G Saite stimmen

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Brina
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G Saite stimmen

Beitragvon Brina » Sa 6. Apr 2013, 13:26

Hallo zusammen, meine G-Saite lässt sich schlecht stimmen und das nicht nur jetzt bei den neuen. Hatte das auch schon bei den werksseitig aufgezogenen. Ich komm nie genau auf den Punkt. Kurz davor schwingt der Zeiger dann immer hoch zum# und schreibt 7B.
Ist das vielleicht normal oder hat jemand 'n Tip?

Liebe Grüße

Ralf
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Re: G Saite stimmen

Beitragvon Ralf » Sa 6. Apr 2013, 13:27

Mikrofon oder Schwingung?

Edit:
Wenn es mit dem Stimmgerät nicht geht:

Möglichkeit 1:
gegriffene D-Saite 5. Bund = g-Saite leer

Möglichkeit 2:
Flagolet D-Saite 5. Bund = Flagolet g-Saite 7. Bund

Brina
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Re: G Saite stimmen

Beitragvon Brina » Sa 6. Apr 2013, 14:59

das Stimmgerät steht vor mir, ist nicht an Gitarre angeschlossen. Oder was meintest du Ralf?

also mit Möglichkeit 1 krieg ich s eingestellt. da schwingt der zeiger dann nicht..

und Mögl. 2 ...den Begriff Flagolet kenn ich leider gar nicht. muss ich mal googlen :)

Aber danke für die andere Variante.

Ralf
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Re: G Saite stimmen

Beitragvon Ralf » Sa 6. Apr 2013, 15:28

Also Mikrofon.

Möglicherweise ist das Eingangssignal für das im Stimmgerät eingebaute Mikro zu schwach. Leg es mal direkt vor dir aufs Knie, vielleicht geht es dann besser.
Zu viele und laute Nebengeräusche kann aber auch eventuell stören.

Flagolet ...
Berühre ganz leicht mit dem Finger die Saite direkt über dem 5. bzw. 7. Bundstäbchen und pick die jeweils einzelne Saite. Du hörst dann Obertöne. Du darfst allerdings nicht zu feste drücken, weil dann geht es nicht.

LG Ralf

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Re: G Saite stimmen

Beitragvon Brina » Sa 6. Apr 2013, 19:29

Danke Ralf, ich werde das mal ausprobieren :)

Ralf
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Re: G Saite stimmen

Beitragvon Ralf » Sa 6. Apr 2013, 19:37

Gern geschehen :)

Hier erkläre ich es noch etwas näher:
http://www.gitarre-lernen-herdecke.de/g ... immen.html

LG Ralf

Brina
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Re: G Saite stimmen

Beitragvon Brina » Sa 6. Apr 2013, 19:41

ah super, sieht erstmal kompliziert aus.. ich werde es mir noch genauer ansehen :)

Ralf
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Re: G Saite stimmen

Beitragvon Ralf » Sa 6. Apr 2013, 19:45

ah super, sieht erstmal kompliziert aus.. ich werde es mir noch genauer ansehen :)
Ist einfacher als es aussieht ... lang einfacher :)

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Re: G Saite stimmen

Beitragvon Steff » Sa 22. Jun 2013, 23:09

Hallo Brina und Ralf,

streng genommen ist das Stimmen ausschließlich mittels Flageoletttönen - außer für Oktavintervalle - falsch.

Flageoletttöne basieren auf der natürlichen Obertonreihe (reine Stimmung), die Tonhöhen der gedrückten Saiten auf der Gitarre basieren aber auf der gleichschwebend temperierten Stimmung und deren Bundanordnung.

Wenn wie auf Ralfs Homepage nach Flageoletttönen gestimmt wird (E-A-D-G), wird die G-Saite im ungünstigsten Fall 6 Cent zu tief sein (und die hohe e-Saite um 2 Cent zu tief).

E-A-D-G der Leersaiten einer Gitarre sind Quartabstände. In der reinen Stimmung betragen diese Abstände 498 Cent, in der gleichschwebend temperierten Stimmung 500 Cent. Daher der Verweis auf die 6 Cent zu tief, denn der Stimmfehler summiert sich von A über D nach G auf.

Das Intervall von G-zu-H-Leersaite ist ein großes Terzintervall. In der reinen Stimmung sollte es 386 Cent betragen, in der gleichschwebend temperierten Stimmung muss es 400 Cent betragen. Daher fallen die 6 Cent für beispielsweise den E-Dur-Akkord mit dem gegriffenen gis auf der G-Saite nicht sonderlich auf (das gis ist in diesem Fall näher an der reinen Stimmung, da E-Gis eine große Terz ist). Das Problem kann nun aber sein, dass andere Akkorde, die auf die G-Saite für die Bildung anderer Intervalle angewiesen sind, schräg klingen (C-Dur, G-Dur etc.).

Die von Ralf vorgeschlagene 1. Methode ist verlässlicher, sie benötigt ein Abgreifen des Tones und damit einen Abgleich mit der von der Bundanordnung vorgegebenen gleischwebenden Stimmung. Schwebungen zwischen den Flageoletts der Leersaiten am 5. und 7. Bund sind also von der gleichschwebend temperierten Stimmung bereits vorgegeben, damit die Leersaiten mit den gegriffenen Tönen und auch möglichst alle gegriffenen Töne in ihren Intervallverhältnissen über das gesamte Griffbrett miteinander stimmig sind.

Zu dem Thema gäbe es noch eine ganze Menge zu sagen. Wer sich für Intonation von Akustik- und E-Gitarren interessiert, kann auf meiner Homepage vorbeischauen. Dort stelle ich mein Sachbuch zu diesem Themenkreis vor (http://stay-in-tune.jimdo.com/)

P.S. Manche Gitarristen stimmen auch noch das Leersaitenintervall G-H per Flageolett. Das ergibt dann einen weiteren Fehler von ca. 14 Cent nach unten. Wird schließlich noch H-e nach Flageolett gestimmt, ist die hohe e-Saite im ungünstigsten Fall genau um ein syntonisches Komma zu tief gestimmt (ca. 21,5 Cent) im Vergleich zum Sollwert. :roll:
Stefan Weckbach | Gitarrist und Autor
Fachbuch "Stay in Tune!" - Wie und warum eine Gitarre intoniert werden muss
http://stay-in-tune.jimdo.com/

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Re: G Saite stimmen

Beitragvon Reinhold » Do 4. Sep 2014, 12:39

Dieses Thema wurde von mir jetzt ganz neu per Video innerhalb meiner YouTube Playlist zusammengefasst und teilweise noch ergänzt.

Den direkten Zugriff auf dieses Video findet ihr hier:
https://www.youtube.com/watch?v=NsC520L ... D&index=46


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