sonst kann.
Das gibt sich erst, wenn man den Song im Schlaf kann und wenn man sich dann auch drauf konzentrieren kann, was man da grad macht. Und sich selber verzeiht, dass man kein Weltklassemusiker ist, sondern "nur" einfach schöne Musik machen will.

(Das Nur in Anführungszeichen, denn es ist kein Nur, es ist etwas Wesentliches, jedenfalls für mich)

Lass dich nicht irritieren, das haben die meisten in unterschiedlichem Ausmaß, einer weniger, einer mehr.

Und lass es keine selbsterfüllende Prophezeihung werden, wenn möglich, und auch keinen Reflex, wie beim Pawlowschen Hund.

Nur selten müssen Karrieren deshalb abgebrochen werden ;)
Zuletzt geändert von karioll am Fr 10. Nov 2017, 12:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Lampenfieber

Beitragvon GuitarTommy » Fr 10. Nov 2017, 12:25

In der ersten Hälfte hast Du mir Mut gemacht :-)
In der zweiten Hälfte nicht mehr :-)

Spaß beiseite.....es ist halt so.
Wenn man etwas neues lernt, möchte man eben wissen, ob man alleine steht mit gewissen Problemche.
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Ruby1 » Fr 10. Nov 2017, 13:16

Ich kenne das auch. Da gibt es Songs oder Übungen, die ich zu Hause im Schlaf behersche. Kaum hört jemand zu, möchte dieser jemand meinen, ich hätte die Gitarre erst seit einer Woche in der Hand. Die Hände wollen nicht mehr das tun, was ich will. Kamera ist genauso, wobei ich sagen muss, dass es sich mit jeder Aufnahme bessert. Also nicht aufgeben. Irgendwann wirds.
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Re: Lampenfieber

Beitragvon karioll » Fr 10. Nov 2017, 13:32

Tommy, was hat dir den Mut genommen? Das wollte ich nicht.
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Harald » Fr 10. Nov 2017, 14:07

Na ich glaube, das kennt wohl jeder. Versuch's doch mal mit einem Schluck Wein vor dem Auftritt - kein Bier, das macht müde und Schnaps schon erst recht nicht. Aber das Wichtigste ist, glaube ich, dass Du die Stücke wirklich sicher spielen kannst. Und dazu hilft eben nur Üben ...
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Re: Lampenfieber

Beitragvon GuitarTommy » Fr 10. Nov 2017, 14:30

Danke Ihr Lieben.....
Ich denke auch das das mit wachsendem Können
Verschwindet :-) Bin da Optimist!!!!

Karioll....Du hattest erst von diesem Pianisten
geschrieben.....oder werde ich alt? :-)
Lieber Gruß Thomas 8-)

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Re: Lampenfieber

Beitragvon GuitarTommy » Fr 10. Nov 2017, 14:38

Lieber Harald.....auch bei einem Gläschen habe ich schon Gitarre gespielt. Das jeweilige Stück ist dann nicht mehr wieder zu erkennen :-) :-)
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Scorpi » Fr 10. Nov 2017, 16:30

Huhu

Ich finde nicht das man den Aufnahmeknopf mit einem Publikum vergleichen kann :?

Ich lasse immer eine Aufnahme mitlaufen so kann ich mich selbst kontrollieren und dann sowieso erst entscheiden ob das jemand anders hören darf oder nicht.

Publikum ist da anders da gibt es nur den Moment entweder versaut man ihn oder man verzaubert ihn .

Ich selber habe noch nie live gespielt oder gesungen da hab ich Angst davor :( der Reiz ist schon lange da aber die Angst mind genauso lange

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Re: Lampenfieber

Beitragvon GuitarTommy » Fr 10. Nov 2017, 18:04

Da kann ich dich absolut verstehen. Momentan kann ich mir das auch nicht vorstellen.
Vielleicht sollten wir eine Selbsthilfegruppe gründen :-)
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Kraich » Fr 10. Nov 2017, 18:17

Zu der Selbsthilfegruppe könnte ich mich auch gleich anmelden.
Ging mir auch schon so. Ein Zuhörer wollte mich trösten und sagte mir, dass er meinte das Stück erkannt zu haben (war Banks of Ohio).
War nicht wirklich tröstend. :lol: :lol: :lol:

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Re: Lampenfieber

Beitragvon GuitarTommy » Fr 10. Nov 2017, 18:22

Oh......dieser Komentar war wohl die Höchststrafe :-(
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Ruby1 » Fr 10. Nov 2017, 18:24

Zu der Selbsthilfegruppe könnte ich mich auch gleich anmelden.
Ging mir auch schon so. Ein Zuhörer wollte mich trösten und sagte mir, dass er meinte das Stück erkannt zu haben (war Banks of Ohio).
War nicht wirklich tröstend. :lol: :lol: :lol:
OMG
Davon bräuchte ich wohl nur ein Erlebnis und wäre auf Lebenszeit verstört.
Ich hoffe, Du hast den Mut es weiter zu versuchen. Ich wäre dafür zu dünnhäutig. Leider.
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Re: Lampenfieber

Beitragvon GuitarTommy » Fr 10. Nov 2017, 18:27

Wir Künstler sind halt sensibel :-)
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Kraich » Fr 10. Nov 2017, 19:11

Naja, war so eine Art Vorspielen der Schüler meines damaligen Gitarrenlehrers - in der Art hatte ich nichts mehr gemacht. :lol:

Kam mir schon von daher komisch vor, dass fast nur Kinder vor Ihren Eltern vorspielten. Alle anderen erwachsenen Schüler hatten anscheinend
vorsorglich schon von vornherein abgesagt.
Dann hatte ich natürlich auch gleich die richtigen Fehler gemacht
- Saiten vor dem Vorpielen noch neu aufgezogen, verstimmt sich die Gitarre so nett.
- Zwei Stücke in unterschiedlicher Stimmung herausgesucht, so dass ich zwischen beiden noch umstimmen musste. Ist doch nicht so beruhigend wie gedacht.
- nicht zuhören, wie und wo wir uns zum Vorspielen hinsetzen sollen - stellte meinen Hocker so Nahe zum Publikum, dass ich beim Gitarrespielen, das Weiße im Auge der Leute in der ersten Reihe sehen konnte.
... :lol:


Zu der Zeit gab es bei uns in einem Irischen Pub auch die Möglichkeit sich einmal die Woche zu einem "Hausmusik-Abend" zu treffen, konnte mitspielen und singen, wer Lust hatte.
Beim gemeinsamen Spielen war das Lampenfieber kein so großes Problem. Ist schon eine unterschiedliche Situation vor Publikum etwas vorzuspielen oder mit Gleichgesinnten etwas zusammen zu spielen.

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Re: Lampenfieber

Beitragvon GuitarTommy » Fr 10. Nov 2017, 19:25

Aber es ist doch erstaunlich wie unterschiedlich jeder damit umgeht.
Meine Freundin hat aus Späßchen am Anfang mit mir Akkorde geübt.
Sie hat kein ausgeprägtes Rythmusgefühl..... kann 6 Grundakkorde so halbwegs.
Wenn wir Besuch haben spielt sie ihr Ding runter.....ohne Scheu und ist stolz wie Oskar :-)
Keine Spur von Lampenfieber :-(
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Re: Lampenfieber

Beitragvon schalk70 » Fr 10. Nov 2017, 20:33

Hi,

das ist wirklich zum Teil sehr erstaunlich, wie sich manches völlig anders anfühlt, sobald jemand zusieht oder -hört...
Ich glaube, da kommt es auch ein wenig drauf an, wie viel Selbstdruck man da aufbaut; wenn Deine Freundin das so locker runterspielt, dann macht sie sich wahrscheinlich nicht groß den Kopf, was alles schief gehen könnte, weil sie ja weiß dass sie eigentlich nicht so gut ist ( jetzt nur auf die eigene Einstellung darauf bezogen - nicht wie es tatsächlich ist :!: )
Du machst Dir wahrscheinlich ( wie ich auch ) einen Mordskopf wie das wohl klingt und schon geht ein Teil der Lockerheit und der Konzentration dafür drauf.
Ich singe ja ( für manche ) bekanntlich in einem Chor. Da und auch als Fastnachts-Hofsänger im Ort steht man nicht nur in der Reihe sondern ist auch u.U. mal solistisch ausgedeutet, ganze Lieder oder die Strophen vorzutragen...auf der Bühne vor 200/300 Leuten kein Ding ( na ja, eigentlich schon :roll: ), aber wehe Frau und Kinder sagen zuhause "Echt, du darfst wieder solo? Sing doch mal"...NO WAY...was sagt die die königsblaue Seele: datgehtgaanichhömma... Da mach ich mir total ins Hemd...total bekloppt. Eigentlich müsste das umgekehrt sein...

Soweit zu "komisch"...

Uwe
Kennst du den Mythos..?

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Re: Lampenfieber

Beitragvon karioll » Fr 10. Nov 2017, 20:54

Tommy, ja das von dem Pianisten stimmt, hatte ich geschrieben. Ich habe das weggenommen, sofort korrigiert, weil ich erst nochmal nachlesen wollte, ob das wirklich so war.

Beim Suchen fand ich dann das.
http://www.zeit.de/2003/41/C-Lampenfieber

Ich erinnere mich, wie ich mit meinem Gesangslehrer geübt habe, wie man auf die Bühne geht, von welcher Seite, mit was für einer Art Schritten, wann man zum ersten mal ins Publikjum blickt, wie man den Hocker hinstellt und ob überhaupt, ob und was man ansagt, dass man sich das zu Hause vorher überlegen muss, wie das Profis so eben machen ;), die haben sogar Schreiber für 2 Sätze, und was man macht, wenn die Gitarre plötzlich nicht stimmt. Ich musste das im Unterrichtsaum x mal vormachen, das kam mir vielleicht komisch vor, aber ohne ging es eben nicht. Das geht gerade bei Profis nicht so von allein habe ich mir erklären lassen, die nehmen sogar eingie Schauspielstunden, aber wie im Zeitungsartiekel auch steht, die es am nötigsten haben, eben nicht. Das hat mir unglaublich geholfen, damit war ich beschäftigt und kam mir dadurch sicherer vor.
Für die Aufnahme zu Hause kann man doch genau so genaue Abläufe definieren und die voher 10 x trocken üben, egal wie blöd es einem vorkommt.

Bei jedem hilft ja was Anderes, bei mir ist es das: vorher genau zu übelegen, was ich wann und wie mache. Auch überlegen und üben, was mache ich wenn es schief läuft.
Allerdings beim Singen ist die Hemmung bei mir größer und da hilft bloß ganz extrem viel üben bei mir.
Aber gute Musiker üben ja auch viel, die haben mindestens einen 8-Stunden Tag damit, da muss ich mich nicht wundern, bei meinem wenigen laienhaften Üben, und zum Teil gar nicht üben, dass ich da unsicher bin. Also alles geht mit rechten Dingen zu ;)

Mark Twain hat wohl geasagt: "Das menschliche Gehirn ist eine großartige Sache. Es funktioniert vom Moment der Geburt an – bis zu dem Zeitpunkt, wo du aufstehst, um eine Rede zu halten."

Und hier ein anderes Zitat:
Die Ursache (für das Lampenfieber. Einfügung von Karioll)aber sei für alle gleich, sagt Mahkorn (Oberärztin an der Bonner Uniklinik). „Es sind leistungsorientierte Perfektionisten mit hohem Ehrgeiz. Sie sind mit sich selbst zu streng und hadern im Rückblick über jeden Fehler.“ So entstehe ein Teufelskreis. Das Scheitern werde vorweggenommen, obwohl es gar nicht passiert ist. Dadurch erhöht sich die Angst vor dem Auftritt. Mit den Jahren kann das Lampenfieber immer stärker werden. Die Künstler greifen zu Alkohol, Drogen und Beta-Blockern, die das Herzrasen senken. Irgendwann ist dann der Punkt erreicht, an dem der Künstler seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.

So weit wirst du es nicht kommen lassen, die Lösung steckt ja im Text: verzeih dir Fehler und das mit dem Alkohol&Co las einfach auch außen vor. Leistungsfähiger Perfektionist zu sein, ist ein sehr anstrengendens Leben, das war früher mal in anderm Zusammenhang vielleicht nötig, aber nun ist es überflüssig und hindert dich. Es dauert aber Jahre, bis man das lassen kann, selbst wenn man weiß, dass es nicht mehr nötig ist, denn es dauerte harte Jahre, bis man dazu gemacht wurde (so ist man ja nicht geboren).
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Re: Lampenfieber

Beitragvon GuitarTommy » Fr 10. Nov 2017, 22:01

Ja Uwe.....natürlich mache ich mir einen Kopf. Ich liebe halt das was ich seit Monaten neu entdeckt habe :-)
Ich habe zwei sehr empfindliche Ohren.....und gerade als Anfänger werden die halt oft strapaziert.

Schön zu lesen....das jeder so seine eigenen Dinge zu bewältigen hat!!
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Re: Lampenfieber

Beitragvon GuitarTommy » Fr 10. Nov 2017, 22:06

Coole Sätze von Mark Twain.....die absolut zutreffen :-)
Noch sehe ich es auch noch nicht als großes Problem.
Würde halt nur gerne auch mein gelerntes 1 zu 1 zum Besten geben.......

Aber keine Angst...... irgendwann ......so in drölftrilliarden Jahren werde ich es wohl überwunden haben :-) :-)
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Hawky » So 12. Nov 2017, 08:12

Moin,Moin, ihr Lieben,

ihr behandelt da ein sehr interessantes Thema wie ich meine.

Es ist schön zu lesen, dass wir mehr oder weniger alle das gleiche Problem haben oder hatten.
Schön deshalb, weil keiner von uns allein ist und man sich austauschen kann.

Ich in persona nehme mich da nicht aus. Sicherlich möchte man " es " gut machen und freut sich über Anerkennung.
Ist es doch des Künstlers Brot wenn es dem Publikum gefällt und man Applaus erntet. Lange habe auch ich mit mir gehadert,
ich singe nun mal gerne und eigentlich ist mein Gitarrenspiel nur Beiwerk. Als ich angefangen habe, hatte ich vor meinem inneren Auge mich singend am Lagerfeuer sitzen sehen mit der " Klampfe " in der Hand. Mehr nicht!

Wenn man aber loslegt und beides in Einklang bringen will, fangen die Probleme an. Wie stellt man es an das die Stimme zum Klang der Gitarre passt oder muss man es andersherum machen? Keine Ahnung hatte ich, ich wollte doch nur..... :roll:
Jo, und wie man da so ausprobiert und vor sich hinträllert, kommen da Kommentare wie: kannst du mal die Tür zu machen? " oder wie " machst du da noch lange? " uvm. Was heißt das denn im Umkehrschluss für einen Anfänger? Höre bloß auf , ich kann es nicht mehr hören? Da macht man sich seine Gedanken! Aber genau da kommt man an einen Punkt, wo man anfängt sich zu hinterfragen ..... Zweifel kommen auf..... war das sooo schlecht? Das wird wohl nie was mit deinem Wunsch? Und wenn du dann keine Möglichkeit hast, dich darüber auszutauschen! Du denkst ja " du bist der EINZIGE MENSCH auf dieser Welt der diese Probleme hat" , dann hast du entweder ein wahnsinns EGO und beißt dich durch oder du verziehst dich in dein Kämmerlein und deine kleine künstlerische Ader wird je verkümmern.

Ich habe einen Kumpel, der mich zur Gitarre gebracht hat und mit ihm konnte ich mich austauschen und abgleichen. Bis ich dann später im Internet auf dieses Forum stieß, was für ein Glück, ich war nicht mehr allein.

Ich für mich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich mich ja nicht vom Gitarrenspiel ernähren muss und so frei weg von der Leber meine Liedchen für mich trällern kann. Es ist sehr schön wenn man hört, oh das hörte sich aber gut an, geht natürlich runter wie Öl, nur wenn was daneben geht, davon wird die Welt nicht untergehen.

Wenn du da angekommen bist, kannst du dich ganz anders entfalten. Denke beim Spielen an die Symbiose zwischen dir und deiner Gitarre und blende alles andere um dich herum aus..... denke du bist allein mit deiner Gitte.... fühle deinen Song......

LG Uwe

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Re: Lampenfieber

Beitragvon GuitarTommy » So 12. Nov 2017, 08:47

Ja Uwe.....das sind alles wahre Worte.
Ich habe diese Symptome schon wenn ich meinem Lehrer vorspiele :-)
Nun aber auch mal einen Fortschritt:
Hatte gestern Unterricht und habe recht gut vorgespielt.
Habe mir vorher "gesagt"....daß ich mich freue meinem Quälix dieses schöne Lied vorzuspielen und zu zeigen was ich KANN!!!! NICHT was ich nicht kann :-)
Zumindest.....gestern hat es geklappt:-)

.
Lieber Gruß Thomas 8-)

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Tooza
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Tooza » So 12. Nov 2017, 09:16

Guten Sonntagmorgen ,Thomas und auch an alle anderen!
Erstmal: Super super ,saß es gestern für Dich stimmig war und : auch hilfreich,wenn du dich so gut positiv einstimmen kannst auf das Schöne !
Haben wir doch irgendwie alle,dass die Hände u/o.das Stimmchen flattert,wenn wir vorspielen.
Die Gitarrenlehrer kennen das sicher von ihren Schülern.
Meine Erfahrung war neulich,dass ich gut mit dem Lehrer zusammen spielen konnte,aber mich total verhaspelte,nachdem er mir was Neues gezeigt hatte. Habe mich dafür ziemlich runtergemacht,bis ein Profi mir erklärte,wie nachlässig der Lehrer mit Erklärungen war.
Mein neuer Lehrer vermittelt genau dieses Selbstvertrauen , auch mal nachzufragen bzw. Stopp zu sagen,wenn man verunsichert ist. Damit klappt das Vorspielen plötzlich viel besser !!
Du bleibst dran,ganz klar....und freu dich über das gestrige Erlebnis!!! So long .....Tooza

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Re: Lampenfieber

Beitragvon GuitarTommy » So 12. Nov 2017, 09:26

Hallo Tooza :-)
Nette Worte ......danke.
An meinem Lehrer liegt es nicht.
Das ist eine absolute Bereicherung für mich....ihn zu haben. Er wirkt eher beruhigend auf mich :-)
Er sagte mal.....der Satz der im Unterricht am häufigsten vorkommt ist: "Zuhause hört sich das gut an". Er sagt dann immer..... das ist alles ganz normal und es nützt ja nichts......daß er mit nach Hause kommt..... :-) :-)
Aber Du hast recht.....ein Lehrer hat wichtige Aufgaben und viel Verantwortung.
Ob die sich alle dessen bewusst sind?
In dem Sinne.....
Weiterhin viel Spaß am musizieren.
Lieber Gruß Thomas
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