Frustration nach 7 Jahren lernen

Hier könnt ihr eure eigenen Gitarrenvideos zur Diskussion stellen...
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Hawky
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Hawky » Mo 10. Apr 2017, 09:44

Hi Gudrun, ich lese hier fleißig mit und finde deine Ausführungen sehr interessant und auch hilfreich.
Danke dafür, schade das du es wahrscheinlich nicht schaffst nach Dormagen zu kommen.

LG Uwe ;)

Horst1970
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » Mo 10. Apr 2017, 22:46

@Karioll: Gerade dein Beispiel eines Gitarrensolo von Pink Floyds David Gilmour zeigt einem, wie eine Selbstbeschränkung auf wenige Töne und ungemein viel Gefühl für eine tolle Atmosphäre sorgen. Stimmt, das Griffbrett wird von unseren Vorbildern nur selten in allen möglichen Lagen bearbeitet. Selbst wenn man anfangs auf eine Lage der Pentatonik begrenzt ist, kann man so wohl bessere Ergebnisse erzielen, anstatt ohne musikalisches sowie rhythmisches Feingefühl das Griffbrett zu erkunden.

Gruß
Horst
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HohesC
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon HohesC » Mi 12. Apr 2017, 09:41

Hallo Horst,

zunächst als kleines Trostpflaster: Flaue Phasen, wo man quasi keine Fortschritte macht, sind völlig normal und da kommt so ziemlich jeder mindestens einmal hin. Laß den Kopf nicht hängen und mach auf jeden Fall weiter!

Mit der Suche nach einem Lehrer hast Du schon einen richtigen Schritt gemacht, aber so wie Du es beschreibst, hast Du wahrscheinlich den falschen erwischt. Es kann echt nicht sein, daß er Dich monatelang auf der Pentatonik rumdudeln läßt und nix dabei rauskommt. Der Bursche macht es sich da anscheinend recht einfach ...
Die Penta ist ja eigentlich nur das ABC und erst durch den richtigen Mix an Buchstaben (= Tönen) und der Betonung wird eine Sprache bzw. Musik daraus. Unsere Sprache haben wir Wort für Wort gelernt und weiter verfeinert und so sollte Dein Gitarrenlehrer Dich auch ranführen.
Mit der Pentatonik hast Du ein gutes Gerüst, wo Du Dich auf sicherem Tonterrain bewegst. Allerdings kommt erst mit Betonungen und Spieltechniken richtig Leben in die Bude.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß man mit Blues jede Menge lernen kann, gerade auch Improvisation, aber ist das überhaupt die richtige Musik für Dich??? Wenn Du damit so gar nichts anfangen kannst, hat es wahrscheinlich wenig Zweck. Falls Du Blues jedoch magst, eröffnet Dir das ein weites Feld. Du kannst ja in der Tube Unmengen an Bluestiteln finden und Dich dort gut "einhören". Dann wäre mein Tip, zunächst Blues erstmal nur mit Akkorden zu spielen. Das hilft ungemein, um das Feeling zu bekommen und sich einzugrooven. Ohne geht da nix!

Bevor Du weiter Frust schiebst, rede doch mal mit Deinem Lehrer. Wenn das nicht hilft, schau Dich nach einer Alternative um, damit Du den Spaß nicht verlierst.

Ich drücke Dir die Daumen und würde mich freuen, wenn Du uns berichtest, wie's weitergelaufen ist.
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » Mi 12. Apr 2017, 23:16

@HohesC:

Habe jetzt erst mal eine einwöchige Gitarrenpause eingelegt und versuche mich ein wenig zu sammeln. Das gezielte und wohl zu verkrampfte Lernen für die nächste Gitarrenstunde ist jetzt erst einmal aufgrund der Osterferien außer Kraft gesetzt. Nächste Woche geht es weiter und da muss ich auf jeden Fall das Gespräch mit dem Gitarrenlehrer suchen. Bin mal gespannt, wie er reagiert. Die Stunde vor den Osterferien habe ich mal einen etwas weniger bluesigen Backingtrack vorgeschlagen und gemerkt, dass der Lehrer sich hier ein wenig umorientieren musste und erst einmal nicht seine Blues-Standards zum Besten geben konnte. Da wurde mir schon bewusst, dass dies sein Spezialgebiet ist. Bei mir lief es eine Priese besser, da ich meine holprigen Bendings erst einmal weglassen konnte. Der Backingtrack war eher im Classic Rock mit ein wenig Psychedelic angesiedelt.

Was mich allgemein wundert, ist die Tatsache, dass er mir sehr prägnante Licks im normalen Tempo vorspielt und dann erwartet, dass ich davon inspiriert werde. Wenn ich dann Frage, ob das alles a- Moll-Pentatonik war, sagt er, dass er diese erweitert hat, aber eine Erklärung zu weit führen würde. Da frage ich mich, warum er mir nicht ganz behutsam im langsamem Tempo einen Weg zeigt, anstatt wild los zu improvisieren. Habe die Vermutung, dass er nur sein Schema abspielen kann. Es ist wohl auch schwierig, sich im halbstündlichen Rhythmus an die verschiedenen Schüler anzupassen. Anderseits ist es sein Job.

Natürlich muss ich mir auch an die eigene Nase greifen und möchte nicht alles auf den Lehrer schieben. Mir ist aber klar, dass manche Situation einer Neuorientierung bedarf. Werde den Lehrer erst einmal mit dem Wunsch nach einem Blick über den bluesigen Tellerrand ansprechen. Mein Herz geht eher in Richtung des 70er Jahre Hardrocks. Es heißt aber, dass der Blues der Grundbaustein aller Spielarten der Rockmusik ist. Gut möglich, dass es bei mir aber zu weit führt, jetzt monatelang an einem bluesigen Backingtrack festzuhalten.

Wie von Karioll angemerkt, wundere ich mich, dass der Lehrer nicht einlenkt, wenn ich die fünf Lagen der a-Moll-Pentatonik orientierungslos rauf- und runterspiele.

OK, ich bleibe am Ball und werde weiter berichten

Gruß
Horst
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon HohesC » Do 13. Apr 2017, 09:54

Das liest sich so, als wenn der Lehrer außer Blues nix anderes kann und zudem auch nicht in der Lage ist, seine Kenntnisse zu vermitteln ...

An Deine Nase fassen mußt Du Dir nach m.M. gar nicht, denn es ist Sache des Lehrers, mit einem vernünftigen didaktischen Konzept den Schüler auf dessen Kenntnisstand abzuholen und gezielt weiterzubringen. Sicherlich gibt es im Unterricht auch immer mal Stoff, der nicht so richtig schmeckt, aber das kann sich nicht über Monate hinziehen.
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon GuitarBoy » Do 13. Apr 2017, 20:22

Ich versuche ja schon lange einen Gitarren Lehrer zu finden in meiner Umgebung der bezahlbar ist.
Deine Story hilft mir sehr auch ohne Lehrer weiter zu machen. Wenn ich mir vorstelle das ich da sitze. Er spielt da seine Licks und hat dann keine Zeit diese auch zu erklären. Kommt mir fast vor als würde er dich als Publikum sehen, denn wenn er nichts erklärt kann er auch nicht daran denken das er dir dies näher gebracht hat. Wäre er ein Lehrer in der Schule und würde eine Fremdsprache lehren würde es ja so aussehen: Er ließt ganz flott eine Geschichte in der Fremdsprache vor und wenn die Schüler dann fragen worum ging es da? Sind da auch Worte bei die nicht im Schulbuch vorkommen? Er antwortet nun: Ja ich habe einige Worte dazu genommen aber die zu Erklären würde zu weit führen.
Kann man nun erwarten das die Schüler ihren Wortschatz in der Fremdsprache verbessert haben?

Erliegt bestimmt nicht nur am Lehrer aber so wie sich das liest hat er einen grossen Anteil daran. Er kann dich wohl nicht da abholen wo du stehst.
Ich würde ganz schnell ein eindringliches Gespräch mit ihm führen. Denn jede Stunde bei ihm in der nichts rüberkommt ist vertane zeit und dein Geld kannst du auch besser ausgeben.

Ich hoffe ihr findet ein richtiges vorgehen im Unterricht sodaß ihr irgendwann mal euch gegenseitig die Hammer Licks um die Ohren haut.
Gruß aus Bonn
Dirk

Hier gibt es Dormagen fürs Wohnzimmer

https://www.youtube.com/watch?v=u2Wp9M4 ... F50lLiM-my :shock:

Sing like no one ist listening, dance like no one is watching.

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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon karioll » Fr 14. Apr 2017, 00:55

Horst, bevor du deinen Lehrer frustriert verlässt, rede unbedingt mit ihm, was du brauchst! Ein guter Lehrer ist Gold wert, aber nicht immer können alle Gedanken lesen.

Bitte um kleinere Portionen und/oder andere Playbacks und sag ihm auch, dass du das lernen willst und es dir nicht hilft, wenn er immer wieder da was raus haut, was noch nicht für dich machbar ist. Sag ihm auch freundlich und klar, wo dein Frust liegt im Unterricht. Mit "im Stillen wundern" ist keinem geholfen

Deine Ansprüche sind keineswegs zu hoch, aber den Weg musst du leichter gemacht bekommen. Das geht nun mal am besten mit gutem Lehrer. Alles ist früher oder später spielbar, kommt auf das Geschick und den Zeitaufwand an, wie man es lernt. Aber so Einiges, eine Riesenmenge, geht ganz normal zu lernen

Schlag ihm auch deine Songs aus den 70ern vor, die Jungs damals spielten auch alle so um die 5 bis 10 Jahre, da kann man bestimmt Solos finden, die machbar sind.
Es gibt auch einfache Instrumentalstücke aus den 50ern und 60ern, die Vorläufer der schnellen Rocknummern, die geben auch viel zum Üben her und machen Spaß! Wenn du sowas magst, kannst drüber nachdenken: (hab jetzt nicht geprüft, könnte aber Am sein, ohne große Raffinessen, kannst dich drauf konzentrieren, den Takt zu halten, kannst später die Läufe woanders einbauen, falls sie dir gefallen.)
https://youtu.be/owq7hgzna3E
Wenn nicht dann nicht, wollt bloß zeigen, dass du in alle Richtungen denken kannst. Als Am-Pentatonik-Übung jedenfalls schön.

Der Lehrer aber hat die Songliste, nach der er dir was Passendes suchen muss nach deinen von dir genannten Lernzielen. Level, Geschmack und Spaß, das sollte er zusammenbringen mit dir gemeinsam.

Aber vergiss dabei das Metronom nicht. Immer mit bequemem Tempo genau den Klick treffen, am besten, den Ton möglichst oft so genau auf den klick setzen, dass du ihn nicht hörst. Kannst das ja spaßeshalber mit dem Bleistift auf der Tischplatte machen, genau über Klick vom Metronom klopfen, dann wirst du dich wundern, wie schwer das ist. Aber dazu ist das Üben ja da, um das zu lernen. Dann statt Bleistift Gitarrenton. Dann mehrere Töne genau zwischen die Klicks. Usw.

Und immer, wenn was länger nicht funktioniert, ist die Portion zu groß, ganz einfache Regel! Dann kleinere Stücke, Halbtakt für Halbtakt Solos deiner Vorbilder!
Mit Üben kann man der Natur ein Schnippchen schlagen.

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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon schalk70 » Sa 15. Apr 2017, 15:38

Hallo Horst

Ich hab mir mal deine anderen Videos angeschaut - die alten mit der Konzertgitarre...
Da gehts doch auch halbwegs. Es liegt also nicht an einer prinzipiellen Unmusikalität oder mangelndem Talent... ;)

Nach meinem ersten Eindruck ist entweder Blues als Rhythmus nicht so Deins oder die Methode deines Lehrers ist nichts, was Dir weiter zu helfen scheint.

Ein Arbeitskollege von mir macht nebenher Musik ( Tox-x und Daisy und die Panzerknacker; hast du evtl. schon mal gesehen ). Der wohnt in Darmstadt. Ich frage ihn mal ob er selber unterrichtet oder ob er einen guten Lehrer im Kreis Darmstadt/Pfungstadt kennt, der dir etwas besser helfen kann.

Nicht verzweifeln - ich habe ein knappes halbes Jahr rumgestümpert, bis man das Intro zu Dust in the wind halbwegs als genau das erkennen konnte...

Das mit dem backing track und der Pentatonik hab ich auch so angefangen wie es karioll beschrieben hat - basierend auf dem Buch von Andi Saitenhieb, das zusammen mit den dazugehörigen Audiofiles ein super und zu empfehlender Ausgangspunkt, was Blues angeht. Da ist eine CD mit bei, auf der ist alles aus dem Buch eingelesen und -gespielt. Das kann man auch in der Bahn oder im Auto hören und sich "erklären" lassen.

Uwe ( der hessische 8-) )
Kennst du den Mythos..?

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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon schalk70 » Sa 15. Apr 2017, 15:42

Er hat schon geantwortet...er kennt leider niemanden; unterrichtet selbst leider auch nicht - sorry
Kennst du den Mythos..?

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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » So 16. Apr 2017, 14:09

Hallo karioll, Guitar-Boy und schalk70,

danke für eure weiteren Rückmeldungen und Tipps!

Mal schauen, welchen Plan B der Lehrer anbieten kann, wenn ich diese Woche wieder Unterricht habe. Fakt ist, dass ich seine Lerninhalte derzeit nicht umsetzen kann und ich ihn darauf ansprechen werde. Gut möglich, dass mir der Blues allgemein nicht so liegt. Da werde ich ihn um Alternativen bitten. Er müsste dann ja entscheiden können, ob es an der stilistischen Ausrichtung liegt und ich womöglich andere Rhythmen leichter verinnerlichen kann. Die Grenzen zwischen Blues und Rock sind oft ja auch recht fließend, so dass ich ein paar Blues-Licks auch im normalen Rockkontext einsetzen könnte. Hardrock der Marke Deep Purple und Led Zeppelin ist ja teils recht bluesig, aber dann doch sehr anders als jetzt B. B. King & Co.

Danke für den Buchvorschlag, schalk70. Wenn ich wieder etwas Land sehe, kann ich das Buch mal antesten. Es ist verständlich, dass berufstätige Hobbymusiker wie dein Arbeitskollege wohl in erster Linie aus Zeitgründen keinen Unterricht geben. Habe auch gerade mal kurz in meine alten Bilddokumente meines damaligen Lernens hineingeklickt. Womöglich hätte ich da mehr am Ball bleiben sollen. Neben Guitar TV war ich da ja ein kleiner Peter Bursch-Fan und muss sagen, dass mich damals seine unkomplizierte Art überzeugt hat. In Internetkreisen wird er zu Unrecht oft als Allthippie belächelt. Sicherlich ist bei ihm einiges oberflächlich, aber er hat in all den Jahrzehnten vielen Leuten einen unkomplizierten Zugang und Einstieg ermöglicht.

Gruß
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon korgli » So 16. Apr 2017, 14:33

hi
Gehe ich Recht in der Annahme, dass du alleine spielst ?
Also für dich alleine ?

Kann nie funktionieren.

fredy
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » So 16. Apr 2017, 15:34

Korgli, denke mal, dass die meisten hier alleine spielen. Sicher meinst du, dass man beim Musizieren mit anderen sehr viele positive Impulse aufnehmen kann. Auch die Größen der Rockmusik haben wohl nie in ihrer Anfangszeit für sich alleine gespielt. Sie waren jung und haben mit ihren Kumpels die Schule geschwänzt, um intensiv Musik zu machen. Im gestandenen Alter ist der Neueinstieg wohl sowieso recht holprig, da man kaum Leute mit einem vergleichbaren Niveau findet. Welcher Könner auf seinem Instrument sollte sich dann auf der anderen Seite mit einem grobmotorigen Seiteneinsteiger wie mir abgeben, um einfach so zum Spaß gemeinsam zu musizieren? ;-)

Hast du da vielleicht einen Vorschlag?

Gruß
Horst
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon korgli » So 16. Apr 2017, 16:45

hi horst

Vorschlag - hmmm - suchen :-)
Es gibt immer welche - nur suchen muss man schon.
In Schulen gibt es immer welche, die interessiert sind, ABER eben auch keinen Mut haben, zu suchen.
Machs einfach mal...
Vielleicht ein wenig unverkrampfter rangehen in ALLEM
Also auch einfach mal Töne spielen, die nicht sooooo ganz passen ?

Nix ist einfach - nix ist leicht. Auch das finden von Mitmusikern nicht.
Aber 7J Alleine - kann eigentlich kaum wirklich gut funktionieren. "NUR" mit Lehrer als eigentliche Bezugsperson usw.
Klar - üben muss man viel alleine - aber - Resultate austauschen muss man mitainander.
Stell dir vor ein Fussballer würde 7J Torschüsse üben - einfach mal vorstellen -
Musik kann man schon alleine auch - ABER - bei Gitarre ist meist eine gewisse Grenze gegeben, wenn man alleine alles machen will. - Ausser Ausnahmetalente oder - ich sag mal frech - Ego-Typen.
Und nur mit Playbacks, ist der Spass nicht ganz so gross.
Letztendlich ist es - gefällt es einem was man tut, oder nicht.
Man kann schon auch alleine sein. Kann gefallen....!!! ???

Dein Lehrer scheint auch nicht wirklich interessiert zu sein, nach deinen Schilderungen.
Manche kleine Dinge machen viel aus. Und das fehlt ohne Austausch. Es nützt absolut nix, alle Tonleitern zu können. (Penta,,,,) heisst das ja im Fach.
Man muss Aufnahmefähig sein. Ausprobieren. Einfach tun.
Manche Musiker haben neues erfunden, weil sie sich nicht an manchem orientiert haben, sondern manches "Anders" machten.
Klar ist es gut, noch ein wenig Theorie zu beherrschen und Grundsätzliches zu beherrschen. Es muss aber im Gleichgewichst sein.
Zum Spass, Freude, in kleinen Schritten vorwärts-watscheln. Und auch Meilensteine zu erreichen.
Leider können das viele Lehrer sehr wenig vermitteln.
Auch Mitspieler sind natürlich kein Garant für schneller, besser.
Aber ich rate jedem sich mit andern zusammen zu tun.
Wirst staunen.

Ja viele Grössen haben sich zusammengesetzt und haben Musik gemacht - geübt - naja - sie haben einfach getan und einfach miteinander gesucht.
Einfach die Sachen, die sie schon ein wendig kannten wiedergegeben. Nicht mehr und auch nicht weniger.
Das Zusammenspiel hat dann ein Wettbewerb ausgelöst - oder eben auch Streu vom Weizen getrennt.
Manchen haben mehr Talent - manche weniger - ganz Klar.
Aber ich denke bei Hobbysten ist das nicht so gross im Unterschied.
WENN - man miteinander will und kann.

fredy
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » So 16. Apr 2017, 19:30

Hallo Fredy,

du hast sicherlich Recht, dass gemeinsames Musizieren der Idealfall ist. Aus vielen unbeholfenen Schülerbands sind tolle Musiker hervorgegangen. Das Spielen eines Instruments im stillen Kämmerlein steht absolut nicht in der Tradition des Musizierens. Bei Erlernen eines Instruments in der zweiten Lebenshälfte ist es nicht einfach, Gleichgesinnte zu finden. Oftmals scheitert das dann neben Entfernung sowie unterschiedlichem Niveau auch an der nicht mehr so üppig vorhandenen Zeit. Meist verursacht man sich die halbe Stunde pro Tag einzuplanen. Da muss man am Ball bleiben und auch anderen Ablenkungen widerstehen.

Wenn man sich dann seinem Instrument widmen kann, soll trotz des Anspruchs auch die notwendige Leichtigkeit vorhanden sein. Das gelingt nicht immer. Irgendwie ist die Gitarre bei uns letztendlich auch oft ein kleiner Lebenstraum, den wir uns jetzt erfüllen wollen. Bisweilen habe ich den Eindruck, dass da auch ein gewisses Freiheitsgefühl dahinter steckt. Mit dem Spiel der Gitarre sind ja viele positive Assoziationen verbunden. Bei mir sind es die Helden, der 70er Jahre, die in jungen Jahren mit ihrem Instrument zum Teil völlig neue musikalische Wege beschritten haben. Viele Bilder der gleichzeitig coolen und auch virtuosen Rockstars haben sich in mein Gehirn eingebrannt. Das ist gleichzeitig eine gehörige Motivation, aber auch ein Anspruch, dem man nicht mal ansatzweise gerecht werden kann.

Du hast sicher Recht, dass man vieles ohne zu viel nachzudenken machen sollte und sich von musiktheoretischen Ansätzen nicht bestimmen soll und lieber versuchen soll, die Musik zu spüren. Meinem Eindruck nach ist bei den langjährigen Könnern oft eine Barriere vorhanden, dem Anfänger das Gitarrenspiel zu erklären. Das können nicht viele. Sicher würde sich da in einer Gruppe mit gleichgesinnten Anfängern ein positiver Lerneffekt bemerkbar machen.

Gruß
Horst
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon korgli » So 16. Apr 2017, 19:37

hi horst

Du schreibst, dass du frustriert bist.
Warum eigentlich ?
Ich lese da von Anspruch, Zeitmangel, Leichtigkeit und störrische Finger.
Klar - das mit den Fingern kann ich nachvollziehen.
Aber wer sein Hobby liebt oder seinen Traum erfüllt, der sollte doch die andern Sachen irgendwie WOLLEN ?

Anspruch - ja - das ist so ne Sache - einfach auf dem Boden bleiben.
Welcher Song möchtest du z.b. sehr gerne spielen können ?
Alleine - wohl gemerkt.
Oder wie stellst du Ihn dir vor ?

Langjährige Könner... hmmm - also ich z.b. bin ein langjähriger - ca. 47J spiel ich schon.
Aber können - hmmmm - kann ich noch lange nicht alles, was ich möchte.
Da kommt Dein Zeitmangel zum Vorschein - darum beschränke ich mich auf das, was ich mag.

lg
fredy
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » So 16. Apr 2017, 19:48

Hallo Fredy,

das mit dem zu hohen Anspruch ist ja schon aufgedeckt worden. Hinzu kommt das Verkrampfen, wenn man etwas unbedingt will. Die Momente der Frustration kommen zum Glück nur phasenweise zum Vorschein. Sollte das zum Dauerzustand werden, würde ich ja einfach aufhören. Spass ist ja doch noch vorhanden. Mir sind insbesondere von Karioll ja schon praktische Ratschläge gegeben worden, wie sich für mich der Nebel lichten kann.

Gruß
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » So 16. Apr 2017, 20:03

Welche Songs ich spielen will? Mir würden einige prägnante Riffs und ein paar leichte Soli reichen. Tony Iommi von Black Sabbath mag ich sehr gerne. Gerne würde ich auch was sphärisch getragenes der Marke Pink Floyd ein wenig spielen können. Was ich auch sehr gut finde, sind Eloy, die du ja meines Wissens kennst, wir hatten uns hier im Forum glaube ich mal kurz dazu ausgetauscht. Song: Poseidon' s Creation. Sehr gerne mag auch so Nummern wie "Silver Machine" von Hawkwind. Einen ganzen Song zu spielen würde ich wohl kaum hinkriegen.

Ist das jetzt deiner Einschätzung nach schwieriger oder leichter als Blues der Marke B. B. King und Eric Clapton? Das würde mich interessieren.

Gruß
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon karioll » So 16. Apr 2017, 20:22

Die Begleitung von Silver Machine ist super einfach. Frag deinen Lehrer danach, er zeigt dir das, da wird höchstens zuerst das Handgelenk lahm, weil die Muskeln das erst mitmachen lernen müssen, die bauen sich aber schnell auf, wenn du die Bewegung intus hast.

Ansonsten wird einfach, was du dir Stück für Stück aufbaust. Alle deine genannten Musiken sind für Schüler machbar, kommt auf den Lehrer und das Üben an
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon korgli » So 16. Apr 2017, 20:23

Hi Horst

Schwierig ist relativ.
Also Silver Maschine ist super Einfach - nur - ist sehr Synthilastig. UND - was davon willst du ?
Auch die andern Wünsche die du anbringst sind ja eher Auszüge davon. Eher die Solis.
Soli sind ja nicht ein Song, sondern ein Teil davon.
Und Ohne Begleitung wird das nicht wirklich gut klingen.
Merke - Drummer, Basser, Glöckchenspieler - alle sind letztendlich wichtig für einen Song.
Brain May sagte sogar dass Vocal das wichtigste für einen Song ist. Find ich sicher auch.
Klar kann man Instrumentals spielen.
Aber die Sachen die du ansprichst, sind nun mal Soloauszüge - mehr nicht -

Ob es einfacher ist - würde mal sagen - teils sicher.
Denn Riffs sind eher mechanische Abläufe - Blues eher Feeling Sachen.
Beides ist auf seine Art schwer oder eben nicht. Es gibt da auch Sachen die nicht so schwer sind.
Wobei die Rythmik im Blues mit Sicherheit viel schwerer ist.

Spiel mal Smoke on the water - ist einfach - aber doch nicht - wenn es gut klingen soll.
Manche meinen - mit den Tönen allein ist es getan - DAS ist eben NICHT so.

fredy
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Hawky » Mo 17. Apr 2017, 10:28

Moin, Moin, ihr Lieben....

ich kann nur bestätigen was Fredy geschrieben hat.,Man kann im Kämmerlein daheim für sich lernen,üben, spielen, doch der Austausch von Erfahrungen zwischen den Musikern bringt oft die entscheidene Initialzündung, den Aha Effekt .
Deshalb bin ich ja auch immer wieder so scharf auf Dormagen. Da wird über alles gesprochen und man nimmt immer wieder was Neues mit Heim und wenn es " nur " neue Motivation ist.
Wenn man an dem Punkt angekommen ist, wo man denkt nix geht mehr, sollte man sich nach draußen begeben und sich aus seinen Kokon befreien. Entfalte deine Flügel und mach deine ersten Flugübungen.

LG Uwe ;)

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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon JamesPartoir » Mo 17. Apr 2017, 22:46

Moin,

nur ein ganz kurzes Statement zu dem Talent-Ding und generell dem Spielen und Lernen. Es mag Menschen geben, die mehr, oder weniger Talent für eine Sache haben, woran auch immer man das misst...Aber es gibt auch extrem viele Menschen, die vielleicht weniger Talent haben und dennoch super Musiker, Künstler, oder was weiß ich was sind. Wenn du besser werden willst, dann musst du üben, jeder muss das. Auch die Menschen, die vielleicht mehr Talent haben als du, oder ich. Aber wenn du in dem, was du auf der Gitarre machen willst, gut werden willst, dann setz dich jeden Tag eine Stunde hin und übe, mit vielleicht einem Tag Pause in der Woche. Dann zieh das ein Jahr durch und du wirst sehen, was das bringt. Ist natürlich n riesen Zeitaufwand und unglaublich anstrengend...ich weiß wovon ich rede, aber das wird dich voran bringen, wenn du dran bleibst.

Liebe Grüße,
-James-
Instrumental Fingerstyle Guitar
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Beitragvon korgli » Mo 17. Apr 2017, 23:06

hi

Da kann ich James nur voll und ganz zustimmen.

fredy
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » Mi 19. Apr 2017, 15:00

@Fredy, karioll: Danke für die weiteren Tipps. Habe den Lehrer mittlerweile angesprochen. Als Alternative zum weiteren Üben der a-moll-Pentatonik zu einem Blues-Backingtrack schlug er von sich aus vor, erst einmal ein paar Riffs zu üben. Seine Vorschläge waren u.a. „Eye Of The Tiger“, „Highway To Hell”. Auf meinen Wunsch haben wir uns dann das Riff von “Whole Lotta Love” vorgenommen. Das Riff war mir schon bekannt, wobei ich es, obwohl ich Led Zeppelin-Fan, aber rhythmisch immer falsch gespielt hatte. Dann kann natürlich der Lehrer helfen. Vieles hört man einfach nicht, ich zumindest nicht. Der Lehrer hat darauf hingewiesen, dass das Riff aus Achtelnoten besteht und wies diesbezüglich wieder auf die Rhythmuspyramide hin. Da habe ich ja immer so meine Probleme mit, zumal ich jetzt mit dem Metronom bei 80 bpm üben soll. Mich versetzt das Piepen immer ein wenig unter Druck. Mir ist klar, dass da kein Weg vorbei geht, wenn man etwas rhythmisch korrekt spielen will.
Auf die a-Moll-Pentatonik will der Lehrer dann aber wieder zurückkommen. Mich wundert schon, dass er nicht von sich auf die Idee gekommen ist, einfach mal etwas anderes zu spielen. Er stellte auf einmal in den Raum, dass mir womöglich das Solospiel vielleicht ohnehin nicht liegen würde. Das hört sich fast so an, als ob er darauf gewartet hätte, dass ich nach was anderem frage. Irgendwie schien er aber auf der anderen Seite schon ein wenig überrascht, als ich sagte, dass ich den jetzigen Lerninhalt meiner Einschätzung nach nicht umsetzen kann. Schauen wir mal, wie es weitergeht.

@James: Wir als Späteinsteiger in Sachen Gitarre sind sicherlich oft ein wenig naiv und denken bisweilen, dass viele Sachen ein Spaziergang sind, bis wir schon an kleinen Details scheitern. Die Tatsache, dass sich ohne regelmäßiges Lernen keine Lernerfolge einstellen, dürfte doch wohl jedem bewusst sein. Für meinen Teil übe ich seit rund sieben Jahren fast jeden Tag rund 45 Minuten. Mal konzentriert, mal einfach nebenher leise vor sich hinschrammelnd bei den Nachrichten. Dennoch empfinde ich meinen Fortschritt gerade in den letzten Jahren recht bescheiden. OK, ich darf mich nicht mit anderen vergleichen. Alleine an den Grundakkorden habe ich sicherlich ein Jahr gelernt, ehe ich mit Begleitung ein wenig singen konnte. Die Kurve ist bei mir kontinuierlich abgeflacht und manchmal sogar in einigen Bereichen trotz regelmäßigen Spielens wieder nach unten gegangen. Einige Songs konnte ich passabel begleiten, begann aber mich wohl derart zu verzetteln, dass ich das nach einiger Zeit wieder vergessen hatte. Wie bereits gesagt, trägt ja gerade die Fülle an den ganzen Medien zum Erlernen der Gitarre dazu bei, sich gehörig zu verzetteln. Problematisch ist bei mir womöglich auch die innere Sperre in Bezug auf jegliche Musiktheorie. Ohne Peter Bursch und auch das erste Guitar TV-Buch hätte ich wohl schon nach einem Monat die Gitarre hingeworfen.

Gruß
Horst
Epiphone Les Paul Special (E-Gitarre)
Harley Benton HB-35 CH Vin­tage (E-Gitarre Halbakustik)

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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Ruby1 » Mi 19. Apr 2017, 21:24

Hallöchen

Momentan bin ich ja auch mega frustriert und nehme ich Gitarre weniger in die Hand. Heute, bei unserer Mittwochsgruppe habe ich in einer halben Stunde eine fundamentale Lektion erhalten. Hin und wieder kommt ein Gitarrist, der schon seit 40 Jahren Gitarre spielt. Er nimmt momentan Flamenco Unterricht ( jaaaa auch nach 40 Jahren). Naja, heute war nur der Lehrer er und ich da. Kein Anfänger also. Da habe ich ihn gesagt, dass ich
das mit dem improvisieren überhaupt nicht kapiere. Wie schütteln die Leute einfach so die Töne raus, während ein anderer die Akkorde schrammelt.
Er sagte, das es erst einmal wichtig wäre zu wissen welche Töne genommen werden können. Von den Tonleitern ableitend halt. Ok, das wusste ich schon, aber das macht ja noch nicht den Rhythmus und das Spiel. Dann hat er den Lehrer angewiesen ein par Akkorde aus der Tonart E (#) zu spielen. Währen er da so geschrammelt hat, gab er mir ein par Beispiele, was ich machen könnte. So und jetzt wird's interessant.
Wir spielten en Frage und Antwort Spiel. Lehrer schrammelt. Er spielt ein kurzes Solo mit den vorgegebenen Tönen und ich sollte darauf mit meinen eigenen Solo antworten. Nach den ersten 3 oder 4 Versuchen wollte ich eigentlich abbrechen, aber er ist energisch geblieben und meinte, die Töne sind richtig und ich müsste sie nur schön verpacken. Also er immer verschiedene Melodien vorgespielt über die 2 Takte. Ich habe gut zugehört und habe versucht, was ähnliches zu spielen, ohne es nachzuspielen, was ich warscheinlich sowieso nicht geschafft hätte.
Sein Spiel hat mir geholfen, das ich gleich hinterher in etwas einzutauchen was man Rhythmus nennen kann. Wir hatten nur ca. ne halbe Stunde und am Ende sagte er, das es vom ersten Versuch bis zum Ende eine absolute und deutliche Veränderung zum besseren gab. Man muss sich drauf einlassen können, sich gehen lassen,ohne darüber nachzudenken ob es sich schräg anhört oder sich nicht gleich rausreißen lassen, wenn man doch mal den falschen Ton trifft.
Ich kann nur sagen, die halbe Stunde hat mir den absoluten Kick verpasst. Es war einfach nur schön. Einer schrammelt und 2 improvisieren abwechselnd. Und er hat gesagt, das es immer besser werden wird wenn man ein par Sachen beachtet und einfach nur übt.

Also dann......
LG von Netti
Cordoba GK Studio Flamenco Gitarre
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon karioll » Mi 19. Apr 2017, 22:22

Ruby, toll! Sowas braucht man! Das freut mich nun wirklich für dich!

Und das passiert, wenn man raus geht und mit anderen spielt. Nicht immer, aber immer öfter!

Mir gefällt, wie er dir das mit Frage und Antwort erklärt hat. Das kann man aus keinem Buch oder allein im Zimmer lernen. Da ist dann Gefühl bei.

Hört sich besser an, als ein trockener Verweis auf die Rhythmuspyramide, wenn er weiß, dass die gar nicht verstanden wurde (kognitiv vielleicht, aber körperlich-gefuhlsmäßig nicht)Macht den Unterschied zwischen Sprünge machen und Frust schieben.

Schön finde ich auch die Geschichte von dem erfahrenen Gitarristen, der nie ausgelernt hat. Die neuen Stile bereichern garantiert das Eigene, was man schon so kann. Kann ich nur bewundern, wenn einer neugierig bleibt und mir ne Scheibe abschneiden :-)

Horst, wenn dir das Piepsen vom Metronom die Nerven raubt, dann nimm eins mit anderem Ton. Es gibt ganz viele im Internet kostenlos. Da muss man sich das Leben nicht unnötig schwer machen.
Mit Üben kann man der Natur ein Schnippchen schlagen.


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