Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Schläge, Zupfmuster und mehr…
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Andreas
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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Andreas » Mo 23. Feb 2015, 09:31

Gefühl muss ja nicht immer nur Schmacht und Herzschmerz sein, Ruby. ;)
Bei Cowboy Bill muss das Spaßgefühl rüberkommen und das bekommt man nach kurzer Zeit gut hin. :lol:
Klingende Grüße aus dem Sauerland!

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Ralf
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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Ralf » Mo 23. Feb 2015, 09:38

Also ich gebe Ralf da mal absolut Recht, allerdings ist es nicht immer leicht, auch wirklich Gefühl in einen Song hineinzulegen. Aber wie hier schon geschrieben wurde, wenn ich einen Song nachspiele, weil er mich selbst gefühlsmäßig anspricht, dann ist das Gefühl doch schon mal da. Dann muss ich es "nur noch" herauslassen. Ich sage zu Ralf jedoch auch ABER: eine gewisse spieltechnische Grundlage muss schon mal da sein. Solange ich mich noch voll darauf konzentrieren muss, die richtigen Griffe sauber zu greifen und dazu noch beim singen die richtigen töne zu treffen, solange kann ich nicht auch noch meine Gefühle in den Song packen. Erst wenn ich ein Lied halbwegs sicher beherrsche, kann ich beginnen, es zu "interpretieren", es zu "meinem" Lied zu machen.
Bezüglich geschlechtsspezifischer Songs, nun da suche ich mir in der Regel nur Titel aus, die auch im Original von einem Mann gesungen werden. In Ausnahmefällen, die ich unbedingt singen möchte, versuche ich dann ebenfalls, den Text entsprechend zu modifizieren. Ich glaube, das ist keine großes "Vergehen", erhöht aber einfach die Glaubwürdigkeit (wobei wir wieder beim Thema Gefühl wären).
Danke Harald :)

Das was du schreibst, gilt ja nicht nur für Anfänger und Intermediates, sondern für alle, die einen neuen Song einüben. Mir geht es da nicht anders als Ina, Kristina, Netti etc. Erst muss ich die Akkorde kennen, dann die Akkordwechsel (vor allem wenn sie nicht Standard sind), dann die Rhythmik, dann den Groove, und danach überlege ich mir, wie ICH das spielen möchte, damit aus einem "Fremdsong" "mein Song" wird.
Auch ein Philharmonieorchester arbeitet so. Erst die Partitur durch und dann sagt der Dirigent (Arrangeur) wie er sich das vorstellt, wie es klingen soll - und da trennt sich die Spreu vom Weizen.

Aber muss es denn immer so originalgetreu wie möglich sein? Um eine bestimmte Technik zu erlernen JA, um eine eigene Version zu präsentieren NEIN. Allein schon die unzähligen Cover von Bob Dylan Songs von völlig unterschiedlichen Künstlern zeigt, dass es nicht nur eine Möglichkeit gibt, einen Song zu spielen.

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Ralf » Mo 23. Feb 2015, 09:48

Ralf,
hab mir jetzt deinen Text den halben Abend durch den Kopf gehen lassen.
ich denke ich verstehe für mich was du meinst.
wenn ich spiele muss ich die Seele der Musik spüren können. oft spüre ich sie aber nur innerlich und schaff es nicht sie nach außen zu tragen, weil mir die Erfahrung, die Möglichkeit der Umsetzung noch fehlt.
wenn ich so einen Moment habe zupf ich einfach irgendwas und lege meine Ohr fast auf die Saiten und genieße auch meine Unwissenheit die mich dann unbefangener macht zu experimentieren.
JAAAA. Genau das ist es! Das ist es, wenn ich sage, "bleibt Kinder im Herzen". Unbefangen und experimentierfreudig an die Sache gehen. Ohr an die Saiten oder auf die Gitarre legen und einfach nur den Klang in sich aufnehmen. Damit hast du schon den Fuß auf der Schwelle zur "Feeling County".

Augen schließen und spielen.
Augen schließen, ein D-Dur anschlagen und fühlen, wie "freudig oder lustig" dieser Akkord klingt, die Stimmung, die er in dir weckt.
Augen schließen, ein F#-Dur in der unteren Lage anschlagen und fühlen, wie "(be)drückend und düster" dieser Akkord klingt, die Stimmung, die er in dir weckt.

Die Wahl der Grundtonart macht also schon aus, wie man Stimmung aufbauen kann.
Das ist übrigens auch der Grund, warum beim Einsatz eines Kapos (damit man den Song überhaupt singen kann), ein Song plötzlich nur noch sch** klingt und gar nicht mehr das transportiert, was er eigentlich aussagt.
Das nur mal so nebenbei. Gilt übrigens auch für Geschwindigkeit/BPM.

Ralf

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Ralf » Mo 23. Feb 2015, 10:01

Ralf, ich unterstreiche auch jedes Wort, das du geschrieben hast. Musik ist mit Gefühl untrennbar verbunden.
Bei mir ist es so, dass ich meiner persönlichkeits-prägenden Kindheit immer gelernt habe, ja keine Gefühle zu zeigen, denn das wäre Schwäche und die zeigt man nicht.
Durch die Musik bin ich inzwischen auf einem guten Weg. Mir passiert es, dass ich anfange zu weinen, wenn ich ein Lied auf der Gitarre begleite und der Text berührt mich. Das ist mir schon oft passiert und ich unterdrücke es nicht...
Im Solospiel ist es schon schwieriger Gefühle rüberzubringen, das geht unter anderem durch Akzentuierung der Melodie und auch Körperbewegungen und Gesichtsmimik. Ich seh mich ja auf meinen Videos und wundere mich schon, dass ich da manchmal so konzentriert sitze und spiele, obwohl bei der Aufnahme die Gefühle doch da waren...

@Kristina: Ich glaube nicht, dass jetzt Leute hier gehemmt werden, ihre Videos reinzustellen. Im Gegenteil, das ist das, was man unter konstruktiver Kritik versteht. Wenn jemand hier etwas reinstellt, erwartet er ja Lob, Kritik und sowas...
...sonst würde er ja seine Lieder nicht zur Diskussion stellen.

UND AUF KEINEN FALL SCHAUT RALF VON OBEN HERAB! Das sag ich mal so jetzt...
LG
Jürgen
Das hab ich letztens auch so im Stillen gedacht, als ich ein Video von dir gesehen habe. Mensch, was sitzt er da wie ein Ölgötze. Hat mir übrigens gut gefallen. Ein bisschen mehr Dynamik, aber ansonsten fing ich gleich an zu träumen.

GENAU! Let the feelings out. Ihr müsst lachen? Tut es. Ihr müsst wütend gucken? Tut es. Ihr müsst weinen? Tut es! Letzteres, harchja, wenn man sich selbst rühren kann ... ja, geht es noch besser? Das, was da passiert, geht schnurstracks in eure Finger (links/rechts). Und wie im Telefontraining gelehrt wird: Wenn ihr anruft, müsst ihr lächeln, das "hört" der Angerufene, so ist das auch beim Spielen. Wenn Steve Vai seine Gitarre "lachen" lässt, dann lächelt Steve auch dabei; wenn Andy Latimer (Camel) in Lady Fantasy das Mittelsolo spielt, steht er kurz vor einem Tränenausbruch. Wenn Carlos Santana in Fleur de Lune oder Europe seine Melanchie rauslässt, dann sieht man es ganz deutlich in seinem Gesicht.

Tja, und ich ... als ich zum ersten Mal Tina, my Heaven on Earth live spielte (und das erste Mal, dass meine Frau es hörte), konnten weder Tina, noch einige im Publikum, noch ich selber Tränen zurück halten. Geht es da noch glaubwürdiger?

Also, Harald und alle ... lasst euren Gefühlen beim Spielen freien Lauf. Es wird euch helfen, eure Songs (Cover oder eigen) doppelt so gut zu spielen.

Ralf

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon uwemeyer » Mo 23. Feb 2015, 10:23

Hallo Ralf,
Ich kann nur für mich sprechen und was ICH als „Leidenschaft“ empfinde.
Ich spiele jetzt ca. 3 Jahre und meine Motivation ist ganz einfach.
….Erinnerung….. Meine Eltern haben für uns Kinder immer gesungen, wenn es zum Campingplatz ging um die Zeit zu überbrücken. Für mich die schönsten zwei Stunden.
Na ja und in dem Alter wo ich jetzt bin, war mein Vater schon sehr krank und nur noch Bettlägerich.
Was kann ein Sohn da noch machen, ausser seine unsere Musik hören und mal ein Bierchen mit ihm trinken.
Das Ganze ist jetzt 25 Jahre her und was ist mir geblieben………unsere alten Lieder………….
Wenn ich so vor meinem Wohnmobil sitze, die Gitarre spiele ist er bei mir und ich bin auf meine Art und Weise Glücklich.
Sentimental, Ja
für mich zufrieden, ja
Ich weiß nicht ob andere die Lieder erkennen, die ich übe, das ist auch nicht wichtig, aber ich kenne den Sinn dahinter und nur das zählt.
Mein Vater hat mir immer gesagt:
„Musik wird als schön empfunden, wenn sie nicht mit Lärm verbunden“
Und so ist es noch heute.
Ich spiele leise und nur für mich und meine Frau.

Deshalb auch meine Musikrichtung von Freddy, Ronny, P. Alexander und co. Sorry „Hardcore“
aber meine Welt

Gruß Uwe

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Ralf » Mo 23. Feb 2015, 11:33

@Uwe

Ob Junge, komm bald wieder, Annabell und die kleine Kneipe oder andere Musikrichtungen ... es ist völlig egal. Wichtig ist, dass dir und deine Frau das gibt, was du suchst oder musikalisch sagen willst. Bei Alexanders Version von dem letzten Walzer sehe ich meine Eltern auf der Goldenen Hochzeitsfeier meiner Großeltern tanzen ... ich weiß also genau, was du sagen willst. (Harchja der Alexander ... unvergessen).

Ralf

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon sammy561 » Mo 23. Feb 2015, 16:01

Moin,

woher weiss man denn ob man andere erreicht? Wenn ich glaube, ich habe alles in einen Song gelegt, muss das bei anderen nicht genau so ankommen. Ich bin eigentlich fast immer von dem überzeugt was ich gesungen habe, manchmal spiele ich auch was auf die Schnelle ein und weiss selber, dass ich es eigentlich besser könnte, wenn ich das Stück noch mehr üben würde, aber ich bin faul ;).

Ich gehe da schon mit, wenn ich ein Stück einsinge. Das ist auch einer der Gründe warum es von mir keine Videos gibt. Die Grimassen möchte keiner sehen.

Ich denke, dass es hier auch anderen so geht, dass sie von dem was sie präsentieren auch überzeugt sind.

Deshalb finde ich Ralfs Beitrag gut. Man muss sich halt mal hinterfragen ob das, was man selbst toll findet auch von anderen so wahrgenommen wird oder ob man noch ne Schippe drauflegen kann.

LG
Ansgar
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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Andreas » Mo 23. Feb 2015, 16:14

Die Grimassen möchte keiner sehen.
Doch! Ich! :mrgreen: :twisted:
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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon korgli » Mo 23. Feb 2015, 16:33

Ich auch :mrgreen:
.......viel Spass.......und jeder wie er mag.
https://www.westernwings.ch/

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon sammy561 » Mo 23. Feb 2015, 19:04

Ja ne, iss klar :lol:
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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Hawky » Di 24. Feb 2015, 01:01

Und ich erst.... :lol:

Nun trau dich mal und komm da raus und steh auf der Bühne deinen Ansger ;)

LG Uwe

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon sammy561 » Di 24. Feb 2015, 08:17

Nur, wenn du mitmachst Uwe ;)
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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon VolkerB » Di 24. Feb 2015, 18:42

Hallo,

ich habe mir Ralf vor geschätzt zwei Jahren einen PM-Austausch mit genau diesem Thema gehabt und bin dafür heute noch sehr dankbar.

Meine Methode war, mehr Arbeit in den Gesang zu legen, mein Repertoire gnadenlos zusammenzustreichen auf die Titel, die ich unbedingt können wollte. Diese dann aber auswendig jederzeit bringen zu können. Ich fühle mich noch weit davon entfernt, meinen eigenen Ansprüchen zu genügen, aber der Fokus auf die Leidenschaft und die Gefühle beim Vortrag hilft enorm. Das spürt man dann auch auf den Aufnahmen, vor Allem im Vergleich mit älteren Aufnahmen. Wenn es auf einer Aufnahme einigermaßen rüberkommt, habe ich während der Aufnahme oft das Gefühl gehabt, zu übertreiben. Das Maß finden ist da ganz schwer.

Wenn ich vor Publikum spiele, wird das deutlich besser. Wenn man es dann das erste Mal geschafft hat, eine Frau zum Weinen und Kinderaugen zum Leuchten zu bringen (verschiedene Ereignisse, gleiches Lied), macht das Musizieren gleich doppelt so viel Spaß.

In dem Sinne arbeite ich, nicht zuletzt durch Ralfs Intervention, an meiner Leidenschaft.

LG

Volker

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Oldieone » Mi 25. Feb 2015, 11:33

Hallo zusammen,

Fasching ist vorbei und die dadurch liegen gebliebene Arbeit wieder aufgeholt und erledigt.

Sprich, ich kann und werde mir wieder mehr Zeit nehmen um Gitarre spielen zu lernen und mich hier im Forum auch wieder mehr blicken lassen.

Nun aber zum Thema Leidenschaft:

Napoleon konnte angeblich bis zu 8 Dinge nebeneinander machen. Frage ist nur, ob dies auch vernünftig geklappt hat. Denke, gerade bei Anfängern ist die Ungeduld das größte Übel. Mir jedenfalls geht es so. Kaum wusste ich wie die ersten 3 Akkorde auf der Gitarre gegriffen werden meinte ich auch schon, dazu singen zu müssen.

Kann das gut gehen? Denke eher nein. Meine Konzentration und mein Blick sind noch bei den Saiten und ich meine es kann erst funktionieren, wenn ich diese Akkorde im Schlaf greife und sauber die Saiten erwische ohne permanent hinschauen zu müssen. Erst wenn ich so weit bin, kann ich mich wirklich auf den Gesang konzentrieren und Leidenschaft hinein bringen. Mir jedenfalls geht es so und ich denke hier kein Einzelschicksal zu sein.

Typisches Beispiel an mir ist, wenn ich mit Keyboard und Akkordeon unterwegs bin. Über die Tasten mache ich mir schon lange keine Gedanken mehr, die werden einfach gegriffen. Meine Konzentration liegt beim Gesang und wenn ich beispielsweise bei einem Auftritt Udo Jürgens sein „Ich war noch niemals in New York“ trällere, meinen die Zuhörer teilweise sie bewegen sich selbst im neon- hellen Treppenhaus welches nach Bohnerwachs riecht und bekommen Gänsehaut wenn der Mann wieder heim kommt. Dies funktioniert aber nur, wenn ich mich wirklich darauf konzentrieren kann.

Daher habe ich mir beim Gitarre lernen vorerst zum Ziel gesetzt, erst die Akkorde für einen Song einigermaßen sicher zu beherrschen bevor ich damit anfange meinen Gesang dazu anzubringen. Dann wird es auch mit der Leidenschaft klappen.

Sicher ein steiniger Weg, aber mit viel Übung und Geduld wird es funktionieren.

Grüße aus Filderstadt
Gert

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Foppo
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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Foppo » Fr 27. Feb 2015, 17:10

Hallo Ralf,
100% ige Zustimmung von mir.
Ich glaube das Ganze fängt aber schon beim konsumieren an. Löst der Song in mir Gefühle aus, den ich da höre? Es gibt Lieder da fang ich spontan an zu weinen (das hat nichts mit traurig zu tun) oder zu lächeln, wenn ich sie mir in Ruhe anhöre. Und das unabhängig vom Text, sondern einfach nur durch die Stimmung die letztendlich durch alle Zutaten, die der Song enthält, entsteht. Ich kann natürlich nur Stimmungen weitergeben, die ich auch in mir trage. Und dazu gehört natürlich auch, dass mich meine Interpretation selbst begeistert. Und da liegt häufig der Hase im Pfeffer. Da man sehr selbstkritisch an die ganze Sache herangeht, konzentriert man sich eben darauf möglichst perfekt zu spielen usw.
Und auch da gebe ich Dir recht: Leute lasst die Leine locker! Ein Song mit kleinen Unstimmigkeiten vorzutragen, kommt besser an als ein steifer weil überkonzentrierter Vortrag.
Aber das ist alles so einfach gesagt, ich stolpere da auch immer wieder über meine eigenen Ansprüche.
Ich versuche das so zu machen, dass ich meine Songs in einzelne Parts zerlege und übe bis ich jeden Teil zumindest aus dem Gedächtnis spielen kann. Auch den Text. Ich glaube nämlich, dass Text und Akkorde / Noten oder TABS mich sehr stark beim Spielen und singen vom Eigentlichen ablenken. Deswegen benutze ich die nur zum lernen. Wenn ich soweit bin kommt die Feinarbeit (sauber spielen). Und glaubt mir da bleibt noch genug übrig zum Fehler fabrizieren.
Aber wir wollen ja letztendlich Stimmungen/Gefühle transportieren. Wenn ich einen perfekten Musiker abgeben wollte, hätte früher anfangen müssen und ehrgeiziger üben müssen. Wobei man im Alter da schon zu tendiert ernsthafter zu üben.
@Ansgar, so wie es Dir mit den Grimassen geht, so ist es doch den meisten von uns auch mit der Stimme gegangen. Wer wollte sich nach den ersten Aufnahmen noch singen oder sprechen hören.
Soviel schreibe ich sonst nie irgendwo online, aber das Thema berührt mich auch schon seit langer Zeit.
Also liebe Forumistas: immer schön locker bleiben und vergesst das Lächeln nicht. :P
EIn Lächeln kommt nämlich sogar beim telefonieren rüber.
Grütze aus Berlin

------------------------------------------------------------
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Epiphone Aj100
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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Ralf » Sa 28. Feb 2015, 09:31

zu fredy/korgli

Mir geht es ähnlich wie fredy was die immer wieder auftauchende innere Frage betrifft: "Gehöre ich wirklich hierhin?"
Und das nicht aus dem Grund, weil es vor allem ein Forum für Anfänger ist, oder ich mich (wie fredy) für was Besseres halten würde, sondern ganz einfach, weil einige elementare Dinge (die nichts mit Spieltechnik zu tun haben) nicht wirklich in Schriftform vernünftig rüberzubringen sind. Es fehlt das Element des Face2Face, der direkten Beispiel-Frage-Antwort-Schleife. Es fehlt die tonale Erklärung ... als direkte Antwort auf ein "Problem" - ggf. mit diversen Variationen über die gleiche Frage.

Und (@)fredy, ich kenne die Schwierigkeit, gute Hintergrundmusik für Fahrstühle oder Lounge-Berieselung zu kreieren. Da bin ich ganz bei dir, denn es ist ungemein schwieriger, etwas halbwegs Schönes und vor allem Unaufdringliches zu schreiben/einzuspielen, das den unfreiwilligen Zuhörer nicht stört, sondern im besten Fall auch noch als angenehm empfinden lässt und zum Verweilen einlädt. Ganz schwierige Nummer, weil es kein einheitliches Publikum gibt.

Ja, und auch die Sache mit dem "echten" Rüberbringen von diversen Musiken sehe ich ähnlich. Ob nun Blues, Country & Western, (landestypischer) Folk, Reggae, Gospel, Native Music ... es ist extrem schwierig, etwas genau so zu machen, wie jene Musiker, die aus dem betreffenden Kulturkreis kommen. Eric Burdon sagte mal, sie (The Animals) hätten Amerika den Blues wieder zurück gebracht. Ich bin geneigt, dem zuzustimmen. Und doch, es ist ein britisch gefärbter Blues, den die Animals re-importierten. Sie hatten wohl kaum den Anspruch, Mississippi-Blues oder Chicago-Blues zu spielen, sondern nur das (britisch gefärbte) Blues-Feeling, das, was sie dabei empfanden, auszudrücken.
Es hat lange gedauert, bis die ersten US-Bands ihr Erbe transportieren konnten - und die Mehrzahl jener, die nach 1965 kamen, spielen den US-gefärbten Blues plus einer Prise British Blues. Selbst ein B.B. King oder Buddy Guy oder Hubert Sumlin (RIP) als farbige Blueser klingen nicht so wie Robert Johnson & Co aus den 30-er Jahren. Tatsächlich denkt man, zumindest in Deutschland, wenn es um Blues geht, mehr an Leute wie Clapton, Gallagher (RIP) oder Moore (RIP) - und die kommen/kamen alle aus U.K.

Was andere Stile angeht. Also ... ich habe noch keinen deutschen Gospel-Chor gehört, der mich wirklich so mitreißen konnte wie die "schwarzen Mamas", noch keine Reggae-Band, die nicht aus Jamaica und Umland kamen, nur SEHR wenige Country-, geschweige denn Bluegrass-Bands, die auch nur annähernd die Atmosphäre der US-Bands erschaffen konnten (in meinen Ohren auch nicht Truck Stop). Nur beim Irish Folk durfte ich Bands erleben, die durchaus als Irish durchgegangen wären, wenn ich es nicht besser wüsste.

Man darf einfach nicht vergessen, dass der Kulturkreis, in dem man aufgewachsen ist, sich fast immer in der gespielten Musik (Genre) widerspiegelt. Als Beispiel mag ich mal Gary Moore nennen. In Belfast geboren, beeindruckt vom Blues, ein Flinkefinger in seiner Hardrock-Ära (u.a. mit Thin Lizzy, sonst Solo), ein etwas jazzy Kapitel mit Colosseum II, schlichen sich immer wieder Elemente aus der Irish-Folk-Tradition ein. Es gab dem ganzen einen etwas anderen, aber eben Moore-typischen Geschmack.
Nicht anders ein anderer (Republik) irischer Blueser: Rory Gallagher, in dessen ruhigeren Bluesnummern eher die grüne Insel als das Mississippi-Delta zu fühlen ist. HIn und wieder Zusammenarbeit mit dem Modern Irish Folk Musiker Davy Spillane machenn sowas deutlicher.

Sind diese Gitarristen aber aufgrund ihrer Herkunft weniger überzeugend? Ich denke nicht. Wer sich durch den Album-Katalog durchhört merkt, dass eben kein "Traditional Rough Blues" ist, sondern eben die Interpretation ihres Gefühls in dieser Gattung.
Und da kommt auch Truck Stop wieder ins Spiel. Ich sehe beim Hören nicht die endlosen Weiten der Western Plains, sondern mehr die Wiesen Norddeutschlands; aber das mach(t)en sie überzeugend.

*handshake fredy*

Genug gesülzt,
Ralf

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Ralf » Sa 28. Feb 2015, 09:55

Hallo Ralf,
100% ige Zustimmung von mir.
Ich glaube das Ganze fängt aber schon beim konsumieren an. Löst der Song in mir Gefühle aus, den ich da höre? Es gibt Lieder da fang ich spontan an zu weinen (das hat nichts mit traurig zu tun) oder zu lächeln, wenn ich sie mir in Ruhe anhöre. Und das unabhängig vom Text, sondern einfach nur durch die Stimmung die letztendlich durch alle Zutaten, die der Song enthält, entsteht. Ich kann natürlich nur Stimmungen weitergeben, die ich auch in mir trage. Und dazu gehört natürlich auch, dass mich meine Interpretation selbst begeistert. Und da liegt häufig der Hase im Pfeffer. Da man sehr selbstkritisch an die ganze Sache herangeht, konzentriert man sich eben darauf möglichst perfekt zu spielen usw.
Und auch da gebe ich Dir recht: Leute lasst die Leine locker! Ein Song mit kleinen Unstimmigkeiten vorzutragen, kommt besser an als ein steifer weil überkonzentrierter Vortrag.
Aber das ist alles so einfach gesagt, ich stolpere da auch immer wieder über meine eigenen Ansprüche. {...}
Ja ja ja

Du hast es besser ausgedrückt als ich. Genau so ist das bzw. sollte es sein.

Leidenschaft entsteht NICHT durch professionelle und das totale Beherrschen von Spieltechnik und einem Riesenpool Spiel-Standards.
Leidenschaft kann schon da sein, bevor man die absolut grundlegendsten Basics überhaupt spielen kann.
Leidenschaft kann schon einfließen, wenn man die Kletterübung macht. Kann man die auch so spielen, als wenn das chromatische Hoch- & Runterlaufen zu einem Song gehören würde? Sprich: Kann ich dem schon etwas Seele einhauchen? So auch bei den Akkorden und einfachster Rhythmik.

Sicher ist: Am Anfang wird die gespielte Leidenschaft richtig schön sch*** klingen. Ob Akkorde, Rhythmik, Licks, Solo, egal, es klingt am Anfang immer fürchterlich. Doch mit der Zeit wird man besser - und überzeugender.
Was man dabei nicht machen darf: Die Technik über das Gefühl zu stellen. Die (Spiel)Technik ist das Rüstzeug, aber eben nicht die Musik. Die Musik kommt nicht aus der Spieltechnik, nicht aus der Qualität des Instruments und nicht aus Noten/TABs, sondern aus dem Bauch - und mag es anfangs noch so grausam klingen.

Ich habe einen Riesenrespekt vor Musikern, die nach dem Blatt mit Gefühl spielen können, Respekt aber auch Mitleid vor Musikern, die nach dem Blatt spielen können - dafür ohne Gefühl, und ich habe Hochachtung vor Leuten, die keine Noten können, aber unglaubliche Songs spielen können (Bsp. Tommy Emmanuel).
Jene, die sich selbst spielen, sind jene, die man erkennt. Jemand, der auf der Musikhochschule alles am Technik und Theorie gelernt hat, kann zwar alles (technisch) spielen, die Frage ist nur, kann ich diesen Jemand auch heraushören? In der Regel nicht. Mag die Spieltechnik und das theorietische Wissen von z.B. Page, Hendrix, Gallagher, Richards, Clapton (in ihrer Anfangszeit) eher Bodensatz-Qualität haben, es sind aber jene, die man wiedererkennt und mit deren Ausführungen man etwas erlebt, nicht einfach nur hört.

Und wenn ihr keine Anfänger mehr seid, sondern Intermediates oder Fortgeschrittene, fragt euch nach einer Aufnahme: Nimmt mich der Song so mit, dass ihr ihn KAUFEN würdet?

Danke Foppo

Ralf

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Hawky » Sa 28. Feb 2015, 17:47

Hi ihr lieben,

Vor kurzem hatte ich ein Erlebnis was mich positiv überrascht hat.
Ich spielte meiner Schwester meinen Wilde Seefahrt Song vor und sie fing spontan an zu weinen. :shock: erst dachte ich was den jetzt, freut sie sich das ich einen Songtext gemacht habe? Oder ist es genau das gewesen wovon wir hier alle sprechen?
Ich selber habe ihn ja nicht eingespielt das war Don. Vielleicht war es auch die Geschichte der Entstehung des Songs usw das sie anrührte oder eine Mischung davon. Aber ihre Reaktion hat mich sehr berührt. Man kann eben nicht alle über einen Kamm scheren.

LG Uwe ;)

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Ralf » Sa 28. Feb 2015, 17:57

Hi ihr lieben,

Vor kurzem hatte ich ein Erlebnis was mich positiv überrascht hat.
Ich spielte meiner Schwester meinen Wilde Seefahrt Song vor und sie fing spontan an zu weinen. :shock: erst dachte ich was den jetzt, freut sie sich das ich einen Songtext gemacht habe? Oder ist es genau das gewesen wovon wir hier alle sprechen?
Ich selber habe ihn ja nicht eingespielt das war Don. Vielleicht war es auch die Geschichte der Entstehung des Songs usw das sie anrührte oder eine Mischung davon. Aber ihre Reaktion hat mich sehr berührt. Man kann eben nicht alle über einen Kamm scheren.

LG Uwe ;)
Exakt Uwe, genau davon reden wir hier. Wenn Musik, Text & Gesang eine harmonische Einheit bilden, entsteht im Kopf des Hörers "seine" Welt, wird mitgerissen. An welcher Zutat es genau liegt oder am Gesamtwerk, ist bei jedem verschieden - aber wenn ein Effekt wie das Beschriebene eintritt, hast du dein Ziel erreicht (wie in dem Beispiel mit Don).
Es ist das, wovon ich rede :)

Ralf

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Kalle » Sa 28. Feb 2015, 21:58

Ja Ralf, du hast recht! Jeder Satz ist richtig und ich werde dir inhaltlich an keiner Stelle widersprechen.

Aber:

Schon die Überschrift ist anmaßend. Ich glaube nicht, dass sich hier irgendjemand aufmischen lassen möchte. Und mangelnde Leidenschaft solltest du niemandem unterstellen, der sich die Mühe macht, seine Art von Musikmachen (können) hier zum Besten zu geben. Der vermutlich viele Stunden mit Üben und Recording zugebracht hat und sich dann traut, das Ergebniss hier im Forum zu veröffentlichen. Wenn dann auch noch eine Kamera mitläuft ist das für den Protagonisten Emotion und Leidenschaft pur. Er wird in diesem Moment garantiert sein Bestes geben.

Deshalb finde ich es inhaltlich zwar immer noch richtig, aber absolut kontraproduktiv, wenn du so pauschal argumentierst.

Du wirst den einen oder anderen mit deinen Worten vielleicht wachrütteln können, aber da du keine Namen nennst, werden viele sich verunsichert zurückziehen und sich nicht mehr trauen, hier irgendetwas vorzustellen. Das wäre aber schade - es traut sich ja jetzt schon kaum jemand :cry:

Akzeptiere bitte, dass es hier Menschen gibt, die in Job und Familie tagtäglich ihren Mann/Frau stehen und für die Musikmachen einfach nur ein wunderschönes Hobby und ein Ausgleich ist. Die mußt du nicht zu Höchstleistungen anspornen. Die freuen sich über ein "toll gemacht" oder "gefällt mir" von anderen Forumsteilnehmern und wollen gar nicht mehr.

Wir wissen alle, dass wir mit intensivem Üben und Leidenschaft für die Sache viel erreichen können. Das gilt für das Musikmachen, für den Sport und für viele andere Dinge. Aber müssen wir außer uns selbst eigentlich irgend jemandem gerecht werden? Ich finde nicht!

Ich zitiere mal unseren Schweizer Forumskollegen Fredy, der auch gelegentlich mal d´rauf haut:

".....jeder wie er mag"

Ein kluger Satz, den ich gerne unterstreichen will. ;)

Gruß Kalle

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korgli
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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon korgli » Sa 28. Feb 2015, 22:55

Hi

naja - Kalle.
Man sollte vielleicht nicht immer alles zu ernst nehmen, was hier so alles geschrieben wird.
Und Tatsächlich ist schreiben äusserst schwer. Viel schwerer als sich gegenüberzustehen, und etwas aus-zu-diskutieren.

Richtig ist, dass viele hier, einfach Ihrem Hobby nachgehen möchten. Und das nach einem Volljob-Arbeitstag.
Schnell mal zufrieden sind. Das ist völlig richtig und gut.
Jemanden motivieren, - mehr aus sich herauszuholen, - gehört zum schwierigsten, was man machen kann.
Denn man muss an Fehler kratzen und harte Aussagen mit Lob paaren. Nur - wann, wo und wieviel.

Da Ralf das als Job macht, sieht er es sicher nicht gleich, wie jemand, der froh ist, überhaupt mal einen C-Akkord spielen zu können.
Ob man mehr und immer mehr leisten - MUSS - beim Hobby - bin ich mir auch nicht sicher.
Man soll versuchen, an Grenzen zu stossen, aber nicht verbissen dabei sein.
Manche werden schneller an Grenzen stossen, manche nehmen das lässig, manche wachsen schneller usw.

Nun will man aber ja gerade beim Hobby Erfolg haben - denk ich mal - Erfolg für sich selbst.
Kommen aber ab und zu Selbstzweifel und auch Resignation auf.
Dann wird's heikel. Wie kommt man weiter ?
Ohne sich im klaren zu sein, was überhaupt möglich ist.
Darum gibt es auch Foren, wo man sich unterstützt, oder auch mal die Meinung sagt. Man sich mag, oder auch nicht.
Und wenn man die Musik von jemanden nicht unbedingt mag, muss man ja den Menschen dahinter nicht auch - nicht mögen.
Umgekehrt natürlich auch.
Es gibt auch technische Musik, die eher auf Spielfähigkeit aus ist. Oder aber auch solche die banal ist, aber sehr gefühlsbetont ist.
Oder natürlich auch eine Mischung.
Alles ist schlussendlich eine Geschmackssache.

Ich bin ein wenig Kalles Meinung, dass man aufpassen muss, wie man die Peitsche schwingt.
Und auch ich haue mal fester und mal weniger... :mrgreen:
Aber man kann manches annehmen, oder eben nicht.
Letztendlich sind viele Tips von allen Usern, ob Beginner oder weiter, sehr wichtig und bringen einen weiter. Es sind Erfahrungen, die diejeningen gemacht haben. Je nachdem, macht man dieselben, und kann die nutzen für sich - oder nicht.
Wird man aber erst mit der Zeit erkennen.
Erst ärgert man sich aber schon über harte Worte und erbarmungsloser Offenheit.
Wagt es jemand - z.b. so ein Ralf, manches auszusprechen, so wagt man -Er- sich aufs Glatteis.
Wie wird das Gegenüber es annehmen ?

Man kann es nur in der Summe der Aussagen in diversen Themen erfassen und einstufen können.
Und so lese ich Ralfs Eingangspost. Und nimm daraus was mir gut tut. :-)
Musik ist nicht immer sehr klar und nicht messbar. Ausser es geht um - wer spielt mehr Noten in 1 Minute. :mrgreen:
Es gefällt - oder nicht.
Manchmal kann man nicht mal sagen, warum es einem nicht gefällt.
Auch wenn alles stimmt, kann einem eine Musik nicht gefallen.
Ob mit viel Gefühl oder nicht - ist auch nicht immer klar. Es kommt an, oder nicht.

Ich z.b. mag keine Übertriebenen Gesänge, die künstliche Gefühle enthalten. Übertriebene Gefühle, mein ich.
Aber es gibt Songs, die sind genau so, und gefallen mir trotzdem.
Ein Lovesong muss nicht immer schmalzig sein. Das sind so Schubladen, die von manchen gebraucht werden - Es muss soooo sein. Sagen die.
Ich denke nicht, dass es so ist, das es etwas - MUSS.

Ein schwieriges Thema, wo man kaum zu einem "Ende" kommen wird.

Darum meinte ich - JEDER WIE ER/SIE MAG -

Ob man nun viel Geld mit Musik machen möchte, und daher sich der Masse anpasst.
Oder für sich Töne spielen will, die kaum Sinn machen.
Ist sowas von egal.
Für den, der sich wohlfühlt bei seinem Hobby...

fredy
.......viel Spass.......und jeder wie er mag.
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Andreas
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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Andreas » So 1. Mär 2015, 11:25

Da ich schon sehr lange in diversen Foren unterwegs bin, ja ich habe auch noch andere Hobbies :mrgreen: , habe ich schon sehr früh
festgestellt, das das geschriebene Wort meist nie so aufgefasst wird, wie der Verfasser es gemeint hat.

Woran liegt das? :shock:

Wir Menschen sind nun mal Stimmungsschwankungen unterlegen und haben dazu noch unterschiedliche Charaktereigenschaften.
Also liest jeder den Text auf SEINE Weise, mehr oder weniger objektiv, voreingenommen, gelassen, aggressiv oder was weiß ich wie noch.
Und hängen bleiben tut natürlich nur, was gerade zur aktuellen Stimmung passt.

Auch wenn dann noch so deutlich darauf hingewiesen wurde, das z.Bsp. nicht die Anfängervideos in denen um Hilfe gebeten wird, gemeint sind,
passiert es eben doch, das sich einige obwohl gar nicht gemeint, sich doch angesprochen fühlen.
Zwei Tage später den gleichen Text gelesen, sieht es vielleicht schon wieder ganz anders aus. :P

Bevor sich also das nächste mal wieder jemand ungerecht behandelt fühlt, erst mal locker durch die Hose atmen, den Text noch mal in Ruhe lesen
und dabei wissen, das hier in diesem Forum niemand dem anderen was Böses möchte.
Und sollte es sich doch so anfühlen, ist es mit Sicherheit ein Missverständnis und/oder es liegt an der momentanen Laune desjenigen
der sich gerade angemacht fühlt. 8-)
Klingende Grüße aus dem Sauerland!

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon korgli » So 1. Mär 2015, 12:04

Jep Andreas - da kann ich dir nur voll zustimmen.

Ich möchte noch was "heikles" sagen :-)

Das mit dem weinen, wegen Stimmung eines Songs.
Dann müsste ja jedesmal wenn sowas im Radio oder so läuft, ne Weinorgie stattfinden.

Aber auch da ist es so.
Die Momentane Stimmung und vieles Drumherum trägt dazu bei, dass es zu einem Gefühlsausbruch kommt.
Und vielfach liegts auch am Text. Man hat vielleicht eine Erinnerung an etwas, das im Text vorkommt, und dann kommt DIESE hoch.
Liegt dann vielleicht nicht mal am Musiker der / die sein Werk vorträgt.
Viele Musiker und auch andere Künstler meinen, es läge an ihnen. Da möchte ich schon auch mal widersprechen.

Der Mensch ist ein EGO Durch und durch - und schert sich nicht viel um andere.
Man sieht es ja auch hier und anders in Foren - man nimmt sich das raus, was einem nützt.
OK - klar tröstet man mal andere - HIER im Forum ist das sogar vorbildlich. Und trotzdem.
Es stellen manche einfach was rein... Warum eigentlich - es schert sie nix. Tragen bei ANDERN nie was bei.
Sie wollen nur profitieren. Oder das IHR Werk bestaunt wird usw usw. Will da gar nicht ausholen.
Und vielleicht denken manche das auch ICH dazugehöre. Mag sein :-)
Jeder siehts auf seine Art - und eben - Jeder wie er mag - :mrgreen:

Wenn man dem Menschen gegenüber den Spiegel gut vorhält, dann passiert es - sei es Wut, Freude oder sonstwas.
Man ist betroffen. Vielleicht vom Bild, von der Person, von der Musik, von der Stimmung allgemein.
Gibt auch Menschen, die weinen, beim Essen - (naja kann auch die chilli schuld sein :-)

Leidenschaftlich Musik machen sollte man aber trotzdem. :lol: :lol:
Sorry ich bin nur Hart aber herzlich und sag meine EHRLICHE Meinung zu DEM Thema. :mrgreen:
Das ich übr. als eine sehr gutes Thema finde, das durchaus Diskutiert werden sollte.
Und viel zum Verständnis Gegenseitig und für das Hobby Musik beiträgt.

Grad gestern hab ich einen Super Vortrag gehört über Verhaltungsschema von Menschen.
tja - ob man die Evolutionstheorie glauben will, oder nicht - Aber Tiere sind nicht unähnlich.
Greift man jemanden an, so verharren viele erst mal. Sind erstarrt und tun nix.
Ich bin da wie ein Haifisch - ich kreise die Opfer ein - und manchmal lass ich die dann wieder laufen - oder beisse zu :lol:

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Hawky » So 1. Mär 2015, 12:26

Vorab DANKE an alle, dass man sich hier zivilisiert austauschen kann, auch wenn es verschiedene Meinungen und Ansichten gibt.

Das ist ja nicht überall gegeben und das zeichnet unsere Gemeinschaft aus!

@ Kalle,

Wie schon Andreas schrieb wurden von Ralf die Anfänger ausgenommen.
Sicherlich hat Ralf mit seine Überschrift provozieren wollen, aber doch nur um uns
auf etwas hinzuweisen was er oft vermisst. Hätte Ralf geschrieben," was ich mal sagen wollte hier und da finde ich die Songs recht flach......" was wäre denn geschehen?
Ich sage mal, außer das es von einigen gelesen worden wäre, nix!
So hat er aber eine Diskussion losgetreten, die das Thema, wie wir hier alle merken, vertieft und uns alle aufwühlt. Nun kann jeder sich die Jacke anziehen oder nicht.....
Nur eines sollte man nicht tun, Ralf Hochnäsigkeit oder Arroganz vorwerfen.

Vielmehr sollten wir Ralf ( und auch Fredy ) danke sagen, dass er/ sie hier sind um uns ab und an wachzurütteln indem sie eben auch mal was unpopuläres schreiben.
Bieten nicht gerade sie eine Angriffsfläche an, wenn sie dieses schreiben? Ich meine ja und müssten sie es tun? Nein, aber sie sind dennoch hier und stehen mir Rat und Tat zur Seite.

Ich schließe mich also Andreas an und meine auch, dass man es nicht so heiß essen sollte. Will sagen lasst es doch mal sacken und schreibt nicht emotional. Das lieber beim Texten!

Und noch einmal Danke für s Fair Play in diesem Forum!

Gruss Uwe

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Re: Ralf mischt auf: Leute! Wo ist eure Leidenschaft!?

Beitragvon Foppo » So 1. Mär 2015, 13:33

Ja Hawky, das ist das Schöne an diesem Forum hier, dass man sachlich argumentiert, und sich nicht gleich an die virtuelle Gurgel geht.

Das war doch eine gute Anregung von Ralf und es kann uns doch alle nur weiter bringen. Ich habe für mich festgestellt, dass mich konstruktive Kritik zum Nachdenken bringt und damit auch anregt an mir zu arbeiten. Letztendlich haben wir doch alle den Anspruch uns zu verbessern und positive Reaktionen hervorzurufen. Jeder in seinem Rahmen, sei er Hobbymusiker, Semi- oder Vollprofi. Ralf hatte ja Anfänger explizit ausgenommen.

Wobei ich erstaunt bin wie schnell hier einige so große Schritte machen. Warum dauert bei mir immer alles so lange? :oops: Aber das ist wohl auch so`ne subjektive Wahrnehmung. (hoffentlich) ;)

Jeder muss das natürlich für sich selbst entscheiden wo er hin will. In erster Linie soll Musik machen Freude bringen (sich selbst und bestenfalls auch anderen). Aber Anregungen, wie die von Ralf, helfen eben über sein Spiel/Gesang nachzudenken. Dafür danke von mir.
Ich freue mich schon aufs Forumstreffen. Ich glaube, ich kann dort eine Menge mitnehmen. Und habe hoffentlich für den/die einen oder anderen auch was dabei.
Wie gesagt jeder in seinem gewünschten Umfang, ohne das als besser/schlechter zu katalogisieren. Schließlich haben wir ja auch unterschiedliche Ziele und Beweggründe zum Musizieren.
Aber allen gemein ist, denke ich, die Liebe zur Musik. Sei es Blus, Pop, Rock, Volksmusik, Schlager, Klassik…. die Kette wird sonst zu lang.
Also viel Spaß dabei und nicht abbringen lassen.

LG aus dem heute so grauen Berlin
Thomas
Grütze aus Berlin

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