Warum ist es so schwer, Gitarre spielen zu lernen?

Schläge, Zupfmuster und mehr…
Ralf
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Warum ist es so schwer, Gitarre spielen zu lernen?

Beitragvon Ralf » So 30. Apr 2017, 13:23

Folgend ein Artikel von Andrew Wasson, der sich mit den grundlegenden Fragen und Schwierigkeiten auseinandersetzt. Wasson war an der GIT und unterrichtet seit vielen Jahren sowohl real als auch virtuell. Seine Videos und Artikel befassen sich mit Anfänger- als auch mit Profifragen, sowie Musiktheorie.

Dieser Artikel bringt auf den Punkt, was ich selber oft genug "predige", auch wenn ich ein paar Sachen nicht zu 100% unterschreibe. Alles zusammen jedoch ist alles zutreffend.

Warum ist es so schwer, Gitarre spielen zu lernen?

Jane ist 27 Jahre alt und spielt seit drei Monaten Gitarre. Sie wird ziemlich gereizt, wenn sie diese Anzeigen sieht, die behaupten, man könne Gitarre spielen in nur drei Wochen erlernen und dann so spielen wie die Profis. Sehr ärgerlich!

Insgeheim weiß sie, dass es Jahre der Hingebung erfordert, um ein hohes Maß an Fertigkeiten zu erlangen. Jane versteht auch, dass viele Anfänger die geichen Probleme haben, wenn sie das Instrument erlernen.

Da so viele neue Spieler die gleichen Probleme haben, habe ich [Andrew Wasson] beschlossen, einen kurzen Artikel über die häufigsten [Schweierigkeiten] zu veröffentlichen (in dem jeder Neuling irgendwas für ihn nützliches finden wird).

Hier sind die häufigsten Probleme, die neue Gitarrenschüler haben und ein paar Tipps, was man tun kann, um sie zu lösen.

ANFANGEN und BEIBEHALTEN EINER ÜBUNGSROUTINE

Wir leben in einer geschäftligen Zeit, was bedeutet, dass viele Gitarrenschüler keine Zeit zum Üben haben. Aber, was viel schlimmer ist, neue Schüler haben keine Routine für das Üben und es ist sehr schwierig [für sie], eine solche zu entwickeln. Das git vor allem für jene Schüler, die bislang noch kein Instrument spielen. Wenn diese Person keine vorigen Kenntnisse über Übungswissen hat (also wie es ist, ein verschachteltes Konzept zu beherrschen), wird es unglaublich schwierig sein, diese in den Alltag zu integrieren.

Haltet eure Übungszeit am Anfang etwas kürzer und behaltet das Gelernte, überprüft diese mehrmals. Am Anfang reichen 20 Minuten, maximal eine halbe Stunde.

Druckt eure TABs und Musikunterricht-Unterlagen aus und stellt sie auf ein Notenpult vor euch; übt diverse Gitarrentechniken über einen festgelegten Zeitraum (was bedeutet, dass ihr danach üben oder einfach rumspielen könnt).

Beginnt mit sehr kurzen Übungseinheiten - selbst fünf Minuten pro Thema sind von Nutzen. Packt die Gitarre nicht weg, sondern spielt an anderen Momenten während des Tages; während ihr fernseht, ihr auf die Mikrowelle wartet, während ihr telefoniert, oder ihr auf jemanden wartet, etc.

Der Punkt ist, die Gitarre immer sichtbar zu haben, um sie schnell in die Hand zu nehmen zu können, wenn es gerade geht.


AKKORDE ANSCHLAGEN LERNEN (STRUMMING)

Dies ist definitiv das erste ernsthafte Problem, in das Anfänger laufen. Sie lernen so in etwa ein paar Akkorde zu greifen (was eine beträchtliche Zeit dauert, um sie zu verinnerlichen). Und dann erkennen sie, dass man zwischen all diesen wechseln muss. Das ist genau die Stelle, an der die Mühe beginnt.

Beginnt mit einer leicht zu greifenden Akkordform wie z.B. E-Dur, A-Dur oder D-Dur. Verbessert den Klang, werdet die unsauberen oder nicht hörbaren Noten los und versucht als erstes einen sauberen Klang zu erreichen. Dann versucht euch an schwierigeren Akkorden wie z.B. C-Dur.

Es scheint unmöglich, aber es wird immer einfacher, einen Akkord so zu greifen, dass er anständig klingt. Das gleiche gilt auch für Akkordwechsel. Lernt, wie man korrekt Akkorde wechselt und arbeitet hart daran! Das bedeutet, dass ihr von einem euren bekannten Akkord zu einem wechselt, den ihr noch lernt.


WIE ÜBT MAN EINEN SONG?

„Ich habe keine Ahnung, wie man einen Song anständig übt.“
Diese Aussage kommt meistens von Schülern, die gerne von Song zu Song springen, ohne sie wirklich zu (er)lernen und ohne die Techniken zu erarbeiten, die in diesem Song vorkommen {alternative Übersetzung: “... die dieser Song dem Spieler anbietet.“}

Was normlerweise passiert ist, dass der Schüler mit einem Anfängersong beginnt, an einer Stelle auf ein Problem stößt und sich entschließt, lieber einen anderen Song zu nehmen und den ersten zu vergessen. Aber der neue Song ist auch ein bisschen schwierig, also wieder einen anderen nehmen ... und so weiter.

Das Ergebnis ist, das sie keinen einzigen Song vernünftig (oder mit Hingabe / Einsatz) gelernt haben und sich somit nicht verbessert haben; dass sie alle Songs angesehen haben und keine Ahnung haben, was sie als nächstes tun sollen.

Der bessere Ansatz ist nicht, gleich aufzugeben, sobald das erste Problem auftritt. Deshalb ist es nötig, nur solche Songs zu erlernen, die auch für einen [Anfänger] machbar sind. Anfänger-Liederbücher können da sehr hifreich sein.

Zum Beispiel ein Song, den ich [Andrew Wasson] kürzlich in einer Klasse unterrichtet habe. Es war Audioslaves „Doesn’t remind me“. Die Akkordwechsel sind mit E- und A-Dur serhr einfach. Im Refrain kommen noch D-Dur und E-Moll hinzu. Somit haben wir einen perfekten Song für einen Anfänger.

Das Finden solcher Song wie diesem ist genau das richtige für einen Anfänger. Aber, der wichtigste Punkt {oder Faktor} beim Lernen dieses (oder eines vergleichbaren} Songs ist, die Akkorde außerhalb des Liedes zu erlernen. Wenn man den oder die Akkorde kann, fügt man sie in den zu erlernenden Song ein. Danach erlernt das Anschlagmuster. Mit anderen Worten: Lernt das Stück in kleinen Teilen, in kleinen Schritten. Haltet es für euch machbar.


SPRECHT MIT „PROFIS“ AUF EUREM WEG

Der letzte Punkt, auf den ich hinweisen möchte ist, dass es wichtig ist, mit einem professionellen Lehrer auf dem Weg zu sprechen. Ich [Andrew Wasson] leite Skype-Klassen mit Mnschen aus der ganzen Welt, die oft nur alle paar Monate den Kontakt suchen. Sie möchten bewertet werden und [später] wieder bewertet werden um zu wissen, ob sie auf dem richtigen Weg des effektiven Lernens sind.

Dies ist ein Schlüssel in der Entwicklung. Es alleine zu tun, setzt dich in ein Vakuum und wird dir eine Menge schlechter Angewohnheiten bringen. Diese schlechten Angewohnheiten werden dir eine Menge Kummer im weiteren Verlauf bereiten. Um diese zu vermeiden, nehme einen Gitarrenlehrer oder benutze ein vernünftiges Gitarren-Lern-System (wie mein Creative Guitar Studio Kurs).


Quelle: http://creativeguitarstudio.blogspot.de ... uitar.html
Die Erlaubnis zur Übersetzung und Veröffentlichung seitens Andrew Wasson liegt vor


Ralf

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Re: Warum ist es so schwer, Gitarre spielen zu lernen?

Beitragvon GuitarBoy » So 30. Apr 2017, 17:13

Danke Ralf das du diesen text hier gepostet hast. Ich war ja nach deiner Ankündigung schon richtig gespannt und habe insgeheim gehofft das in dem Text etwas für mich zu finden ist. Was soll ich sagen, es scheint als habe der Autor eine versteckte Kamera bei mir gehabt. Ich finde mich in fast jeder Zeile wieder. Ich scheine ja ziemlich Klischee mässig zu lernen bzw dieses zu versuchen oder anders gesagt es gibt anscheinend mehr wie mich allein die nicht so recht weiter kommen und ähnliche bis gleiche Sorgen beim Gitarrenspiel haben.
ich werde mich dann hinsetzten um einiges aus dem Bericht umzusetzen.
Nur die Vakuum Nummer muss ich wohl lassen, denn über mein Wohnzimmer hinaus geht mein Gedudel nicht.

Danke für deine Übersetzung.
Zuletzt geändert von GuitarBoy am So 30. Apr 2017, 18:16, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß aus Bonn
Dirk

Hier gibt es Dormagen fürs Wohnzimmer

https://www.youtube.com/watch?v=u2Wp9M4 ... F50lLiM-my :shock:

Sing like no one ist listening, dance like no one is watching.

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Re: Warum ist es so schwer, Gitarre spielen zu lernen?

Beitragvon LittleWitch » So 30. Apr 2017, 17:26

Da kann ich mich Dirk nur anschließen.

Und was das Thema Profi angeht.... ich werde mir wohl einen anderen Lehrer suchen müssen ;)

Danke !
Viele Grüße
Kerstin
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...bricht man ihnen die Flügel,fliegen sie trotzdem weiter....auf einem Besen!!!
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Re: Warum ist es so schwer, Gitarre spielen zu lernen?

Beitragvon Hawky » Mo 1. Mai 2017, 07:47

Danke Ralf für deine Mühe die du dir wieder einmal gemacht hast!

Man bekommt erst beim erlernen der Gitarre mit, wie umfangreich ihre Phasetten wirklich sind!
Davon darf man sich aber nicht schrecken lassen. Die Frage die sich jeder stellen muss ist, wo will ich hin?
Man darf sich nicht verzetteln, erlerne eins, dann das nächste und wieder etwas Neues ! Anfangs war das das
Problem bei mir, ich habe immer neue Sachen die man mit der Gitarre machen kann angefangen ohne eines richtig
zu erlernen. Das macht man, wenn man allein in sein Kämmerlein ( Vakuum ) sitzt und es nicht besser weiß .

Gut, dass es Foren mit Usern wie euch gibt, die einen mit Geduld wieder auf den rechten Weg weisen! Danke!

LG Uwe

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Re: Warum ist es so schwer, Gitarre spielen zu lernen?

Beitragvon Ralf » Sa 6. Mai 2017, 10:02

Danke Ralf für deine Mühe die du dir wieder einmal gemacht hast!
Gern geschehen ;)
[...]Die Frage die sich jeder stellen muss ist, wo will ich hin?
Man darf sich nicht verzetteln, erlerne eins, dann das nächste und wieder etwas Neues ![...]
LG Uwe
Hm, schwierig zu differenzieren. Ja, man sollte sich nicht verzetteln. Das heißt aber nicht, dass man nicht an mehreren Dingen [gleichzeitig] arbeiten soll(te). Bedingung dabei ist nur, dass man auch tatsächlich alle Baustellen, die man aufgerissen hat, auch konsequent bearbeitet.

Es ist nichts dagegen einzuwenden, an 2-3-4 Songs parallel zu arbeiten. Das mag unlogisch klingen, ist es aber nicht. Wohlgemerkt sollten parallel laufende Songs und deren Übungen vom Schwierigkeitsgrad nicht allzu differieren. So macht es absolut keinen Sinn, zum einen mit z.B. Happy Birthday seine mehr oder weniger ersten Gehversuche zu machen - und als anderen Song What a wonderful world. So eine Auswahl muss einfach nach hinten losgehen, dazu ist der Schwierigkeitsgrad (in Form von der Menge der Akkorde und deren schnellen Wechsel), nett ausgedrückt, einfach zu hoch für einen Anfänger.

Was aber Sinn macht ist, sich ein kleines Portfolio anzulegen, das mit den Akkorden, die man kennt, auskommt. So macht das Üben auch weitaus mehr Spaß, wenn die Auswahl an Übungs- & Spielmaterial größer ist. Zudem können dabei nicht nur die Griffe und deren Wechsel verbessert werden, sondern durch die wahrscheinliche andere Rhythmik auch die Fähigkeit, schneller und besser die Saiten anzuschlagen bzw. zu picken/zupfen.
Aber ... beim Portfolio bitte nicht übertreiben, denn sonst passiert das, was nicht nur Uwe oder Andrew schreiben: nämlich die völlige Verzettelung, bei der nur wirklich wahnsinnige Klampfisten gewinnen können ... alle anderen werden nicht nur den Überblick verlieren, sondern auch Lust und Freude, weil am Ende einfach gar nichts wirklich klappt.

In diesem Sinne
Ralf

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Re: Warum ist es so schwer, Gitarre spielen zu lernen?

Beitragvon Ralf » Sa 13. Mai 2017, 08:31

Und noch eine Anmerkung zum "lernen"

Es ist beileibe nicht damit getan, sich Akkorde und deren Wechsel zu merken und flüssig zu verbinden und zumindest die Allroundstrummings 1+2 anzueignen ...

Ich verbringe viel Unterrichtszeit damit, immer wieder auf das Thema Spreizfähigkeit der Finger, sowie die unabhänge Bewegung der Finger mit diversen Übungen zurückzukommen. Es ist etwas, das sehr oft sträflich vernachlässigt wird :!:
Dabei spielt gerade "die Herrschaft über die Finger" eine sehr wichtige Rolle, wenn es darum geht, neben der Akkordbegleitung auch eine "Nebenmelodie" zu spielen wie z.B. in Bryan Adams Summer of 69 oder UFOs The coming of Prince Kajuku.
Das zumindest, was die Greifhand, bzw. deren Finger angeht.

Ebenso wichtig ist das Einhalten von - je nach Spielweise - festgelegten Stellen der Spielhand, damit diese immer die richtigen Saiten trifft. Gleich, ob es sich um Strumming oder um Flatpicking (wobei die angespielten Saiten nicht zwangsläufig nebeneinander liegen müssen (s.d. Sweet home Alabama), sondern getrennt) oder um Fingerpicking.
Auch das muss trainiert werden - und wie das o.a. Thema ebenfalls etwas, an das Schüler immer wieder hingeführt werden müssen. Vor allen Dingen dann, wenn wenig Zeit zum üben zuhause vorhanden ist.

Und nein, beide genannten Bereiche passieren nicht plötzlich einfach so, sondern funktionieren erst, wenn sie regelmäßig trainiert werden, bis tatsächlich der Automatismus - die Routine - "greift".

Ralf

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Re: Warum ist es so schwer, Gitarre spielen zu lernen?

Beitragvon Hawky » Sa 13. Mai 2017, 13:57

Hallo Ralf,

ich warte schon seit Jahren auf den Moment, wo die Finger sich bewegen können wie des Kraken Arme. :lol:
Nur tun sie mir nicht den Gefallen. Reinhold erwähnte ja ansatzweise wie wichtig " seine" Spinnenfingerübung ist.
Nur sind die alten Finger nur schwer daran zu gewöhnen diese Übungen zu machen ( man kann es aber auch Faulheit nennen).
Wie auch immer, auch ich habe schon versucht meine Finger an Tischkannten zu dehnen um mehrere Bünde überbrücken zu können. Nur macht das einen Sinn. Mein persönliches Problem ist, dass mein Kleinerfinger sich nur beugt wenn der Ringfinger mitgeht. Ich zeige dir das mal in Dormagen. So, bin ich da schon etwas gehandikapt, was meine Beweglichkeit angeht. Vielleicht gibt es ja eine schöne Übung die du mir zeigen kannst. Ich bin gespannt !

LG Uwe ;)

Ralf
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Re: Warum ist es so schwer, Gitarre spielen zu lernen?

Beitragvon Ralf » Sa 13. Mai 2017, 15:31

Hallo Uwe,

erinnere mich in Dormagen daran. Dürfte auch für andere Teilnehmer nicht uninteressant sein.

Du beschreibst passives Trainieren (Tischkante) als Mittel. Ähnliches gebe ich auch weiter. Viel effektiver ist aber aktives Trainieren; dauert leider länger, ist aber idR erfolgreicher. Zwei Haken gibt es natürlich: 1) Es braucht seine Zeit; 2) Wenn die Sehnen von Ring- und kleinem Finger über der Handwurzel eine Verbindung eingegangen sind, hilft auch viel Training nur bedingt weiter. Zwar werden die Finger beweglicher, aber leider nie so, als wenn die Sehnen "frei" arbeiten können.

Wie auch immer, sprich (sprecht) mich an.

Ralf

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Re: Warum ist es so schwer, Gitarre spielen zu lernen?

Beitragvon Wihoki » Sa 13. Mai 2017, 21:30

Hab mit großem Intresse diese Beiträge verfolgt und kann da dem Ralf nur zustimmen.
Ich habe seit etwa einem 1 1/2 Jahren mein " Lernmuster" verändert und für mich war es die beste Idee überhaupt.
Wir leben mit Internet und Informationen sind immer und überall sofort greifbar. Auch was Akkorde und Liedtexte angeht, kennt Ihr sicher auch.
Ihr hört ein Lied und denkt oh..toll gefällt mir, will ich lernen, zack..geggogelt und schwuppst Text und Akkorde.
Das führte bei mir dazu das ich zick lieder " etwas" konnte. Mich aber nie wirklich mit dem Lied auseinander gesetzt habe, sprich Rhytmus, Text, gerade bei Englischen Liedern...kann nur so "möchte gern Englisch" :lol:
Als bin ich hingegangen und habe mir das Lied welches ich lernen wollte angehört...1mal..5mal..50 mal
und da war es der aaaaaahaa Effekt ...so spielt er das...da betont er...den Akkord spielt er....die Zeile wird sehr betont...
Was soll ich sagen, es erscheint blöde erstmal sich nicht einfach die Infos zu holen, ist es aber nicht.
Weil so lerne ich für mich besser, klar guck ich nach 2-3 Wochen ob die Akkorde auch stimmen...aber man lernt bei diesem Prozess viel mehr, nämlich das Stück, den Text; die Akkorde und man trainiert sein Gehör, seinen Rhytmus, seine Pausen die ja sehr wichtig für ein Lied sind.
Will nicht sagen, früher war alles besser aber möchte sagen versucht mal Back to the Roots :-)
Für mich ist es eine sehr gute Idee gewesen...zumal das Internet ja auch oft Lügt was Akkorde oder so angeht und da man gerade als Anfänger schnell überfordert ist ....was stimmt jetzt eigentlich....die oder die Akkorde...kennt Ihr bestimmt auch... ;)
Viele Grüße
Wihoki
Hier machen Freunde mit Wihoki Mucke
♫Strassensaiten♫Bild

Am ende ist alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es auch noch nicht zu ende :D

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Re: Warum ist es so schwer, Gitarre spielen zu lernen?

Beitragvon Ralf » Fr 19. Mai 2017, 16:16

Danke Wihoki :!:

Es ist sehr wichtig für den "Erfolg", an einer Sache dran zu bleiben - und vor allem mit den Ohren zu üben ;) bevor man so richtig in die Saiten zu hauen versucht. Je mehr man ein Lied gehört hat, desto mehr hat man es verinnerlicht, weiß an welcher Stelle ein Akkordwechsel oder/und eine Pause und/oder ein Break etc. kommt.
Das ist dermaßen wichtig, weil es das "Raten der Akkorde" erheblich vereinfacht. Eben dadurch, dass das Gehör mit trainiert wird. Es ist ein Feedback-Effekt zwischen Hören und Wissen (Erfahrung); auch dann, wenn man von der Theorie nicht den blassesten Schimmer hat.

Doch es ist nicht nur an den Akkorden (um ein Lied spielen zu können), sondern auch die Bewegungsfähigkeit der Finger. Die Kletterübung ist eine Sache. Sie ist aber chromatisch (also einen Ton nach dem anderen, ein Bund nach dem anderen). Variationen daraus, also andere Fingerreihenfolgen, trainieren die bewusste Steuerung (wird später automatisch) einzelner oder mehrerer Finger.

Und noch etwas ist m.E. enorm wichtig: Fingerübungen mit Akkorden, bzw. Akkordprogressionen, die die Dehnfähigkeit zwischen den Fingern (langsam aber sicher) erhöht. In einigen Songs ist es sehr gut hörbar (z.B. Wild Dogs / Holy Man Deep Purple), im Jazz und in der Klassik sowieso.
Auch da (wie z.B. in den genannten Songs) bringt es viel mehr, SELBER herauszufinden, wie sich ein Akkord verändert (in dem Fall ausgehend von D-Dur), wenn der Basston wandert. Welche Finger müssen stehen bleiben, welche bewegen sich ..? Experimentieren anstatt sofort eine Vorlage zu nutzen, bringt mit Abstand mehr - und bleibt besser im Gedächtnis - als das Ablesen von Noten oder TAB.

Gleichzeitig hat man für die Überei gleich mehrere Sachen ohne sich dabei zu verzetteln - und trotzdem nicht immer das gleiche machen zu müssen ... was erfahrungsgemäß jede Lust und Freude am Üben tötet.

Ralf


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