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GITARRENPLEKTRUM Wissenswertes über Pick, Plek, Plektrum oder Plektron

Das Gitarren-Plektrum

Achte bei der Auswahl des Plektrums auf eine relative Härte!

E-Gitarristen spielen fast ausschließlich nur sehr harte Plektren, ca. 1,0 - 1,2 mm stark.Auf der akustischen Gitarre kannst du bei einer reinen Schlagbegleitung durchaus auch mal ein mittelstarkes Plektrum benutzen. Diese haben einfach einen anderen Sound, der z.B. bei Studioaufnahmen unverzichtbar ist. Doch auch der Akustikgitarrist greift beim Solospiel auf ein hartes Plek zurück.

Dies gilt auch für die beliebte Wechselbass-Spielart, wobei ein Bass und ein Schlag im Wechsel angeschlagen wird.
 

Preisbereich: 0,50 € bis 1,- €

Die Preisangabe bezieht sich auf "normale" Plektren, es gibt auch noch weit teuere Plektren aus fast allen Materialien, die aber dadurch nicht besser zu spielen sind.

Fingerpicks

Auch Fingerpicks sind sehr gewöhnungsbedürftig, weil sie einerseits ein taubes Gefühl in den Fingerspitzen verursachen, zum anderen klappt anfangs gar nichts.

Davon sollte man sich aber nicht abhalten lassen, denn schon nach kurzer Übungszeit auf der Gitarre hat man den Bogen 'raus und man hat dann ein sehr klares Klangbild beim Gitarre spielen. Du bestückst allerdings nur drei Finger: Zeige-, Mittel-, Ringfinger.

 
Grundsätzlich sieht man die Fingerpicks selten, dann meistens das unterste Modell von Dunlop aus Stahl. Die Plastikvariante nutzt kaum jemand.
 
 
Preisbereich: Stück ca. 1,- bis 2,- €

Plektrumhalter

Nichts ist schneller verschwunden als ein Gitarren-Plektrum!
 
Aber wohin mit dem Ding?

Links im Bild ein Plektrumhalter zum Ankleben an die Gitarre.
Die neueste Errungenschaft diesbezüglich ist das Wedgie: ein Gummiteil, welches zwischen zwei Gitarrensaiten oberhalb des Sattels mit einer Drehung eingeklemmt wird.
Damit hat man die Möglichkeit, zwei Plektren einfach zwischen zwei vorhandenen Gummilappen einzustecken.
 
Vorteil: Das Teil selbst erzeugt keinerlei Nebengeräusche und Vibrationen, so wie es bei anderen Vorrichtungen schon passieren kann...
 
Preisbereich: 1,- bis 2,- €


Daumenpicks

Dieses Hilfsmittel ist hauptsächlich auf der akustischen Gitarre zu sehen.
Es wird auf den Daumen gesteckt und der Spieler hat dadurch nicht nur einen perkussiveren Ton, sondern bei stundenlangem Gitarrenspiel ist es auch für den Daumen angenehmer, einen Schutz vor der Saite zu haben.
 
Anfänger lassen sich oft vor der Benutzung des Daumenpicks abschrecken, weil man sich grundsätzlich erst einmal daran gewöhnen muss. Er darf nicht zu eng den Daumen umschließen, aber natürlich auch nicht zu locker sitzen.
 
Die Daumenpicks werden zwar auch aus Stahl hergestellt, aber die Plastikvariante wird von ca. 90% aller Nutzer bevorzugt.
 
Preisbereich: 1,- bis 2,- €

Foto von Ralf Wiethoff

Das Mysterium der Plektren

Hier ein Kommentar zum Thema "Plektren" von unserem Forumsmitglied, dem Gitarristen und Gitarrenlehrer Ralf Wiethoff  

 

 

Welche Rolle spielen unterschiedliche Plektren für den Sound?

Nicht nur Gitarrenanfängern ist selten klar, welchen Einfluss nicht nur unterschiedliche Dicken, sondern auch das Material von Plektren auf den Gitarrensound – vor allem bei Akustikgitarren – hat. Insbesondere bei Stahlsaiten ist dieser Einfluss deutlich hörbar.

Meistens wird bei einer Gitarre auf die verwendeten Hölzer großen Wert gelegt, wie auch auf die Auswahl der Saiten, was auch vor allem bei Konzertgitarren beachtet werden sollte. Bei „Steel-String-Guitars“, die mit Plektren gespielt werden, ist die Wahl des „richtigen“ Plektrums fast noch wichtiger als das Holz oder die Form der Gitarre.
Der Zubehörmarkt für Gitarren liefert eine Unzahl von Gitarrenplektren in unterschiedlichen Dicken und Materialien. Überwiegend wird nach der Dicke entschieden - nicht falsch, aber das Material ist fast noch wichtiger. Jedem Gitarristen sei angeraten, sich im Musikgeschäft seines Vertrauens mit einer Auswahl an Pleks zu beschäftigen, bevor blind irgendwas gekauft wird – und wenn, dann gleich Sets mit verschiedenen Dicken und Materialien. 

 

 

Die Form

Die Standardform ist ein langgestrecktes Dreieck mit abgerundeten Kanten, wobei die Spielkante mehr oder weniger gerundet ist. Zwei Größen herrschen vor: Die meist gebräuchliche Standardgröße und eine etwas kleiner Variante. 

Auch häufig benutzt wird eine länglich ovale Form, die quasi zwischen Zeigefinger und Daumen verschwindet.
Bei Anfängern beliebt sind gleichschenkelige Dreiecke. Sie sind eigentlich für Anfänger ungeeignet, weil sie sehr groß und unhandlich sind, besser geeignet für Bassspieler.
Zu erwähnen ist noch eine langgestreckte Tropfenform (oben kleine, unten große Ellipse), die hauptsächlich zum Schrammeln geeignet ist.

 

 

Die Dicke

Es kommt darauf an, WAS gespielt werden soll. Dicke Plektren sind (bis auf Filzplektren) aus härterem Material und starr. Sie sind exakt zu führen, so dass auch schnelle und schnellste Einzelnoten einer Melodie korrekt angeschlagen werden können. Das ist vor allem dann ein wichtiges Kriterium, wenn beim Flatpicking (also Picking mit Plektrum) die anzuschlagenden Gitarrensaiten nicht direkt untereinander liegen. Zudem sind sie erheblich lauter. Gebräuchlich sind hier 1,0 – 2,0 mm, es gibt sie aber auch bis z.Zt. max. 12 mm.
Dünne Plektren eignen sich bestens für das Rhythmusspiel. Soll es leise und eher ablaufend klingen, sind 0,3 – 0,5 mm eine gute Wahl. Am gebräuchlichsten sind 0,6 – 0,75 mm, mit denen ein Kompromiss zwischen Schrammeln und nicht allzu häufigem Flatpicking möglich ist.

 

 

Das Material

Wenig Beachtung findet das Material, ist aber ein Haupt-Klang-Kriterium. Jedes Material – und im Nachtrag dann die Dicke – hat zum Teil extrem andere Klangeigenschaften. Es gibt Plektren aus: Hartplastik (Kunststoff), Nylon, Celluloid, Stahl, Messing, Glas, Plexiglas, Filz und Holz (diverse Hölzer).

Um gleich die extremsten Soundunterschiede herauszupicken: Filz und Stahl. Was macht den Unterschied aus? Und wofür braucht man das? Stahl, das liegt auf der Hand, gibt einen sehr obertonreichen Klang und ab 0,75 mm Dicke ist eine sehr präzise Soloführung auch in schneller Spielweise möglich.

Filz hat genau gegenteilige Klangspezifika. Quasi ohne Obertöne und sehr schwache Höhen, dafür starke untere Mittenbetonung. Der Gesamtklang ist sehr weich und leise. Innerhalb eines Gitarrenensembles würde ein Spieler eine ähnliche Klangrolle einnehmen, wie ein Keyboarder, der „weiche Flächensounds“ (Pads) untermalt.
Beide Materialien sind für den Akustikspieler eher irrelevant.

Am besten geeignet sind Nylon (ca. 0,6 mm) für einen brillanten Rhythmussound und Celluloid (ca. 0,8 – 1,0 mm) für mittenreichen Rhythmus und exaktem Lick-/Solospiel. Beide Materialien sind vorzüglich für Akustikgitarren geeignet, je nach Soundvorstellung oder -wunsch.
Für diejenigen Akustikgitarristen, die in einem Ensemble hauptsächlich Soloparts übernehmen, insbesondere bei Bluegrass oder Irish Folk, sind Celluloid ab 1,0 mm oder Kunststoff ab 1,0 mm angeraten, da die oft sehr schnellen Notenfolgen ein exaktes Spiel – und damit Handling des Plektrums – erfordern.

 

 

Sonstiges

Neben Material, Form und Dicke gibt es natürlich noch andere Kriterien, die jeder für sich ausprobieren muss.
Soll ein Plektrum eine absolut glatte Oberfläche haben? Wenn nicht, gibt es welche mit eingeprägten Riffelmustern, aufgetragenen Partikeln oder Mulden (mit erhöhtem Rand). Diese Plektren sollen das Verlieren verhindern, was sie nach kurzer Eingewöhnung auch tun.
Plektren mit aufgetragenen Partikeln sind allerdings nicht für die Ewigkeit gemacht, denn das aufgetragene Material löst sich relativ schnell, die Pleks entsprechen dann regulären Picks.

 

 

Abrieb

Außer Metallplektren nutzen sich alle Materialien ab. Filz zerfasert langsam, Kunststoff, Nylon, Messing, Holz wird mit der Zeit an den Spielrändern immer dünner. Spätestens, wenn die ursprüngliche Form nicht mehr vorhanden ist, sollte das Plektrum gegen ein Neues ausgetauscht werden.

 

 

Spielwiese

Was ist der Schluss, den Fortgeschrittene und Gitarrenanfänger daraus ziehen sollten? Zuallererst muss man sich mit den Plektren „wohlfühlen“ - also nicht anders als bei den Gitarren selbst. Ansonsten heißt es Ausprobieren. Und damit ist gemeint, dass diverse Songs eben auch diverse Klangeigenschaften haben. Mal butterweich, mal brillant, mal mächtig mit kaum Höhen. Wie klingt ein Song am besten, bzw. wie gefällt er mir am besten? Das ist eben nicht nur eine Frage der Hölzer, des Klangkörpers, der Saiten, sondern auch (und vor allem) die Wahl des „richtigen“ Plektrums. Nehmt einen Song und spielt ihn mit den unterschiedlichsten Plektren – und jedes Mal wird es etwas anders klingen … probiert es aus. Ralf