Frustration nach 7 Jahren lernen

Hier könnt ihr eure eigenen Gitarrenvideos zur Diskussion stellen...
Horst1970
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Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » Di 4. Apr 2017, 10:03

Hallo zusammen,

vor sechs Jahren war ich im hier im Forum aktiv und habe die freundliche Atmosphäre genossen. Ein paar Reibereien gab es auch, wobei sich die Teilnehmer (zum Glück) aber schnell wieder verabschiedet hatten. Nach einem Peter Bursch-Buch war das erste Guitar-TV-Buch von Reinhold eine sehr gut Hilfe, mich mit den Grundtechniken des Gitarrenspiels vertraut zu machen. Gebe gerne zu, dass mich die Volks- und Kinderlieder anfangs abgeschreckt hatten. Musste aber schnell feststellen, dass gerade mit diesen einfachen Liedern ein guter Einstieg geboten wurde. Erinnere mich besonders noch an das deutsche Volkslied „Hohe Tannen“, zu dem ich zum ersten Mal gezupft habe. Das war schon ein Erfolgserlebnis, obwohl meine Wurzeln als Musikhörer stets im erweiterten Hard-Rockbereich lagen.

Irgendwann bin ich nach zufriedenstellenden Fortschritten auf einem Level stehen geblieben, den man wohl ein fortgeschrittenes Anfängerniveau nennen kann. Über die Grundakkorde zur Liedbegleitung hinaus zu kommen, fiel mir sehr schwer. Über diverse englischsprachige Youtubevideos (Justin guitar, Marty Schwartz) versuchte ich mir die als Einstieg dienende a-moll-Pentatonik anzueignen. Hinzu kam das Erlernen von bekannten Rockriffs wie zum Beispiel Smoke On The Water oder Whole Lotta Love. Ich spielte einfach nach, wobei ich dabei natürlich nur ein Bruchstück eines Songs erlernte. Auch die A-Moll-Pentatonik konnte ich in den ersten beiden Lagen bald passabel herunterspielen, wusste aber nicht, wie ich sie einsetzen konnte. Oft erwischte ich mich dabei, wie ich mich fast schon hilflos im Youtube-Dschungel verirrte und dabei irgendwie das eigentliche Gitarrespielen schon wieder vernachlässigte.

So war ich einige Jahre unterwegs, bis ich mich dazu entschloss auf die elektrische Gitarre umzusteigen, um endlich „abzurocken“. Mit ein paar Powerchords erzeugte ich aber nur einen grauseligen Soundbrei. Letztes Jahr nahm ich endlich einen Lehrer (studierter Musikpädagoge), mit den ich einmal pro Woche seit Monaten jetzt ausschließlich die a-moll-Pentatonik auf Blues-Basis übe. Aufgabe soll es sein, die Töne der a-moll-Pentatonik zu verinnerlichen und auf Basis eines Backingtracks so solieren. Leider gelingt mir dies so gut wie gar nicht. Andere Sachen gehören nicht zum Übungsprogramm. Der Lehrer bleibt stets freundlich und geduldig, gibt mir aber das Feedback, dass ich weit vom Blues entfernt bin und einfach nur die Töne der Pentatonik aneinanderreihe, was sich sehr holprig anhört. Bei mir kommt seit Wochen wieder das alte Thema des nicht vorhandenen Talents auf, was aber auch mit der Vermutung gemixt wird, dass der Lehrer mir einfach nicht vermitteln kann, wie ich zum Ziel komme. Leider ist bei mir die Musiktheorie eine große Baustelle, worüber er aber immer viel redet. Nach manchem Vortrag und Vorspielen seinerseits bin oftmals sprachlos. Umsetzen kann ich die Ratschläge nicht. Oft endet meine Rückfrage dann mit dem Tipp, dass ch einfach spielen müsse. Dabei soll ich die Töne der Pentatonik verinnerlichen und den Blues „fühlen“, so dass es irgendwie dann aus mir herausfließt. Nein, das klappt leider gar nicht, auch wenn ich mich mit Bendings, Hammmer-Ons usw. beschäftige. Ein paar Licks kenne ich auch schon.

OK, habe schon genug geschrieben. Wer hat ähnliche Erfahrungswerte gesammelt? Mein Eindruck ist, dass mir nach meinem Beginn bei Guitar-TV beim jetzigen Lernen der E-Gitarre irgendwie die Freude am Musizieren abhanden gekommen ist und ich ernsthaft überlege, es mit der E-Gitarre sein zu lassen und zur Liedbegleitung zurückzukehren. Gibt es unter euch Leute, die auch nach all den Jahren nicht über die Liedbegleitung hinauskommen? Vielleicht reicht es auch nicht, täglich eine halbe Stunde zu üben, um sich zu einem wenigsten passablen (Rock-)Gitarristen zu entwickeln, der einfach mal seine Klampfe zur Hand nimmt, um einen lockeren Groove herunterzuspielen. Spielen, ohne groß zu denken, einfach so zum Spaß. Ein utopisches Ziel?

Gruß
Horst
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Ruby1 » Di 4. Apr 2017, 12:54

Hallo Horst

Das was Du so erlebt hast, erlebe ich im Moment auch durch....
Und jedes mal stellt sich mir auch die Frage nach meiner Musikalität( schreibt man das so?)
Meine bevorzugte Stilrichtung ist die spanische Gitarre speziell Rumbas. Mein Schwager, der Bassist in einer Band ist und schon als Kind mit Gitarre begann, sagte mal zu mir.
" Deine technische Umsetzung auf der Gitarre ist gut bis sehr gut, aber Du hast kein Gefühl für das was Du spielst" Und das ist neben dem Rhythmus ein elementarer Teil um gute Musik machen zu können"

Das war natürlich mega hart für mich, obwohl ich es ja von Anfang an ahnte. Ich kann mich emotional nicht auf das einlassen, was ich spiele, kann mich nicht gehen lassen, kann seelisch nicht eintauchen in das Stück oder in den Song.

Ein anderer Punkt, der mich jedes mal runter zieht ist auch die Musiktheorie und dessen Umsetzung an der Gitarre. Man kennt eine Tonleiter. Man kennt die Intervalle..Das ist ja schon mal eine Vorraussetzung zum improvisieren . Rein theoretisch könnte man ja schon mit 3 oder 4 Tönen, nämlich Grundton, Terz, Quinte und Oktave improvisieren und ein Solo zur Begleitung machen.Und obwohl ich weiß, wo diese 4 Töne sind, schaffe ich es nicht daraus was machen, warum? Weil ich eben auch immer wieder das Gefühl habe, das was ich da zusammen bastle, einfach nur sch.... klingt und sich ganz und gar nicht danach anhört, was ich eigentlich haben will. Was passiert dann? Man bzw. ich gebe es auf. Frust baut sich wieder auf usw.

Das hören oder auch raushören. Ist auch sehr wichtig. Man bzw.erwartet gerade als fortgeschrittener Anfänger zu viel von sich. Ich wünschte mir schon, das ich die Töne gut gaushören könnte. Aber das ist ein Prozess von Jahren. Nicht Monaten oder Wochen. Aber ohne das ist es eben auch voll schwer.....
Es ist auch für mich schwer, rauszuhören was andere gerade spielen, bin mit dem Einsatz zu früh oder zu spät und viel zu selten richtig. Gott sei dank, ist das ne reine Übungssache.

Rhythmus und Timing ..Mega wichtig..auch beim improvisieren. Wenn man es schafft die besagten 3 oder 4 Töne im richtigen Timing einzusetzen auf den richtigen Zählzeiten, macht das auch wieder was aus. Und das ergibt ja dann letztendlich auch den Rhythmus

Hier ist ein Video, in dem ich versuche einen passenden Basspart für Entre Dos Aguas zu kreieren. War die Hausaufgabe meines Bassunterrichts. Habe die Akkorde erhalten und ne Idee, wie ich anfangen könnte. Den Rest muss ich selbst erarbeiten. Und es ist immer noch nicht fertig.
Null Gefühl, Timing ist zeitweise grauenvoll, fliege immer wieder raus. Außerdem wechsle ich den Spielrhythmus zu falschen Zeit.

https://www.youtube.com/watch?v=nsOd7-P ... e=youtu.be

Leider orientiere ich mich immer an Vollprofis, was mir zwar einerzeits immer einen Kick verpasst und mich anspornt, andererseit mir aber immer wieder vor Augen hält, was für ein Looser ich doch bin. Leider. Fluch und seegen zugleich.

Es ist schon schwer etwas vom Blatt zu lernen und es gut wieder zu geben. Selbst etwas zu kreieren ist weitaus schwerer und verlangt einiges mehr ab.

Und E Gitarre zu spielen mit diesen ganzen Mega Riffs und so ist noch mal was anderes als ein par Powerchords zu spielen. Die dinger sind sehr schwer, zumal sie auch richtig schnell gespielt werden. Und das kommt nicht von heut auf morgen. Und wenn man jahrelang nur Liedbegleitung gemacht hat, dann ist das ne Riesen Umstellung. Da musst Du unbedingt Geduld mit Dir haben. Anders ist es natürlich,wenn Du merkst, das die E Gitarre Dich generell nicht mehr anspricht.. Ist mir auch so gegangen. Gott sei Dank war meine E Gitarre geliehen.
LG von Netti
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » Di 4. Apr 2017, 15:55

Hallo Netti,

danke für dein Feedback. Es heißt ja allgemein, dass in der Ruhe die Kraft sitzt und man sich beim Erlernen eines Instruments nicht zu sehr unter Druck setzen sollte. Geduld haben wir ja eigentlich alle, aber irgendwann stellt man sich schon mal die Sinnfrage. Da wir ja keine Teenager mehr sind und keine großen Ambitionen haben, sollten wie ja mit einer gewissen Gelassenheit an die ganze Sache herangehen. Irgendwann ist man aber bezüglich der ganzen Baustellen auf dem Weg zu einem halbwegs passablen Gitarristen überfordert und irgendwie auch bisweilen ermüdet, wenn es nicht weiter geht. Irgendwie könnte das Motto wie folgt lauten: „Man lernt Gitarre, um schlecht spielen zu können.“ Das ist den objektiv schon ein Erfolg, da ich vorher ja vorher überhaupt nicht Gitarre spielen konnte. So ergeht ja einem auch bei Fremdsprachen. Irgendwann erwartet man aber von sich, das Erlernte einigermaßen zufriedenstellend zu beherrschen.

Bei mir war es einige Zeit so, dass ich mich an der Gitarre eher überschätzt habe und die mangelnden Ergebnisse erst unverblümt zu sehen bekam, nachdem ich mich mal beim Üben wieder aufnahm. Ja, gerade darin liegt das Problem, da ich beim Lernen total in die Bewegungsabläufe vertieft bin und dabei die Lockerheit vernachlässige. Dieses Verkrampfen frustriert. Wenn mein Lehrer mir jetzt eine Bluesimprovisation vorspielt, kann ich das einfach nicht in die Tat umsetzten. Ich müsste mir jede Tonfolge erarbeiten und alles auswendig lernen. Das soll aber ja gerade bei der Improvisation nicht der Sinn sein. Da sollen die richtigen Töne aus einem „heraussprudeln“. Man sieht zu den Backingtracks auf Youtube zahlreiche Videos von Leuten beim Improvisieren, keiner mag einem aber erklären, was jetzt dabei zu beachten ist.

Mich nerven die Youtuber, die ein Tutorial machen, aber den Großteil dazu „missbrauchen“, wie ein junger Gott aufzuspielen, ohne eine konkrete Anleitung zu bieten. Kennt ihr diese Jungs auch? Ist denen das bewusst? Oder fehlt einem einfach das Verständnis? Vielleicht gibt es wirklich auch einen Bereich in der Musik, den man einem Laien ohne musiktheoretische Kenntnisse nicht erklären kann.

Gruß
Horst

PS: Bei deinem Video ist mir aufgefallen, dass du am Ende deine Greifhand kurz schüttelst, da du wohl genauso wie ich verkrampfst. Die letzten Sekunden des Videos nach dem Auflockern bist du dann am besten im Takt.
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Ruby1 » Di 4. Apr 2017, 18:25

Naja, niemand (das glaube ich jedenfalls) schüttelt einfach mal so ne Improvisation raus, ohne sich vorher damit beschäftigt zu haben. Meine Theorie dazu....Falls ich irre, bitte ich mich aufzuklären... :lol: :lol: :lol: :lol:

Zuerst einmal lernt man Abläufe auswendig. Entweder vom absehen oder Tabs oder was auch immer. Somit eignet man sich erst einmal die technischen Abläufe ein. Man lernt das System, das hinter dem Musikstil steckt. Nachdem man einiges intus hat, kann man anfangen einfache Sachen selbst auszuprobieren. Da man ja ungefähr weiß, wie es klingen sollte, fallen einen unter Umständen Disharmonien auf und man versucht was anderes. Und über das weitere probieren verfeinert man das Gehöhr und vor allem lernt man noch besser das Griffbrett kennen, was für das improvisieren wichtig ist.
Soweit zur Theorie. Praktisch tut man sich gerade am Anfang sehr schwer, weil man das Gefühl hat, das es sich gar nicht so anhört wie man selber möchte oder wie man es von den musikalischen Vorbildern gewöhnt ist, zu hören. Und da ist der Knackpunkt, wo auch ich nicht klar komme.

Vielleicht überschätzt dich dein Lehrer auch und verlangt deshalb was von dir, was Du nicht erfüllen kannst.
Wo wir dann auch schon bei den Youtubern sind. Viele von denen spielen auch schon ewig und manchen ist vielleicht gar nicht mehr bewusst, mit welchen Schwierigkeiten die Anfänger zu kämpfen haben.
Ich habe mir einige Videos von Florians Bassunterricht angesehen. Er macht diesen wirklich gut und man merkt das er das gerne macht. Aber sein Unterricht setzt schon viel Theoriewissen voraus , sodas ich viele Sachen erstmal überhaupt nicht kapiert habe. Stufenakorde z.B. oder andere Sachen.
Erst als ich ich mehr und mehr damit beschäftige,fange ich an zu verstehen und ich kann den Videos folgen. Aber es wird immer komplizierter.

Es gibt Bücher über das improvisieren. Leider sind da kaum Leseproben zu finden. Und die Katze im Sack will man möglichst nicht kaufen. Deshalb habe ich auch noch keins. Aber ich denke, das man das unbedingt haben sollte, wenn man improvisieren möchte.
PS: Bei deinem Video ist mir aufgefallen, dass du am Ende deine Greifhand kurz schüttelst, da du wohl genauso wie ich verkrampfst. Die letzten Sekunden des Videos nach dem Auflockern bist du dann am besten im Takt.
Ich spiele eben Bass wie ein Gitarrist :? :? Beim Bass greift man etwas anders um zum ersten weniger Kraft aufwenden zu müssen, weil das Griffbrett länger und somit die Bünde breiter sind und zum anderen, umnur den Ton klingen zu lassen, der klingen soll. Alle anderen Saiten werden mit beiden Händen abgedämft. Das habe ich auch noch nicht so verinnerlicht. Gitarrist eben :lol: :lol:
Verkrampft war ich, weil ich den Zeigefinger immer auf der Saiten liegen gelassen habe. Bin gerade dabei mir das abzugewöhnen :mrgreen: :mrgreen:
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Gitarrenmichl » Di 4. Apr 2017, 22:18

...Spielen, ohne groß zu denken, einfach so zum Spaß. Ein utopisches Ziel?

Nein, Horst. Das geht!
Wie? Kein Plan. Es geht einfach irgendwann ...
Ich spiele seit über 40 Jahren (spielen, nicht üben).
Kann nicht nach Noten spielen (obwohl ich sie etwas lesen kann).
Musiklehrer: nie gehabt.
Internet: (hätte ich gerne gehabt) gab es noch nicht.
Musiktheorie ist bei mir wenig vorhanden.
Musikalisches Talent? Möglich (musikalische Familie), aber da kann ich nichts für.

Ich kann Dir nur raten .. spielen spielen spielen.. nicht um zu lernen, sondern um Spaß zu haben. Der Lerneffekt kommt automatisch.
(Gitarrenlehrer mögen mir verzeihen)
Am besten noch mit anderen zusammen - oder immer wieder zur CD/LP/Tape/Radio/MP3 ... was auch immer.

Ich werde bald 57 und hab immer noch so einen Spass mit der Gitte (auch E-Gitte),
daß ich mir sogar vor kurzem einen neuen Verstärker gekauft habe, nur für mich.

Spielen ohne zu denken? JA! DAS GEHT!

In diesem Sinne
LG Michael

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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Ruby1 » Mi 5. Apr 2017, 08:56

Nein, Horst. Das geht!
Wie? Kein Plan. Es geht einfach irgendwann ...
Mit Betonung auf irgendwann. Solange will man in der Regel nicht warten. :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » Mi 5. Apr 2017, 15:36

>Naja, niemand (das glaube ich jedenfalls) schüttelt einfach mal so ne Improvisation raus, ohne sich vorher damit beschäftigt zu haben. Meine >Theorie dazu....Falls ich irre, bitte ich mich aufzuklären... :lol: :lol: :lol: :lol:

Ja, irgendwie brauche ich auch immer eine konkrete Anleitung. Jemand muss mich konkret beim Händchen nehmen und mir zeigen, wo es lang geht. Gut möglich, dass das prinzipiell dem Grundsatz einer Improvisation zuwider geht. Sicherlich ist für den Könner schwer nachvollziehbar, welche Probleme sich beim Anfänger so auftun. Auch in der Schulzeit taten sich ja einige Lehrer recht schwer, den Lerninhalt optimal zu vermitteln. Auf Youtube habe ich vor kurzem ein Video des Lehrers Christian Konrad (Gitarren Video Interricht) gefunden, der den Einsatz der Pentatonik Schritt für Schritt anhand von Bespielen erklärt. Er schlägt vor, dass man sich anfangs erst einmal auf zwei Seiten (3-4 Töne) innerhalb einer Lage beschränkt, um so ein Gefühl aufzubauen.

Mein Fazit ist, dass auch der persönliche Gitarrenlehrer hier beim Lernen keine Wunder bewirken kann und die Erklärungen im Netz oftmals verständlicher sind. Bisweilen kommt es mir so vor, als ob die Musiktheorie eine deutsche Erfindung ist. ;-) In englischsprachigen Videos hört man nur sehr wenig davon. Der Gitarrenlehrer ist aber letztendlich die wichtige Instanz zum Überprüfen der eigenen Lernfortschritte. Schwächen im Rhythmus fallen im natürlich sofort auf. So lerne ich eine Woche mal ein Lick und bin froh, dass ich es einigermaßen greifen kann. In der Regel schleichen sich bei mir aber kleine Abänderungen bezüglich der Betonung und des Takts ein, die ich gar nicht bemerke. Sehr schnell spiele ich die Tonfolgen ungleichmäßig runter. Dann sind wir wieder beim Timing, was man sich wohl hart erarbeiten muss. Bei mir ist der wöchentliche Unterricht auf der einen Seite ein positiver Antrieb, andererseits erzeugt das aber auch einen gewissen Druck, der mir missfällt. Zum Teil ist es auch so, dass ich mich auch mal von der einen Unterrichtseinheit zur nächsten trotz regelmäßigen Übens sogar verschlechtere. Ja, gerade das Vergessen ist beim Erlernen eines Instruments sehr schnell.

Gruß
Horst
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » Mi 5. Apr 2017, 15:48

Hallo Michael,

ja Spielen ohne zu Verkrampfen und sich selbst unter Druck zu setzten ist wohl die große Kunst. Dazu auch noch mit Freude! Was sage ich „Kunst“, im Grunde ist das ja total einfach, solange man sich nicht ein zu hohes Ziel setzt oder sich gar mit anderen zu vergleichen. Für mich ist es wohl wichtig, sich bezüglich seiner Lernziele geschickt selbst zu beschränken. Was war ich frustriert, dass Barré nicht greifen zu können, zumal andere Leute hier im Forum schon nach ein paar Monaten die Beherrschung dessen in ihren Videos unter Beweis stellten. Irgendwie liest man dann auch noch, dass dies nach x Monaten zu schaffen sei. Habe es für meine Teil irgendwann total ausgeklammert, ansonsten hätte ich wohl schon frühzeitig aufgegeben. Nach rund drei Jahren habe ich erst wieder probiert, dann hat es plötzlich geklappt, aber wirklich nicht immer ohne Schnarren. Heute ist das nicht anders.

Es hilft wohl, bei einem Anflug von Frustration einfach mal herunterzufahren und ein paar simple Akkorde zu schrammeln.

Gruß
Horst
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Gitarrenmichl » Mi 5. Apr 2017, 20:28

Hallo Horst,
simple Akkorde, geschrammelt oder gepickt, sind immer gut um sich zu sammeln. Hört man sich dabei auch noch selber zu und versucht die Gitarre dabei zum klingen zu bringen macht die ganze Sache schon wieder etwas Freude.
Ich glaube Du baust Dir einen enormen Druck auf wenn Du anderen etwas Beweisen willst oder die eigenen Ziele unerreichbar scheinen. Dann macht es keinen Spaß mehr. Das kenne ich auch.
Wenn ich Peter Finger oder andere Profis live erlebe, darf ich nicht mit mir vergleichen. Das was die spielen werde ich nie spielen können.
Deshalb darf ich aber trotzdem über das Können der Profis staunen und mich am Gespielten erfreuen
(.. ein klein wenig Neid ... ok ..aber nur ganz klein :) ).
Selbst der Versuch ein paar Töne mit zuspielen (von CD natürlich) ist erlaubt und kann selig machen, wenn 's denn mal klappt.
Auch die "Selbstdarstellungen" einiger Gitarristen auf YouTube sind zum Staunen und Mitspielen bestens geeignet. Es ist nicht wichtig die selben Töne zu treffen (meist jedenfalls), sondern eigene zu finden, welche zum Lied passen. Das ist für mich Improvisation. Ich glaube nicht, das es da Geheimrezepte gibt. Wer Hilfen aus der Theorie braucht - kein Ding - wenn man damit weiterkommt.
Ich wünsche Dir, daß Du nach 7 Jahren mal wieder 2 Schritte zurück und 3 nach vorne gehst und den Spaß wiederfindest.
LG Michael

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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon GuitarBoy » Mi 5. Apr 2017, 21:06

Hi Horst, du bist nicht allein.
Ich habe vor etlichen Jahren meine erste Gitarre gekauft und auch fleißig geübt.
Zuerst habe ich Happy Birthday, ein Rock´n Roll Lauf und die deutsche Nationalhymne gelernt. Brav mit Tabs Ton für Ton.
Nun konnte ich diese Lieder für kurze Zeit so spielen das man sie zumindest erkennt. Als ich dann Akkorde übte und diese Lieder nicht mehr spielte waren sie auch schnell wieder weg. Der Rock´n Roll lauf ist mir noch geblieben. Ich bezeichne mich immer als der langsamste Gitarrenanfänger der Welt weil ich kaum fortschritte feststellen kann. Ich kann einige Akkorde bin allerdings nicht in der Lage, mal abgesehen von Cowboy Bill, einen Song zu begleiten da ich immer mit dem Schlagmuster meine Probleme habe. Es liegt bei mir bestimmt auch am raren üben und an meinem gedächtnis aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und verspüre Spaß beim Spielen/Üben. Auch wenn ich nach einiger Zeit immer wieder dasselbe übe. Ich ärgere mich zwar wenn ich mich dabei erwische und gelobe mir Besserung aber den Spaß nimmt mir das nicht. Ich habe eine sehr lange Zeit damit zugebracht mir Gitarren Lehrvideos bei YouTube und auf DVD anzuschauen und diese zu Sammeln. Immer wieder neue für Pentatonik, für Rock Gitarre , für die Akustische Gitarre. Irgendwann fiel mir dann auf das ich soviel Zeugs zusammen hab das ich allein schon Monate brauche wenn ich mir das alles anschauen bzw. lesen will. Und vom Zuschauen wurde ich auch nicht besser(schön wärs gewesen). Ein Lehrer ist bei mir nicht drin, die haben hier bei mir Preise jenseits von gut und böse oder zumindest für mich nicht erschwingliche. Da sich Privat nun etwas bei mir ändert was mir mehr Zeit zum üben geben sollte hoffe ich das ich dies auch nutzen werde und dann auch mal so etwas wie Fortschritte bemerken werde.
Gruß aus Bonn
Dirk

Hier gibt es Dormagen fürs Wohnzimmer

https://www.youtube.com/watch?v=u2Wp9M4 ... F50lLiM-my :shock:

Sing like no one ist listening, dance like no one is watching.

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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Hawky » Mi 5. Apr 2017, 21:09

Hallo ihr Lieben,

ein sehr interessantes Thema wie ich meine und für viele Mitleser, die sich nicht trauen selbst zu schreiben, bestimmt auch hilfreich. Mir ging es lange Zeit auch so, ich wusste einfach nicht wohin mein Weg gehen soll. Bis ich eingesehen habe, dass mein Ding halt das schrammeln / begleiten meiner Stimme ist. Das heißt nicht, dass ich nicht auch andere Sachen mache oder machen möchte. Ich bin jetzt nur viel entspannter und setze mich nicht mehr unter Druck. Auch habe ich eingesehen, dass meine Stimme nicht für jeden Song gedacht ist. Zu unterschiedlich sind wir Menschen und ihre Stimmen, dass ich alle nachsingen könnte. Ebenfalls weiß ich, dass ich mit meiner Stimme kein Geld verdienen könnte, muss ich glücklicherweise auch nicht. Es soll halt Spaß machen und da bin ich angekommen. Ich spiele wann ich will und lass es wenn ich keine Zeit habe. Aber nehmen lasse ich es mir nicht, die Musik gehört zu mir, egal wie schräg es sich anhört!

Also entschleunigt euch..... seid kreativ und habt Spaß an der Freud ! ;)

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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon karioll » Mi 5. Apr 2017, 22:33

Horst, übt denn dein Lehrer Stücke mit dir?
Er muss doch Stücke parat haben mit langsamen und kurzen Sequenzen, damit du die Licks wie Worte lernen kannst, die du später zu eigenen "Sätzen" zusammensetzen kannst.

Leider sind viele Lehrer extrem gute Musiker, können aber den Schüler nicht da abholen, wo er ist.
Du kannst gern einen anderen suchen. Ich habe viele Lehrer verschlissen, bei jedem was anderes gelernt, bei manchem auch gar nichts. Bei nur einem alles, was ich fragte, der antwortete auch bei der Theorie nur auf meine interessierten Fragen und überforderte mich nicht, sondern ging auf meine Wünsche ein, aber immer nur meinem Kenntnisstand entsprechend.

Oder such dir einen Song mit einem langsamen kurzen Solo und sag dem Lehrer, dass er dir das aufschreiben und zeigen soll. Es muss nicht in Am sein, denn die Fingersätze sind für alle Pentatoniken gleich.

Ich spiele immer anfangs mit 50 % Geschwindigkeit mit, nach jedem Durchgang 1% mehr ( oder so), dafür gibt es kostenlose Computerprogramme oder tux-guitar mit Geschwindigkeitstrainer.

Dann gibt es Workshops bei Bluesern. Ich habe im letzten Monat sowohl einen für E-Gitarre als auch einen für akustischen Blues gemacht. Da lernst du dann nebenbei auch noch Gleichgesinnte kennen, mit denen du Grillabend-Bands gründen kannst.

Bücher nicht kaufen! Auch ein Buch gibt nicht das geeignete Feedback. Höchstens wenn du schon was kannst und das trainieren willst und/ oder der Lehrer es mit dir durchübt
Mit Üben kann man der Natur ein Schnippchen schlagen.

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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » Do 6. Apr 2017, 10:32

Hallo,

vielen dank für eure weiteren Postings und die aufbauenden Worte.

@Michael+karioll:

Mit den großen Könnern sollte man sich sowieso nicht vergleichen. Sie haben einen aber meist dazu gebracht, überhaupt das Gitarrenspielen anzufangen. Wir alle haben ja unsere Vorbilder. Die Frustration kommt bei mir auch, wenn ich Lerninhalte einfach nicht umsetzten kann. Vielleicht liegt es am Lehrer oder auch an mir. Wohl eine Mischung aus beidem. Es gibt ja auch niemanden, der für mich bewerten kann, warum ich die Umsetzung der Lerninhalte nicht auf die Reihe kriege. Da ich muss ich mich wohl auf mein eigenes Bauchgefühl verlassen. Wenn der Lerninhalt keinerlei Freude erweckt und man im Nebel herumirrt, muss ich mich fragen, wie ich da entgegen steuere. Gerne greift der Lehrer auf die Rhythmuspyramide zurück und verweist beim Improvisieren nach der A-Moll-Pentatonik auf die zu spielenden Notenwerte. Ich soll zum Beispiel mit dem Fuß den Takt stampfen und dabei auf Grundlage eines Backingtracks improvisieren. Dann verweist er auf Viertel-Triolen usw. Beim Spielen ist mir nicht bewusst, aus welchen Notenwerten sich die Licks zusammensetzen. Er spielt mir dann immer wieder im normalen Tempo vor, wie er zu dem Backingtrack dazu improvisiert. Das hilft mir aber irgendwie nicht so weiter.

Der Lehrer übt keine Stücke mit mir, sondern nur einzelne Licks zu Backingtracks. Er weist mich dann auf die Akkorde des Bluesschema hin, die erkennen soll. Dann soll ich zu bestimmten Akkorden vor allem Bendings einsetzen. Das Erkennen der Akkorde und Taktwechsel bereitet mir aber große Probleme. Die von mir gespielten Töne der Pentatonik wirken von mir willkürlich gespielt. Die Bendings sind auch meist zu hoch oder zu tief. Daher ist das Ergebnis schräg. Dann spielt der Lehrer seine Improvisation als Vorlage, was ich wieder nicht umsetzen kann. So geht das hin und her.

Ja, die eigenen Ansprüche herunterzufahren ist wohl die einzige Alternative. Zum Glück macht es mir grundsätzlich ja auch noch Spaß, wenn ich allein schon die Klampfe zur Hand nehme.

@Dirk:

Ja, das mit dem Lernen im Schneckentempo kenne ich zu gut. Auch die Sammelleidenschaft im Fall von Online-Anleitungen ist mir nicht unbekannt. Als ich einen Lehrer genommen hatte, ist das weniger geworden. Es gibt aber ein paar Videos, in denen der Youtuber Schritt für Schritt den Lerninhalt erklärt, die ich mir immer noch regelmäßig anschaue und dazu spiele. Eine Zeit lang habe ich allein, auf der Gitarre einfach so Akkorde geschrammelt, ohne Verbindung zu einem Song. Spaß gemacht hat es mir aber dennoch. Mit dem Lehrer habe ich mir einen riesigen Schritt nach vorne erwartet, was aber leider nur sehr bedingt funktioniert. Wunder kann der Lehrer auch nicht bewirken. Am wichtigsten ist wohl, einfach regelmäßig zu spielen. Mir hilft es auch, sich dabei auf Video aufzunehmen. Auch als Anfänger erkennt man einige Fehler, die einem beim Spielen nicht auffallen. Vor einiger Zeit ist mir aufgefallen, dass der Arm meiner Greifhand regelrecht am Bauch „klebt“ und dabei die Schulter nach unten hängt. Da konnte ich Gegensteuern und mich Entkrampfen. Der Lehrer hat mich nicht darauf aufmerksam gemacht.

Gruß
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon karioll » Do 6. Apr 2017, 11:23

Nein, eigene Ansprüche herunter fahren auf keinen Fall!
Aber die Lerninhalte in kleinere Portionen teilen. Die sind viel zu groß! Du brauchst zunächst mehr Zeit. Danach geht es aber schneller weiter.

Zum Beispiel.
Bending musst du stundenlang einzeln üben! An verschiedenen Stellen des Griffbrett, weil die Wege unterschiedlich sind.
Ich habe eine Gitarre extra mit 9er Saiten, weil sich das Benden einfacher übt und wenn ich es kann, gehe ich auf alle anderen Gitarren.
Fang an mit einem leichten "Verschmieren" des Tons, wie so oft im Blues üblich. Das ist so ein viertel-ton-bending oder noch weniger. Z.b. greifst du den Ton G auf der dicken E-saite, ziehst minimal ganz kurz nach unten und gehst dann auf die A- Saite und spielst den Ton A. Sozusagen ein verschmiertes kurzes G als Vorbereitung auf den Hauptton A.


Gibt er dir Übungen mit Metronom? Die Großen spielen auch mit Rhytmussektion, sei es der Bass oder das Schlagzeug oder das Metronom.

Solche Übungen müsste dir der Lehrer geben. Oder andere auch! Und dann nach einer Woche üben die Varianten in verschiedenen Rhythmen anhand von echten Songs, die dir Spaß machen. Er muss dazu deinen Geschmack berücksichtigen, weil man nur etwas lernen kann, wenn man begeistert ist.

Der Lehrer muss dir sagen, warum etwas nicht geht, Lerninhalte anpassen, das genau ist der Job des Lehrers. Vorspielen lassen kannst du dir was in Konzerten, das ist kein Unterricht!
Nimm doch mal eine Probestunde bei einem anderen Lehrer!
Mit Üben kann man der Natur ein Schnippchen schlagen.

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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » Do 6. Apr 2017, 11:46

Danke für die Ratschläge, karioll. Das was du schreibst, hört sich in Sachen Blues nach einem hilfreichen Weg an. Werde am Ball bleiben.

Mit dem Metronom haben wir anfangs gearbeitet. Nehme das gerne auf meine Kappe, dass ich das vernachlässige.

Gruß
Horst
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » Do 6. Apr 2017, 11:55

Hallo noch mal,

Hier ist der Backingtrack, zu dem wir im Unterricht in letzter Zeit gespielt haben:

https://www.youtube.com/watch?v=22mWUkAi0PI

Hier die Improvisation dazu von einem amerikanischen Youtuber:

https://www.youtube.com/watch?v=Vx_qHbgWtAA

So in dieser Richtung spielt mir mein Lehrer immer vor.

Hier ist dann mein vollkommen holpriges und schräges Spiel. Sorry, für dieser 5 Minuten. Hatte keine Möglichkeit zum Kürzen. So jetzt ists raus... Spiele völlig am Rhythmus vorbei und bin reichlich überfordert.

https://youtu.be/WdyeG5WsSMk

Gruß
Horst
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » Do 6. Apr 2017, 11:57

Hallo ihr Lieben,

ein sehr interessantes Thema wie ich meine und für viele Mitleser, die sich nicht trauen selbst zu schreiben, bestimmt auch hilfreich. Mir ging es lange Zeit auch so, ich wusste einfach nicht wohin mein Weg gehen soll. Bis ich eingesehen habe, dass mein Ding halt das schrammeln / begleiten meiner Stimme ist. Das heißt nicht, dass ich nicht auch andere Sachen mache oder machen möchte. Ich bin jetzt nur viel entspannter und setze mich nicht mehr unter Druck. Auch habe ich eingesehen, dass meine Stimme nicht für jeden Song gedacht ist. Zu unterschiedlich sind wir Menschen und ihre Stimmen, dass ich alle nachsingen könnte. Ebenfalls weiß ich, dass ich mit meiner Stimme kein Geld verdienen könnte, muss ich glücklicherweise auch nicht. Es soll halt Spaß machen und da bin ich angekommen. Ich spiele wann ich will und lass es wenn ich keine Zeit habe. Aber nehmen lasse ich es mir nicht, die Musik gehört zu mir, egal wie schräg es sich anhört!

Also entschleunigt euch..... seid kreativ und habt Spaß an der Freud ! ;)
Danke auch für deiner Worte, Hawky. Dich empfand ich immer als die "Gute Seele" des Forums.

Gruß
horst
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon karioll » Do 6. Apr 2017, 12:08

Gut, dass du dich traust, Videos aufzunehmen.

Du kannst üben, die Schwerpunkte beim Backingtrack zu finden. Mit der Hand auf dem Knie zuerst, dann mit dem Fuß auf dem Boden. Dann immer auf diesem Schwerpunkt einen Ton der Pentatoniken spielen. Damit du fühlen lernst, wo der Groove ist.

Auch wieder mit Metronom üben. Zuerst auf jeden Tack einen Ton, dann auf jeden Tack 2 Töne ( dazu Geschwindigkeit des Metronoms runter naturlich), dann auf jeden Tack 3 Töne. Mal die ganze Tonleiter, mal die halbe hoch und runter, mal nur einen Ton, mal 3 ausgesuchte Töne in verschiedener Reihenfolge.
Das jeden Tag mindestens 10 Minuten oder länger, wenn es Spaß macht. Immer mit Metronom. Wäre ein Wunder, wenn da nicht plötzlich gelegentlich kleine hübsche Melodieschnipsel raus gucken würden.

Oder hast du einen Looper? Dann einen einfachen Backingtrack aufnehmen mit dem Bluesschema. Nur 12 Takte ganz einfach geschrammelt.

Danach erst füllen mit den Licks. Zwischendurch immer auf den Schwerpunkt im Takt achten. Dazu Pause machen, hören, beim nächsten Takt neu anfangen.
Irgendeinen Körperteil unbedingt mit bewegen, günstig ist der Fuß, du musst den Rhythmus in den Körper bekommen.

Die Pentatoniken kannst du! Nimm weniger Töne, 2 oder 3 auf den 4 dünnen Saiten. Und spiele nur die in immer neuen Varianten. Lies mal Hawkys Thread von vorigem Monat zu Backingtracks.

Du hast kein Pentatonik-problem, auch kein Geschwindigkeits-problem. Sondern das, was viele aus unserem Kulturkreis haben: den Groove zu fühlen. Das würde uns oft abgedrillt.

Coole Rhythmusbegleitung würde da aber auch helfen, deshalb immer mal wieder rhythmisch interessante Begleitungen suchen. Da kann man das Mitschwingen oder Fußwippen sogar auch gut lernen, was beim Solo nützt.

Thema ist, den Rhythmus, den Groove in den Körper bekommen!. Dazu gehört alles, auch Mundwegung beim Zählen, kannst auch statt zählen nur Tak-tak oder bla-bla sagen...egal, später beim rhythmisch sicheren singen, (falls du das auch noch üben willst),
Takt mitmachen mit Kopf, Schlagen, Fuß, Bein. Kannst dein eigenes Schlagzeug sein mit dem Schuh auf dem Fußboden. Hör dir die Blueser an, die das machen

https://youtu.be/sYrK464nIeY
https://youtu.be/OT3e1AG2aoM

Hast du einen Song, den du gut begleiten kannst? Dann nimm doch mal den auf und spiele dazu die Pentatonik. Oder fantasiere da vorher eine andere einfache Melodie dazu mit der Stimme und versuch die mit der Gitarre nachzuspielen. Du weißt dann, wo die Takte anfangen und wo du Pausen setzen willst.

Das können deine nächsten Wochen Üben sein, alles gehört irgendwo dazu, es geht um den Rhythmus! Nicht um die Melodie. Das Tonmaterial hast du ausreichend.

In deinem verlinkten Solo fehlen Pausen, die kannst du auch lernen. Später, wird sonst zu viel auf einmal. Oder es kommt dann doch automatisch durch das Erfinden von Gesangsmelodien, die du dann auf der Gitarre machst oder durch das Reinhören, um den Takt wieder zu finden
Zuletzt geändert von karioll am Do 6. Apr 2017, 13:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon karioll » Do 6. Apr 2017, 13:19

Ich hab grad mal probiert, auf den Backingtrack ein Solo aus nur 2 Tönen zu singen. Kann sein, dass mal ein Dritter zwischen kam, aber wenn, dann selten. 2 Durchläufe, einen tief, den anderen höher, 2 andere Töne. Es geht. Muss rhythmisch sein. Probier mal. Und dann das gleiche mit der Gitarre.
Wenn man wenige Töne hat, ist es geil, auch mal laut und leise stark abzuwechseln.
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Ruby1 » Do 6. Apr 2017, 19:03

Hallo Horst
Also ich spiele keinen Blues, aber mir ist da echt was aufgefallen. Der erste Backingtrack verglichen mit deiner Aufnahme.
Du hastda den Groove noch nicht verinnerlicht, was mir auch immer so geht. Das ist echt schwer und wie Gudrun schon schrieb, haben wir es einfach nicht in unseren Genen oder es wurde uns abgewöhnt.

Mir ist aufgefallen, dass Du die Töne schon fast monoton aneinander reihst. Da sollten mehr pausen rein oder auch mal die Töne länger klingen lassen.
Zum Teil hast du das ansatzweise gemacht, was aber nicht ausreicht.
LG von Netti
Cordoba GK Studio Flamenco Gitarre
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » Fr 7. Apr 2017, 10:11

@karioll:

Danke für deine Analyse, die wohl den Nagel auf den Kopf trifft. Das mit der Beschränkung auf die Tönen von zwei Saiten ist ein guter Ratschlag, um das Spiel zu strukturieren. Das Herumwandern entlang das Halses sollte ich zum jetzigen Zeitpunkt wohl unterlassen und bin auf wenige Töne beschränken. Sonst finde ich wohl den notwendigen Groove gar nicht. Nein ,einen Looper habe ich nicht. Werde versuchen, mir einen Song zu suchen, der mir gefällt und ihn mit ein paar Tönen zu begleiten.

Das Einsetzen von zu vielen Tönen der Pentatonik macht sicherlich den notwendigen Groove zunichte.

@Ruby1:

Ja, Pausen sind wichtig. Den einen oder anderen Ton sollte ich auch mal stehen lassen. Wie gesagt, hat bei mir bislang der innere Druck, es können zu wollen, die gewisse Leichtigkeit beim Musizieren untergraben.

Als ich entschleunige meinen „Lernkrampf“ mal und schaue, was passiert.

Gruß
Horst
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » Fr 7. Apr 2017, 10:14

Ich hab grad mal probiert, auf den Backingtrack ein Solo aus nur 2 Tönen zu singen. Kann sein, dass mal ein Dritter zwischen kam, aber wenn, dann selten. 2 Durchläufe, einen tief, den anderen höher, 2 andere Töne. Es geht. Muss rhythmisch sein. Probier mal. Und dann das gleiche mit der Gitarre.
Wenn man wenige Töne hat, ist es geil, auch mal laut und leise stark abzuwechseln.
Das werde ich auf jeden Fall probieren, indem ich zuvor einfach mal intensiver auf den Backingtrack höre, anstatt mit meinem unstrukturierten Eifer gleich loszulegen.
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon karioll » Fr 7. Apr 2017, 18:01

Ja, und dann probieren, das über kurze Strecken auf der Gitarre zu spielen.

Bleib auf den hohen 4 Saiten, egal an welcher Stelle des Griffbretts

Dann kommen übrigens nach ner Weile die Töne "von allein". Denk dir ruhig ein Thema aus, also eine kleine Tonfolge von wenigen Tönen, die du immer mal wieder spielst, z.B am Anfang und am Ende. Und wenn du dich verhaspelt, setzt du mit diesem Riff wieder ein. Der Hörer freut sich über die Wiedererkennung.
Viele Wiedererkenn- Riffs der Rockmusik bestehen aus wenigen Tönen, sind oft ganz einfach, an denen aber jeder den Song erkennt. Kannst dir auch gern eins leihen und im eigenen Rhythmus zitieren.
Also keine Angst vor einfachen, kurzen Tonfolgen, die du immer wieder mal einstreuen kannst.

Hast den den Hawky-thread gelesen und die Videos gesehen?

Die Pausen und längeren Töne kannst machen, wenn du die Schwerpunkte des Taktes inne hast. Ansonsten sind sie sonst wo, das ist ja das, was dich so frustriert. Du kannst sowohl Pause als auch lange Töne. Das ist nicht das Problem. Was du noch nicht hast, wo du sie machen kannst.
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon Horst1970 » Sa 8. Apr 2017, 17:23

Ja, und dann probieren, das über kurze Strecken auf der Gitarre zu spielen.

Bleib auf den hohen 4 Saiten, egal an welcher Stelle des Griffbretts

Dann kommen übrigens nach ner Weile die Töne "von allein". Denk dir ruhig ein Thema aus, also eine kleine Tonfolge von wenigen Tönen, die du immer mal wieder spielst, z.B am Anfang und am Ende. Und wenn du dich verhaspelt, setzt du mit diesem Riff wieder ein. Der Hörer freut sich über die Wiedererkennung.
Viele Wiedererkenn- Riffs der Rockmusik bestehen aus wenigen Tönen, sind oft ganz einfach, an denen aber jeder den Song erkennt. Kannst dir auch gern eins leihen und im eigenen Rhythmus zitieren.
Also keine Angst vor einfachen, kurzen Tonfolgen, die du immer wieder mal einstreuen kannst.

Hast den den Hawky-thread gelesen und die Videos gesehen?

Die Pausen und längeren Töne kannst machen, wenn du die Schwerpunkte des Taktes inne hast. Ansonsten sind sie sonst wo, das ist ja das, was dich so frustriert. Du kannst sowohl Pause als auch lange Töne. Das ist nicht das Problem. Was du noch nicht hast, wo du sie machen kannst.
Das mit den 4 hohen Saiten und der Beschränkung auf wenige Töne ist ein hilfreicher Tipp, der sicher auch das ungeübte Ohr schult. Ja, die prägnantesten Riffs sind sowieso meist einfach gestaltet. Deine guten Tipps werde ich auf jeden Fall beherzigen. Erst einmal die Ansprüche zurück zu schrauben ist wohl wichtig, um nicht zu verkrampfen und zu resignieren, wenn es nicht funktioniert.

Den Hawky-Thread habe ich jetzt auf die Schnelle nicht finden können. Wo finde ich ihn? Habe ja im Forum sowieso einigen Nachholbedarf. Werde mich jetzt erst einmal sammeln und meine Übungen entsprechend der Tipps hier im Forum "entschlacken".

Gruß
Horst
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Re: Frustration nach 7 Jahren lernen

Beitragvon karioll » Sa 8. Apr 2017, 19:11

Hawky-thread:

eigenkompositionen-coverversionen-f9/pl ... t5087.html

Ja, aber du schraubst doch die Ansprüche gar nicht runter! Keiner der Großen spielt das ganze Griffbrett hoch und runter! Genau so wenig wie ein Sänger ständig ununterbrochen immer Tonleitern hoch und runter singt.

Die haben gelernt, ihr Solo wie eine Melodie zu sehen. Einige summen sogar mit, bei Pink Floyd zum Beispiel, habe grad keinen Link.

Aber grad zum Beispiel bei Pink Floyd kannst du sehen, wie da ganz kurze Schnipsel von 3 oder 6 Tönen gespielt werden meist auf den dünnen 4 Saiten. Und dann Pause. Dann wieder ganz bedeutsam ein kleiner Satzteil, der Gitarrist will immer was sagen. Pause. Wie beim Sprechen. Sagst ein Wort oder einen Satz. Wenn es bedeutsam sein soll, musst du das kurz wirken lassen, damit die Leute anfangen, dir zuzuhören. Die lauern auf die nächsten 5 Töne. Auch wenn die Virtuosen später loslegen, sind immer wieder Einzelsequenzen aus kleinen Melodien zu erkennen. Die auch einzeln stehen könnten und wirken würden. Wie beim Sprechen. Guck mal den Anfang hiervon an, die kleinen Worte, die er mit der Musik sagt. Und dann Sätze draus macht. https://youtu.be/fLYeVk9Sk60

Oder hier das Solo: ab 1:10 bis 1:40
30 Sekunden lang immer ein paar Töne, Pause, den gleichen/ähnlichen Lick an andrer Stelle des Griffbretts wiederholt, Pause,... Die Licks sind alle irgendwie ähnlich und gehen zum Schluss " nach Hause" zum Grundton. Fertig die Improvisation, die natürlich oft genau vorher durchkomponiert wurde.
https://youtu.be/RKrNdxiBW3Y

Du sollst die ja nicht üben, weil die Größen da schon ein paar Feinheiten eingebaut haben, oder dein Lehrer schreibt dir das mal in Tabulatur für Guitar-Pro oder tux-guitar. Ich will dir bloß zeigen, dass es geschmackvoll wird durch das Sagen kurzer Sätze. Und wie schön es durch Wiederholungen von Ähnlichem klingt - das Thema, die paar Töne, die dich da durch leiten.

Hör dir ganz viel davon an, und klau die Rhythmen und Pausen.

Du machst dir jetzt kleine Portionen, die du richtig übst, mit Playback (am besten ein eigenes oder einen bekannten Lieblingsblues mit einfachem Schema) oder auch das verlinkte.
Und Metronom! Mit 50 bpm beginnen.

Als Fingerübung kannst du ja gern jeden Tag eine andere Pentatonik auf Geschwindigkeit spielen, aber auch bei 40 oder 50 bpm anfangen, dann in ganz kleinen Schritten hoch nach jedem fehlerfreien Durchgang.


Nicht die Pentatonik - die du ja kannst - sondern der Groove macht den Song!
An den Tonleitern kannst du später weiterlernen, da gibts noch was, was du aber jetzt erstmal nicht brauchst.
Jetzt ist Bein und Fuß und Metronom dran um den Takt zu finden, später immer wieder reinzufinden, wenn du rausfliegst, noch später, den zu halten, egal was is

Das wäre die Aufgabe des Lehrers, dir die kleinen Portionen passgenau zu geben.

Was ich hier schrieb, ist schon zu viel, teile das in kleine Teile, 3 oder 4. Nimm dir auch Zeit, schneller, höher weiter ist hier nicht! Genieße es!
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